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Fastnächtler selbst ist der «Pechvogel»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wenn er sich in diesen Tagen im Stedtli sehen lässt, wird Kurt Buchmann mehr als sonst auf den «Murtebriegger» angesprochen. Er, der seit Jahren die Zeichnungen für die Fastnachtszeitung macht, hat den diesjährigen «Pechvogel», eine Skulptur mit einem stilisierten Vogel, erhalten–jene humorvolle Auszeichnung für verdiente Murtner, denen im Lauf des Jahres ein Missgeschick passiert ist, und die er notabene selbst herstellt. «Dieses Jahr ist der Vogel kleiner als normal», scherzt Buchmann.

«Verdient» hat er sich die Skulptur an einem Morgen in den ersten Tagen des Jahres. Er hatte die Kerzen an seinem Weihnachtsbaum angesteckt und dann das Zimmer kurz verlassen, um einen Anruf entgegenzunehmen. Das trockene Tännchen fing Feuer und brannte bis zum Stamm herunter. Als Buchmann das Malheur bemerkte, konnte er den brennenden Stamm eigenhändig löschen. Er kam mit dem Schrecken davon.

Es musste ihn mal treffen

«Da geit im Büro ds Telefon, u der Kurt, dä louft davon. U de geit’s schnäll–man glaubt es kaum, schon ist er weg – der Tannenbaum.» Und weil die Geschichte für die Murtner Fastnächtler mit ihrer spitzen Feder ein gefundenes Fressen war, kam Buchmann zu Ehren. Die Belehrung durch die Redaktionskollegen: «Dürri Nadle u Cherzeflamme erhudle jedi Wiehnachtstanne. U lahsch de glych no Cherzli brönne, ruum vorhär ds Telefon no dänne.» Irgendwann habe es ihn ja mal treffen müssen, sagt er.

Seit der Lehre ist der heute 72-Jährige in der Szene äusserst aktiv, «ich habe seither das politische Leben in Murten eng begleitet» sagt er. Eines seiner ersten Werke war die Überschrift des «Murtebriegger», den Buchmann–wenig überraschend–dem «Murtenbieter» angeglichen hat. Qualität ist ihm ein Anliegen. «Ich verstehe den Vogel auch nicht als Spott, sondern als Auszeichnung.» Es sei schliesslich ja auch niemandem etwas Schlimmes passiert, damals, an diesem Mittwochmorgen.

Fastnacht ist für ihn ein Element, das verbinden und nicht trennen soll. Er verweist auf die vielen Fastnächtler, die ihre Zeit opferten und für den Wagenbau, in einer Clique oder als Schnitzelbankautoren Jahr für Jahr über sich hinauswüchsen. Angestellter, Direktor und Künstler, Einheimische und Zugezogene arbeiteten Hand in Hand. «Sie sind miteinander kreativ, machen neue Erfahrungen, das finde ich fantastisch.» Er findet auch, dass Murten einen der schönsten Umzüge der Schweiz hat.

 Für ihn muss Humor auch Niveau und Stil haben und für alle zugänglich sein. Der «Murtebriegger» sei in seinen Augen manchmal etwas kompliziert, der «Tischplattesoiferi» (siehe Kasten) sei näher am Volk, so Buchmann. Humor müsse auch eine Grenze haben, eine auf der Höhe der Gürtellinie. So könne er beispielsweise nicht über die aktuelle Weltlage scherzen. «Das geht einfach nicht.»

Die Fastnacht beginnt am Freitag mit dem Gastroabend. Am Samstag sind der Kostümball und der Umzug für die Kinder sowie am Abend der Sternmarsch der Cliquen und die Schnitzelbanksoirée. Am Sonntag ist der Höhepunkt der Fastnacht mit dem Umzug. Sie endet am Montag mit der Verbrennung des «Füdlibürgers» und dem Monsterkonzert um Mitternacht.

Fastnachtszeitungen: Prominente auf der Schippe

Z wei Fasnachtszeitungen buhlen in Murten um die Gunst der Leser: «Dr Murtebriegger», der im 36. Jahrgang erscheint, und der 30-jährige «Tischplattesoiferi». Sie liegen seit gestern in Murtner Geschäften auf. Vor vielen Jahren gab es noch andere Zeitungen: «Murteschnurri», «Echo vom Häxeturm» oder «Zytschnuppe». Seit gestern sind die beiden Fastnachtszeitungen im Verkauf. Sie greifen Ereignisse und Hintergründe aus dem Stedtli und von ausserhalb auf.

Beliebte Ziele des Spotts sind Prominente. So wird die Murtner Ex-Grossratspräsidentin Katharina Thalmann wegen eines Interviews auf die Schippe genommen: «Nun durft’ sie im lokalen Blatt mal richtig walten, nachdem sie bei der Poya-Einweihung musst’ die Schnauze halten.» Auch Stadtschreiber Urs Höchner kriegte wegen seines angekündigten Teil-Rücktritts sein Fett ab: «Weil Höchner zu Haus’ kaum zu essen bekommt, (…) muss er, um vor Hunger nicht noch zu sterben, weiterhin beschäftigt werden.» Und es gibt Interna aus der Szene, wie zur Reise einer Clique in einem Car mit einem viel zu früh gefüllten WC: «D’r Presi tobt, sy Gring isch rot. Eine nachem angere het Not. D’Froue rütsche uf em Füdle ume. ‹Ig sötti bisle, scho sit Stung›.» Auch auf die Zurückhaltung in der Szene gegenüber Witzen über den Islam gehen die Autoren ein: Man lasse sich den Mund nicht verbieten. Freiheit sei das zentrale Element der Fastnacht: «Hie ir Zytig bruuche ig d Meinigsfreiheit und d’Freiheit vo d’r Press.» fca

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