Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Filme von allen für alle

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Flavio Sanchez und Baptiste Janon sitzen in einem umgebauten Lasten-Anhänger konzentriert vor ihren Laptops. Verstreut um diese herum liegen Biskuit- und Schokolade-Packungen, externe Festplatten und Kopfhörer mit grosser Polsterung. Sanchez spielt eine Szene mit Kinderstimmen wieder und wieder auf seinem Laptop ab. Hinter ihm und Janon liegen halbgeöffnete grosse Koffer, aus denen Kameras und Stative herausschauen. Auf der anderen Seite des Anhängers sind zwei Stationen mit Bildschirmen eingerichtet.

Die Stimmung wirkt entspannt im mobilen Filmstudio, das diese Woche auf dem Klein-Sankt-Johann-Platz in der Freiburger Unterstadt steht. Trotzdem sagt Janon: «Ich bin gerade ein bisschen überlastet.» Nicht weniger als 17 Filmprojekte wollen diese Woche in dem kleinen Anhänger realisiert werden. Das ist Rekord für den Verein Telooge, der seit zehn Jahren die Filmprojektwochen für alle in der Freiburger Unterstadt organisiert. «Wir sind Opfer unseres eigenes Erfolges», sagt Isabelle Baeriswyl lachend zu Janon. Sie ist eine der Mitbegründerinnen von Telooge.

Isabelle Baeriswyl im Videointerview:

Der Regisseur und Drehbuchautor Janon steht in der Projektwoche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite, ebenso Flavio Sanchez, Regisseur bei einer Videoproduktionsfirma. «Wir helfen beim Schreiben des Drehbuchs, bei der Inszenierung und bei technischen Fragen», sagt Janon. «Vor allem aber versuchen wir, zu verstehen, was für eine Film­idee die Teilnehmer im Kopf haben, und die beste Version davon umzusetzen.»

Gewissen Anspruch

Telooge ist natürlich nicht Hollywood. Aber die Teilzeit-Filmer haben schon einen gewissen Anspruch an die Qualität ihrer Werke. «Ohne die Experten ginge das nicht», sagt Mitgründerin Baeriswyl. Neben dem Expertenwissen braucht es Material. Der Verein hat eine eigene Kamera, dazu kommt die Infrastruktur im mobilen Studio des Videokünstlers Michael Egger: Weitere Kameras, Mikrofone, Stative und Schneide-Stationen. Smartphones werden laut Baeriswyl kaum gebraucht. Deren Qualität reicht nicht aus, um die Filme am Abschlussabend auf der grossen Leinwand zu zeigen.

Videokünstler Egger war einer der Geburtshelfer von ­Telooge. Er organisierte nämlich zum 850-Jahr-Jubiläum der Stadt Freiburg im Jahr 2007 StreeTV, das Filmprojekte in den verschiedenen Stadtquartieren realisierte. Baeriswyl und einige andere heutige Mitglieder des Vereins Telooge waren dabei – und begeistert. «Eine Woche zusammen im Team arbeiten, der Stress und das Adrenalin beim Finalisieren der Filme: Es war eine tolle Erfahrung», erzählt sie. Deshalb habe ein Grüppchen beschlossen, das Projekt weiterzuführen, eben im Rahmen von Telooge. «Wir wollen die Leute weg vom Fernseher in der Stube und zum gemeinsamen Filmeschauen auf den Platz bringen.»

Seither organisiert der Verein jeweils im September die Filmprojektwoche. Mitmachen kann jeder Interessierte. Bei der Themenwahl und der Form sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer frei. Nur länger als drei Minuten dürfen die Werke nicht sein. Die Unterstadt muss nicht Thema sein, kann aber: So werden dieses Jahr am Abschlussabend gleich zwei Werke präsentiert über die Glocken der Augustinerkirche. Diese läuten nämlich jeden Morgen um sechs Uhr und sind bei den Quartierbewohnern nicht nur beliebt. Die Filmer haben die Kontroverse aufgenommen.

Abschlussvorführung: Samstag 8. September, 20.30 Uhr, Klein-Sankt-Johann-Platz, Freiburg.

Projekt

Die Stimmen der Unterstadt einfangen

Während der Filmwoche von Telooge auf dem Klein-Sankt-Johann-Platz (siehe Haupttext) beginnt das längerfristige Projekt «Geschichten aus der Unterstadt» von Baptiste Janon und Felix Bachmann Quadros. In einem Film oder einer Serie wollen sie Unterstadt-Bewohner Geschichten erzählen lassen, erklärt Janon. Zudem sei eine Ausstellung geplant. Die beiden Filmemacher erhalten finanzielle Unterstützung von der Stadt Freiburg.

nas

 

 

Mehr zum Thema