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«Feuerwerke gehören zum 1. August»

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«Feuerwerke gehören zum 1. August»

Gerold Jungo und seine Faszination für das Feuer

Am 1. August dürfen dieses Jahr keine Raketen, Zuckerstöcke und Knaller gezündet werden – eine Enttäuschung für den leidenschaftlichen «Feuerwerker». Ist das Verbot des Kantons die richtige Lösung, um Unfälle zu verhindern?

Von ILONA STÄMPFLI

«Feuer ist Energie, Leben und Bewegung. Schon als kleiner Bub hat mich das Feuer fasziniert.» Gerold Jungo ist jetzt erwachsen und immer noch gilt seine Leidenschaft dem Feuer. Seit neun Jahren organisiert er in Bösingen das 1.-August-Feuerwerk. Dieses Jahr allerdings muss er darauf verzichten. Die Enttäuschung steht ihm förmlich ins Gesicht geschrieben.

Langjährige Erfahrung notwendig

Auf einem Bauernhof aufgewachsen, kam Gerold Jungo schon früh in Kontakt mit Feuer. Sein Bruder und er fanden damals das Schwarzpulver, das ihr Grossvater für kleinere Sprengungen versteckt hielt. Mit dem Pulver und einem leeren Smarties-Büchslein wollten die beiden eine Bombe basteln. Das Stück Bindfaden, das als Zündschnur fungieren sollte, brannte Gott sei Dank nicht. «Zusammen mit dem Vater und dem Grossvater haben wir die Bombe dann gezündet und sahen der Explosion aus weiter Distanz zu.» Der Knall und die meterhohe Stichflamme haben die Knaben beeindruckt: «Von diesem Tag an wusste ich, dass das Spiel mit dem Feuer gefährlich ist.» Und trotzdem kann er die Finger nicht davon lassen. Was ein richtiger «Feuerwerker» in die Luft lässt, ist von grossem Kaliber. Die «Raketen» sind kugelrund und sehen aus wie Bomben. Die grösste, die Gerold Jungo je in den Händen hielt, wog sieben Kilo und hatte einen Durchmesser von 30 cm.

Die Herstellung und das Entzünden solcher Feuerwerksbomben ist eine Kunst. Die meisten Bomben werden aus China und Taiwan importiert. Damit das Feuerwerk am Himmel koordiniert und harmonisch wirkt, sind Spezialisten notwendig. «Es gibt zwar noch keine Ausbildung zum Feuerwerksfachmann, aber langjährige Erfahrung ist unbedingt nötig, um an grösseren Anlässen für genügend Sicherheit sorgen zu können», meint Gerold Jungo, der beruflich als Elektro-Ingenieur und Software-Entwickler tätig ist. An grosse Feuerwerkskörper kommt sowieso niemand heran, der nicht weiss, wie damit umzugehen (siehe Kasten).

Gemeinsames Feuerwerk in Bösingen

«Jedes Jahr gibt es kleinere Unfälle wegen Leuten, die unvorsichtig handeln», sagt der Hobby-Feuerwerker. Kinder zünden die Knaller unbeaufsichtigt oder es wird zu wenig Abstand zum Abschussort gehalten. Die Organisatoren des 1.-August-Anlasses in Bösingen hatten vor einem Jahr die Idee, ein grosses gemeinsames Feuerwerk zu veranstalten. Dies ist zum einen sicherer, zum anderen effektvoller. Statt in einzelne Knallkörper zu investieren, bezahlt das Publikum einen Betrag in eine gemeinsame Kasse ein. «Letztes Jahr hatten wir von Sponsoren und privaten Spendern 2000 Franken in der Kasse. Das gab ein schönes Feuerwerk.»

Das Amt für Wald, Wild und Fischerei des Kantons Freiburg verhängte das Verbot für «pyrotechnische Gegenstände» wegen der erhöhten Brandgefahr. Unklar ist, was unter «pyrotechnischen Gegenständen» verstanden wird. Wird das Verbot nämlich wörtlich genommen, wären auch Bengalische Zündhölzer und Wunderkerzen inbegriffen. Die traditionellen 1.-August-Feuer hingegen sind erlaubt.

Diese Tatsache löst beim Feuerspezialisten Unverständnis aus: «Ein Feuer brennt mehrere Stunden lang und der Funkenflug ist gross. Wird ein Feuerwerk professionell und mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen gezündet, ist die Unfallgefahr viel geringer.» Der Elektro-Ingenieur ist enttäuscht über die entschiedene Haltung des Oberamtes in Tafers. «Sie erlauben uns nicht einmal Bengalische Zündhölzer zu verteilen, um ein kleines Feuerwerk zu improvisieren. Das ist entmündigend.»

Das Verbot hat wahrscheinlich zur Folge, dass die Leute ihre eingekauften Raketen trotzdem zünden – und zwar unbeaufsichtigt und versteckt. «Auf einem offiziell dafür vorgesehenen Platz wäre das Ganze viel sicherer», sagt Jungo. «In Bösingen stehen die Feuerwehr und die Sanität jeweils schon bereit, bevor es überhaupt losgeht.» Zudem stellt sich die Frage, was die Leute mit den ungebrauchten Heulern, Leuchtkugeln, Schwärmern und Knallkörpern machen, wenn sie sie am Nationalfeiertag nicht brauchen können. «Gefährlich wird es dann, wenn diese im Haus gelagert werden. Ein Jahr später können Defekte auftreten oder Kinder können sich daran vergreifen», befürchtet er. «Feuerwerkskörper sind wie geladene Waffen. Die hat auch niemand einfach so zu Hause.»

Gerold Jungo hofft auf viel Regen in den nächsten Tagen, so dass er das Publikum vielleicht trotzdem noch mit einem Feuerwerk überraschen kann. «Das gehört doch einfach zum 1. August.»
«Grossfeuerwerke sind risikoarm»

Rudolf Arnold aus St. Ursen kennt sich aus mit Feuerwerken. Er ist Pyrotechniker, d.h. er macht die Choreographie für Grossfeuerwerke, stellt das Sicherheitskonzept auf und gibt Instruktionen für die Zündung der Feuerkörper. In der Schweiz gibt es kaum zehn Personen, die dieser Arbeit neben- oder hauptberuflich nachgehen. «Grossfeuerwerke sind geordnete Feuerwerke und deshalb sehr risikoarm», erklärt er. «Wer ein Grossfeuerwerk zünden will, muss von einem Fachmann instruiert werden und die volle Verantwortung für das Geschehen übernehmen.»

Von Grossfeuerwerken gehe eigentlich keine Brandgefahr aus, meint Rudolf Arnold weiter. Die Feuerwerkskörper seien so konstruiert, dass keine Funken oder andere Teile auf den Boden zurückkommen. «Die verbrennen alle am Himmel.» Die Behörden hätten demnach das Verbot nicht generell aussprechen dürfen.» ist

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