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Fischotter im Vully kommt aus Asien

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Autor: Lukas Schwab

Vergangene Woche haben Wildhüter in der Vully-Region in einem Gartenteich einen Fischotter eingefangen. Die Hoffnung, es könnte sich um die sensationelle Rückkehr des ausgestorbenen Fischotters in die Schweiz handeln, hat sich nun zerschlagen. Beim Fischotter handelt es sich nicht um ein eingewandertes Wildtier, sondern um einen asiatischen Zwergotter, der in Europa nicht vorkommt. Arnaud Maeder, Direktor des Zoos Bois du Petit-Château in La Chaux-de-Fonds, wo das Tier derzeit gepflegt wird, bestätigte auf Anfrage einen Bericht der Berner Zeitung von gestern Dienstag.

Der Otter ist ausgewachsen

Ursprünglich gingen die Experten davon aus, dass es sich um ein junges europäisches Ottermännchen handelt. Darauf deuteten die Grösse und der rundliche Kopf des Tieres hin. «Die Untersuchung hat aber ergeben, dass die Geschlechtsorgane voll ausgebildet und die Zähne auf einer Seite stark abgenutzt sind», erklärt Maeder. Es könne sich daher nicht um ein Jungtier handeln. Zudem habe der Otter kurze Krallen und die Schwimmhäute seien weniger stark ausgebildet als beim europäischen Fischotter. Gemeinsam mit der geringen Grösse des erwachsenen Tieres deutet dies gemäss dem Experten klar auf einen asiatischen Zwergotter hin, die kleinste der zwölf Fischotterarten. «Aus meiner Sicht besteht daran kein Zweifel», sagt Maeder. Die DNA-Analyse werde dies bald bestätigen.

Halter hat sich gemeldet

Woher das Tier stammt, ist mittlerweile ebenfalls geklärt. Wie Roman Eyholzer vom Amt für Wald, Wild und Fischerei des Kantons Freiburg erklärt, hat sich der Tierhalter von sich aus gemeldet. Er sagte aus, er halte ein Fischotterpärchen und eines der Tiere sei ihm entwischt. «Der Tierhalter verfügt über keine Haltebewilligung und hat die Tiere illegal eingeführt», so Eyholzer. Es werde deshalb eine Anzeige geben und auch von Seiten der Zollbehörden müsse der Halter mit einem Nachspiel rechnen. «Das wird sicherlich teuer werden», ist Eyholzer überzeugt.

Betreffend der Zukunft der beiden Tiere steht bisher fest, dass sie wieder zusammengeführt werden. Nächste Woche wird Eyholzer mit dem Kantonstierarzt die Haltungsbedingungen beim bisherigen Halter überprüfen. Danach soll entschieden werden, ob die Tiere allenfalls in seiner Obhut bleiben können, oder ob ein neuer Platz beispielweise in einem Zoo gesucht werden muss. Im Zoo in La Chaux-de-Fonds haben die Tiere laut Maeder längerfristig keinen Platz.

Wiederansiedlung denkbar

Er sei zwar ein bisschen enttäuscht, dass es sich nicht um einen wilden Fischotter handle, habe aber damit gerechnet, sagt Maeder: «Die Einwanderung eines Wildtieres war unwahrscheinlich, da sich die nächsten Vorkommen in grosser Entfernung des Fundorts befinden.» Auch die Möglichkeit, dass es sich um einen Nachkommen von ausgesetzten oder entwischten Tieren handle, sei wegen fehlender Spuren erwachsener Tiere unwahrscheinlich gewesen. «Wir gehen davon aus, dass die 2005 aus dem Dählhölzli entwischten und die im selben Jahr am Neuenburgersee illegal ausgesetzten Fischotter nicht mehr leben», so Maeder.

Der Zoodirektor hätte sich über eine Rückkehr des Otters in die Schweiz gefreut. Im Moment sei das aber noch Zukunftsmusik, da es zu wenig Lebensraum für die Tiere gebe. «Erst wenn genügend Flussläufe renaturiert sind und die Wasserqualität stimmt, wäre ein Überleben der Tiere in der Schweiz möglich», erklärt er. Momentan sei dies nicht der Fall, weshalb noch kein Wiederansiedlungsprojekt lanciert worden sei.

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