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Ferien in einer ganz normalen Familie

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Letzte Woche war Julien zum ersten Mal in Italien, in der Toskana in einem Ferienhäuschen mit Blick auf das Meer. Es sei «sehr heiss» gewesen, erzählt er, aber es hat ihm gefallen. Nicht mit seiner Familie ist der 15-jährige Julien aus dem ostdeutschen Wittenberg in die Ferien gefahren, denn dafür würde das Geld nicht reichen. Der erste Italienurlaub hat ihm die Familie Siegenthaler aus Cordast ermöglicht. Seit Julien neun Jahre alt ist, verbringt er bei Siegenthalers einen Teil seiner Sommerferien. Dieses Jahr ist er drei Wochen dort. Vermittelt wurde Julien der Familie vom Kinderhilfswerk Kovive. Kovive organisiert für Kinder und Jugendliche, die in schwierigen sozialen Umständen leben, Ferien in Schweizer Gastfamilien (siehe Kasten). In dieser Zeit sollen sie sich eine Auszeit von den oftmals schwierigen familiären Verhältnissen nehmen können.

In die Badi und zum Bauern

 Den Alltag in Ostdeutschland vergessen kann Julien bei Siegenthalers gut. So erzählt er nicht viel von seiner Familie, sondern von den verbleibenden Tagen, die er noch in Cordast verbringt. Mit seinem Gastbruder Dario, der gleich alt ist wie er, teilt er das Zimmer. Dies sei vor allem am Abend lustig, erzählen die beiden. Auch den Tag verbringen Dario und Julien zusammen. Wenn es schön ist, gehen sie in die Badi nach Laupen. Oder sie helfen beim Bauern in der Nachbarschaft aus. So hat Julien auch schon den Kuhstall ausgemistet. «Die Arbeit mache ich gerne.» Weil der Bauer nun keine Milchkühe mehr hat, helfen die beiden dort, wo Not am Mann ist. Auch Dario macht die Arbeit Spass. «Wir machen es ja freiwillig.»

Die Sprache ist für die beiden kein Problem. Den Freiburger-Dialekt des Bauern verstehe er am wenigsten gut, sagt Julien und lacht. «Doch sonst verstehe ich etwa die Hälfte. Sonst frag ich einfach nach.»

Ein «pflegeleichter» Junge

Nicht nur dem Bauern in der Nachbarschaft, sondern auch seiner Gastmutter Petra Siegenthaler greift Julien ab und zu unter die Arme. Er sei nicht nur eine Hilfe im Haushalt, erzählt sie: «Julien ist auch pflegeleicht und hat sich schnell bei uns eingelebt.» Petra Siegenthaler war es denn auch, die Julien als Neunjährigen erstmals zu sich geholt hat. «Mein Mann war zuerst etwas skeptisch», erzählt sie. Aber die ganze Familie habe sich schnell an Julien gewöhnt. «In der Zwischenzeit ist eine Freundschaft entstanden.»

Wie lange die Freundschaft noch anhält, wird sich zeigen, denn Julien kommt in die neunte Klasse. «Wenn ich es schaffe, möchte ich eine Lehre als Automechaniker machen», sagt er. In der Lehre werden Juliens Sommerferien nicht mehr so lange dauern, dass er einen Teil davon bei Siegenthalers in Cordast verbringen kann. Doch Julien ist zuversichtlich. Mit 17 Jahren könne er den Lernfahrausweis beantragen. Wenn er 18 Jahre alt wird, will er so schnell wie möglich die Fahrprüfung bestehen. «Und wenn ich ein Auto habe, komme ich wieder zu Besuch.»

Kovive: 35 Kinder in Freiburg zu Gast

J ulien ist eines der 35 Gastkinder, die dieses Jahr in einer Freiburger Gastfamilie einen Teil ihrer Sommerferien verbringen. Es ist das Schweizer Kinderhilfswerk Kovive mit Sitz in Luzern, welches Kindern und Jugendlichen, die in sozial schwierigen Verhältnissen leben oder aus armutsbetroffenen Familien stammen, Ferien vermittelt. Letztes Jahr haben dank Kovive rund 900 Kinder aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland ihre Ferien in der Schweiz verbracht.

In Frankreich und Deutschland melden Partnerorganisationen die Kinder bei Kovive an. Bei Schweizer Kindern sind es die Eltern selber, Beratungsstellen oder Sozialdienste, die sich an Kovive wenden, wie Kommunikationsleiterin Rita Borer sagt. «Meistens sind es Kinder von Alleinerziehenden oder Working-Poor-Familien.» Das Hilfswerk finanziert sich über Spenden. hs

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