Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Favez» werfen ihren Motor an

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Favez» werfen ihren Motor an

Die Lausanner Band spielt morgen Freitag im Fri-Son

Die Lausanner Rockband «Favez» startet die Motoren: Nach ihrer grandiosen letzten Platte «Gentlemen start your engines» bringen sie morgen Freitag ihre wunderbaren Gitarrenpop-Melodien auch ins Freiburger Fri-Son. Die Freiburger Nachrichten haben sich mit Sänger Christian Wicky unterhalten.

FN: Die deutsche Musikzeitschrift «Vision» hat euer Album «Gentlemen start your engines» als eine «Schönheit der Ausgabe», also als eine der besten acht Platten des Monats gewählt. Begleitet worden seid ihr dabei von Grössen wie den «Smashing Pumpkins» oder «Oasis» – was bedeutet euch diese Auszeichnung?

Christian Wicky: Wir sind sehr stolz auf unsere Platte und wissen ihren Wert zu schätzen. Es ist eine exzellente Rock-Platte und weit besser als die neue von Oasis – nur so nebenbei gesagt. Weil unsere deutsche Plattenfirma «Stickman recs.» gute Arbeit leistet, werden wir auch von wichtigen Journalisten der deutschen Fachpresse gehört, wie eben zum Beispiel bei «Visions». Wenn die Journalisten die Platte mögen – gut. Wenn sie sie nicht mögen – halb so schlimm.

Die Leute bei «Visions» scheinen die Musik zu mögen, und das macht uns natürlich glücklich. Für sie sind wir nicht bloss eine kleine Schweizer Gruppe aus Lausanne – wir sind eine gute Rockband, die eine gute Platte gemacht hat. Deshalb haben sie sie auch zur «Schönheit» erklärt. Das ist normal und logisch, oder? Auf jeden Fall ist «Gentlemen start your engines» wesentlich besser als die letzte Platte von «Creed».

In Deutschland ist man euch gut gesinnt; welches Feedback bekommt ihr für «Gentlemen» in der Schweizer Presse?

Die Kritik ist besser und grösser als für die letzte Platte «A sad ride on the line again». Aber der grosse Unterschied im Vergleich zu Deutschland ist, dass es in der Schweiz fast keine spezialisierte Musikpresse gibt. Die Leute, welche die Artikel lesen, interessieren sich deshalb nicht unbedingt für Rockmusik. Das Gewicht der Medien ist in der Schweiz wesentlich kleiner als in anderen Ländern.

Gibt es auch einen Unterschied, ob man in der Schweiz oder im Ausland auftritt?

Ja; die Leute im Ausland sehen Favez nicht als eine Regionalband, sondern als «richtige» Band, die auf Tour geht und Platten macht. Die Band umgibt deshalb eine Art «Aura», die sie nicht hätte, wenn sie bloss 50 Kilometer vor ihrer eigenen Haustür spielten. Auf der anderen Seite ist es mühsamer und weniger amüsant, englisch sprechen zu müssen und den Fans Plektren zu verteilen, als sich mit Leuten zu vergnügen, die man kennt und mit denen man vor und nach dem Konzert reden kann. Es ist schön, wenn man beide Seiten kennt …

Welches sind die Konzerte, welche euch am besten in Erinnerung geblieben sind?

Das erstaunlichste Favez-Konzert war aus positiver Sicht das akustische Konzert im Ebullition in Bulle, wo es zwar kaum Zuschauer hatte, aber dafür eine ruhige, milde, fast irreale Atmosphäre. Und – nur für den Mythos – das elektrische Konzert im CBGB in New York, das wir ausschliesslich mit geliehenem Material bestritten haben. Weil es nicht genug Verstärker gab, habe ich nicht Gitarre gespielt, und wenn ich nicht sang, konnte ich zusammen mit den anderen Zuschauern das Favez-Konzert sehen. Das war sehr gut. Sehr, sehr, sehr Rock’n’Roll …

Das schlimmste Konzert war mit Bestimmtheit ein akustischer Gig im Jura an einem Dorffest. Die Leute waren alle besoffen und erwarteten irgendeine Salsa-Gruppe. Wir haben extra noch langsamer als normal gespielt, um die Idioten zu ärgern, die uns dort beleidigten. Das war – auf eine andere Art – ebenfalls sehr Rock’n’Roll …

Wer sind eure musikalischen Helden?

Von der Einstellung her sind unsere Helden ohne Zweifel «Fugazi», die ihrer Musik und ihrer Einstellung treu bleiben und dennoch sehr lustig und ironisch sind.

Von der Musik her, und das betrifft nicht nur mich, ist es Bruce Springsteen in den Siebzigern. «Born to Run» ist die ideale Vermischung von Poesie und Musik. «Thunder Road», das erste Stück des Albums, ist ein unerreichbares Meisterwerk.

Würdet ihr auch gerne mal mit Springsteen auftreten?

Wir möchten eigentlich mit niemandem zusammen auftreten. Wir halten uns da an den Leitsatz: «Never meet your heroes.»

«Visions» hat eure Akustik-Platte «Sad ride» mit Radiohead verglichen und «Gentlemen» mit Motorpsycho. Was sagt ihr zu diesen Vergleichen?

Der Vergleich mit Radiohead ist bei allen Rezensenten von Japan über Deutschland und Singapur bis in die USA gefallen. Für mich handelt es sich dabei lediglich um klassisches Songwriting. Aber anscheinend habe ich etwas von Radiohead im Timbre meiner Stimme – auch wenn Thom Yorke absolut unerreichbar bleibt.

Mit Motorpsycho dagegen werden wir vermutlich nur verglichen, weil unsere Platte auf demselben Label erscheint, denn unsere Musikstile haben nun wirklich überhaupt nichts gemeinsam. Sie sind virtuose Experimentalisten im Stile der Sechziger, während wir eher die Melodie suchen. Unsere Musik ist zwar moderner, aber auch einfacher.

Warum habt ihr eigentlich das akustische «Sad ride» gemacht? War das ein letzter Ausläufer der «Unplugged»-Welle?

Nein. Im Gegensatz zu den «Unplugged»-Platten handelt es sich bei unserer Platte nicht um eine Sammlung von elektrischen Songs, die einfach akustisch gespielt werden. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von traurigen Folk-Songs, die gemacht wurden, um sie so zu spielen.

«Sad ride» ist etwas in der Tradition der Cowboy Junkies, von Springsteens «Nebraska», von Palace, den Red Hous Painters oder Neil Young. Es hat aber absolut nicht zu tun mit dieser unmöglichen MTV-Kampagne die dazu diente, den Rock weichzuklopfen und zu «entrocken». Auf «Sad ride» sind keine verzuckerten Rocksongs, sondern veritable moderne Folksongs.

Ihr habt als «Favez disciples» begonnen – was hat sich bei euch in der Zwischenzeit alles geändert?

Unsere Musik basierte damals auf einer Gitarrenwand und Stimm-Melodien. Als der neue Schlagzeuger kam (in diesem Moment haben wir auch den Namen geändert), haben wir gemerkt, dass uns eine dynamische Struktur fehlte.

Die ganze rhythmische Seite der Songs fehlte bei der Komposition und bei der Ausführung. Fred – unser neuer Schlagzeuger – hat eine neue Art zu Komponieren mitgebracht, weil er das Schlagzeug nicht mehr nur brauchte, um einen dumpfen Soundteppich zu klopfen, sondern es als dynamisches Element einfügte.

Mit dem neuen Stil hat bei euch offensichtlich der Erfolg eingesetzt – lebt ihr heute von eurer Musik?

Wenn wir heute auf Tour gehen, können wird das Essen und unsere Wohnungen bezahlen. Wenn wir zurückkehren, haben wir manchmal noch was auf der Seite, um uns eine Weile über Wasser zu halten. Dann arbeiten wir wieder und spielen wieder. Das Leben als Rockband ist sehr zufallsgesteuert – du weisst nie, wo du einen Monat später bist. Es ist so auch unmöglich, eine feste Arbeit zu haben. Aber das ist ein kleines Opfer im Vergl

Mehr zum Thema