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«Familie und Beruf nicht vereinbar»

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Lange Pausen und dadurch lange Arbeitstage machen den Buschauffeuren zu schaffen

Autor: Von MATTHIAS FASEL

Am Freitag werden die Leitung der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) und einige Buschauffeure gemeinsam an einen Tisch sitzen und nach Lösungen suchen. «Wir haben Verständnis für die Anliegen der Angestellten. Wir werden nach Lösungen suchen, erwarten aber auch, dass die Fahrer selbst Lösungsvorschläge bringen», sagte Hans-Rudolf Beyeler, Vize-Direktor der TPF, am Montag gegenüber den FN.

Stress und Übermüdung

Die Probleme, welche die Busfahrer auflisten, sind vielfältig. Insgesamt acht Gründe für ihre Unzufriedenheit haben sie auf ihrer Petition angegeben. So fühlen sie sich zum Beispiel vom Dienstchef nicht ausreichend geschätzt oder beschweren sich über gestrichene Urlaubstage.148 Chauffeure sind im Regionalverkehr tätig. 139 davon haben die Petition letzte Woche unterschrieben.Das Hauptproblem sind aber die langen Arbeitszeiten. «Wir sprechen von Präsenzzeiten von bis zu 14 Stunden», erklärte Jean-Claude Morand, Präsident der Sektion TPF der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV), gestern bei der Petitionsübergabe. Zustande kommen diese langen Arbeitstage durch lange Pausen während des Tages.Da diese Pausen nicht als Arbeitszeit angerechnet werden, kann sich der Feierabend bis in den späten Abend hinauszögern. Als Folgen davon nennen die Chauffeure in der Petition unter anderem «gestresste und übermüdete Busfahrer» und setzen noch einen drauf mit der Aussage: «Familie und Beruf sind nicht mehr vereinbar».

Verständnis auf Seiten der TPF

Hans-Rudolf Beyeler ist sich der Problematik bewusst. Es sei bestimmt nicht immer ganz leicht, den Arbeitstag bis zu drei Mal wieder von Neuem in Angriff zu nehmen. «Es ist aber nicht so leicht, eine Lösung für das Problem zu finden.» Seit dem Fahrplanwechsel 2005 verlange der Kanton neue Leistungen. Vor allem die Vorabendangebote sind verstärkt worden. Während des Tages gibt es hingegen verschiedene Löcher. Zu diesen Zeiten sei es schlicht nicht möglich, alle Busfahrer einzusetzen.Trotzdem haben sich die TPF bereits einige Gedanken über die Thematik gemacht. Die Buschauffeure haben sie in den letzten Monaten auch bereits wiederholt auf ihre Unzufriedenheit aufmerksam gemacht. Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel darin, dass die Fahrer des Regionalverkehrs tagsüber einen Teil der Arbeit ihrer städtischen Kollegen übernehmen.Gleichzeitig erwartet Beyeler am Freitag auch konkrete Vorschläge von den Chauffeuren. Diese wollen in erster Linie, dass ihre Diensttouren, die Schichteinteilung und die Schichtwechsel noch einmal überprüft werden und auch sie selbst Einfluss darauf haben. Und vor allem wollen sie bereits mit der Einführung des Fahrplans 2008 verbesserte Arbeitsbedingungen.

Zunahme von Gewalt gegen Fahrer

Was den Busfahrern weiter auf dem Magen liegt, ist, dass gewisse Kurse an Privatunternehmen vergeben werden. So fährt zum Beispiel die Firma Wieland den Kurs zwischen Murten und Gümmenen oder die Firma Gugler zwischen St. Silvester und Giffers. «Unsere Dienste müssen ausgelastet sein, bevor anderswo Fahrten vergeben werden», fordert die Petition. «Es wäre nicht sinnvoll und sicher auch nicht in ihrem Sinne, Angestellte extra an diese Orte zu fahren», sagt Beyeler.Auch den Vorwurf, dass die Zunahme der Angriffe von Fahrgästen mit den Rahmenbedingungen zu tun haben, lässt er nicht gelten. Die Chauffeure beschweren sich zum Beispiel darüber, dass sie bei Problemen in Sachen Billettverkauf (der Automat gibt zum Beispiel kein Rückgeld) den Kopf hinhalten müssen. «Bei fast 700 Haltestellen wäre es nicht sinnvoll, überall einen Automaten hinzustellen.» Und wegen dem Rückgeld macht er darauf aufmerksam, dass man bei Telefonkabinen ja auch fast nur noch mit Karten bezahle.

Viel Arbeit wegen Bahnersatz

Allen Differenzen zum Trotz hoffen und glauben beide Seiten auf eine baldige Lösung. «Wir sind überzeugt, dass wir ohne Streiks die Probleme überwinden können», sagt Jean-Claude Morand. Schliesslich seien die TPF nicht grundsätzlich ein schlechter Arbeitgeber.Auch Hans-Rudolf Beyeler gibt sich versöhnlich. Er gibt zu, dass die Belastung der regionalen Busfahrer und auch die Ruhezeiten dieses Jahr zum Teil wirklich an der Grenze des Zumutbaren und des gesetzlich Verordneten gewesen seien. Als Grund dafür nannte er vor allem die vielen Aufträge als Bahnersatz, welche die TPF hätten durchführen müssen. Deshalb habe man die Busfahrer bereits vor der Übergabe der Petition zum Gespräch vom Freitag eingeladen. «Wir hoffen nun auf eine gemeinsame Lösung.»

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