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Fäuste, Gürtelhiebe und ein Metzgerbeil

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Autor: pascal jäggi

Freiburg Aus einer Pöbelei von Betrunkenen wurde am 1. August 2008 plötzlich blutiger Ernst. Zwei Türken standen einer Gruppe Kolumbianer gegenüber. Einer der Türken hatte ein Metzgerbeil gezogen. Ein mit voller Wucht ausgeführter Schlag durchtrennte beinahe den Unterarm eines Kontrahenten. Die Blutspuren waren auch am nächsten Tag noch zu sehen. In einer achtstündigen Operation konnte verhindert werden, dass die Hand des Opfers amputiert werden musste. Der Täter muss sich nun vor dem Strafgericht des Saanebezirks wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verantworten.

Begonnen hatte laut Untersuchung alles um vier Uhr morgens in einem Club in der Nähe des Nova-Friburgo-Platzes. Vor der Türe kam es zu ersten Pöbeleien, dann schlugen die Betrunkenen mit ihren Gürteln aufeinander ein.

Richtig eskaliert ist die Lage allerdings erst, als die beiden Türken mit ihrem Auto den Ort eigentlich schon verlassen wollten. Bei einer Bushaltestelle warteten ihre Kontrahenten, der Fahrer stoppte das Auto und die beiden stiegen aus. Der Fahrer nahm das Metzgerbeil zur Hand. Erneut wurde er von den Kolumbianern mit Gürteln attackiert.

Mit dem Beil schlug er zurück. Einem fügte er dabei zwei Wunden zu, den zweiten Mann traf er dann hart am Arm. Letzterer ist am Prozess nur als Kläger mit dabei, da er laut Untersuchung den Streit schlichten wollte und nicht aktiv an der Schlägerei teilnahm. Zwei seiner Kollegen sind wegen Raufhandel angeklagt.

Verteidigung oder Absicht?

Am ersten Prozesstag interessierte sich Gerichtspräsident Nicolas Ayer vor allem für den Teil der Schlägerei, als das Beil ins Spiel kam. Der Täter beteuerte, dass er sich bloss befreien wollte. Mit beiden Händen schlug er gegen die Arme des Kolumbianers, um den Würgegriff zu lockern, da er kaum noch atmen konnte, schilderte der 27-Jährige die Situation. Dabei habe das Beil in seiner Hand wohl den Arm seines Kontrahenten getroffen. «Bei der Polizei haben Sie noch gesagt, dass er Sie am Kragen Ihres T-Shirts gepackt hatte», hakte Ayer nach. «Das ist für mich dasselbe», antwortete der Angeschuldigte.

Wieso er denn ein solches Beil im Auto hatte, wollte der Gerichtspräsident wissen. «Das stammte noch von einem Picknick», so der 27-Jährige.

Das Opfer sagte aus, dass es laut schreiend auf den Täter zuging. Dieser habe sich umgedreht und ohne Vorwarnung zuerst von unten nach oben zugestochen, dann von oben nach unten. Es habe den Arm hochgehalten um sein Gesicht zu schützen. Der zweite Stoss habe seinen Arm voll getroffen und ihn schwer verletzt. «Das war volle Absicht», sagte der Kolumbianer vor Gericht. Nach der Tat war der Kläger drei Monate in psychiatrischer Behandlung. Bis heute muss er bis zu drei Mal wöchentlich in die Physiotherapie. Seinen Beruf als Musiker kann er noch immer nicht ausüben.

Der Angeschuldigte bestritt, dass er den Kontrahenten absichtlich verletzen wollte. «Wie kann ich jemanden verletzen wollen, den ich nicht mal sehe?», fragte er auf die entsprechende Frage von Nicolas Ayer zurück. Worte des Bedauerns fand der Angeschuldigte erst, als ihm beim Untersuchungsrichter die Bilder der beinahe abgehackten Hand gezeigt wurden. Er habe nicht gewusst, wie schwer er den Kolumbianer verletzt habe, sagte er damals entschuldigend.

Am Montag folgen die Plädoyers der Anwälte, das Urteil wird für Dienstag erwartet.

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