Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Finstere Zeiten für Freiburger Nachtlokale 

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die provisorische Verlängerung der 2G- und 2G+-Regeln trifft insbesondere Konzert- und Disko-Lokale. Bereits angeschlagen, geht ihnen langsam die Luft aus.

Am Freitag- und Samstagabend dringt kein Bass von Konzerten und Partys auf die Strasse. Menschen stehen nicht schwatzend und rauchend in den Gassen der Stadt. Die Lokale sind geschlossen. Die Auflage 2G ist für sie schwierig, 2G+ erst recht nicht rentabel. Provisorisch gilt die verschärfte Zertifikatspflicht noch bis am 31. März. Das hat der Bundesrat am Mittwoch entschieden.

Die Auflage spürt auch das Soussol. Statt 300 bis 350 Personen pro Abend am Wochenende kamen mit 2G+ maximal 15 Personen. «Es war eine Katastrophe», sagt der Betreiber Karl Ehrler. Den Versuch mit 2G+ hatte er vorerst abgebrochen. Doch eine Schliessung kann er sich nicht leisten. Seine Reserven seien schon lange aufgebraucht. Am 28. Januar öffnet er das Soussol wieder – trotz 2G+.

Ich muss arbeiten.

Ehrler hofft, dass durch die Omikron-Variante mehr Personen genesen sein werden. Zudem geht er davon aus, dass Anfang Februar die Regelungen 2G und 2G+ aufgehoben werden.

Warten auf Härtefallhilfe

Das Soussol ist ein Privatunternehmen, dass keine Subventionen erhält. Deshalb ist er auf zusätzliche Mittel angewiesen. «Vor März erhalten wir keine Härtefallgelder», sagt Ehrler. Der Kanton warte auf Bestimmungen des Bundes.

Mitte Dezember hat das Parlament die Beteiligung des Bundes an kantonalen Härtefallhilfen bis Ende 2022 verlängert. «Der Bundesrat prüft, wie Unternehmen, die wegen der Pandemie in Not geraten, auch 2022 mit Härtefallhilfe unterstützt werden können», heisst es in der letzten Mitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft. 

Kritik am Kanton

Muriel Hauser, Direktorin von Gastro Freiburg, kritisiert die abwartende Haltung des Kantons Freiburg. Schon bevor der Bundesrat die 2G- und 2G+-Regeln verlängert habe, habe der Kanton Neuenburg beispielsweise Nachtlokalen sofortige A-fonds-perdu-Beiträge zugesichert. «Der Staatsrat versteckt sich hinter dem Bundesrat», sagt Hauser. Auch sie spricht von einer «katastrophalen Situation». Gemäss einer Umfrage von Gastro Freiburg brauchen 90 Prozent der Freiburger Betriebe mit Patent D und B+ sofortige Unterstützung, um zu überleben. Diskos haben ein Patent D. Lokale, die Alkohol ausschenken und an Samstagen und Sonntagen bis 3 Uhr morgens offen sein dürfen, ein Patent B+.

Spenden und Mitgliederbeiträge

Auch das Nouveau Monde schnappt nach Luft. «Es ginge, zwei bis drei Monate zu überleben, aber nicht zwei Jahre», sagt Co-Direktorin Ranna Bassil. Ihre Stimme klingt müde. Das Wichtigste sei, die 40 Mitarbeitenden zu bezahlen. «Es ist nicht einfach», sagt sie mehrmals.

Das Nouveau Monde hat sich an die Bevölkerung gewandt. Auf den sozialen Medien schreiben die Verantwortlichen: «Falls ihr im Lotto gewonnen habt, der Cousin von Elon Musk oder die Schwester von Jeff Bezos seid, könnt ihr uns unter folgender Adresse schreiben.» In ernsterem Ton bitten sie die Öffentlichkeit, eine Saisonkarte zu kaufen, den Online-Shop zu besuchen oder auf Petzi eine Spende zu machen. Petzi ist gemäss eigenen Angaben der Schweizer Dachverband von über 190 Musikklubs und -festivals. Über seine Website sammelt Petzi auch Spenden für Kulturlokale wie das Kiff in Aarau oder die Reitschule Bern. 

Konzerte sitzend und ohne Getränk

Geschlossen ist das Nouveau Monde nicht. Dass manche Konzerte nicht stattfinden, liegt auch daran, dass die Künstlerinnen und Künstler sie absagten. An diesem Wochenende finden zwei Konzerte statt. Sitzend, mit Maskenpflicht und ohne Konsumation. Ohne Barbetrieb würden 70 Prozent des Umsatzes ausfallen, so Bassil. Wo die Sitzpflicht bei der Konsumation nicht eingehalten werden kann, gilt 2G+. «2G+ ist aber sehr exklusiv.» Für Bassil ist die Bestimmung auch widersprüchlich. Selbst geimpfte Personen würden sich anstecken.

Nur bei Personen, die getestet sind, kann man sicher sein.

Den Betreibern des Fri-Son fehlen die «mentalen und emotionalen Ressourcen», die 2G+-Regel umzusetzen. Auf ihrer Webseite haben sie deshalb bereits am 20. Dezember die vorübergehende Schliessung verkündet. Wie es nach dem neusten Bundesratsentscheid weitergeht, ist unklar. «Wir diskutieren intern über das weitere Vorgehen», teilt die Kommunikationsverantwortliche Julia Foster mit.

Information

Was bedeuten 3G, 2G und 2G+?

Ab 16 Jahren muss in Kulturlokalen ein Covid-Zertifikat gezeigt werden. 2G bedeutet geimpft oder genesen. 2G+ verlangt zusätzlich ein negatives Testresultat oder dass die letzte Impfung oder die Genesung weniger als 120 Tage her ist. 3G bedeutet: geimpft, genesen oder negativ getestet. 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen