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Fitnesskur für rumänische Unternehmer

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Es ist das erste Projekt überhaupt, für das die Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW) Gelder des Schweizerischen Nationalfonds erhalten hat. Zusammen mit der Wirtschaftsakademie Bukarest–einer Schule mit 22 000 Wirtschaftsstudenten–hat die Freiburger Fachhochschule die typischen Merkmale des rumänischen Unternehmers mit seinen Stärken und Schwächen analysiert. Ein neunköpfiges Projektteam beider Schulen hat daraufhin Perspektiven entwickelt, wie Unternehmertum in Rumänien gestärkt werden kann.

Das Forschungsprojekt stehe nun vor dem Abschluss, erklärt Thomas Straub, Professor für Strategisches Management und Entrepreneurship an der HSW. Er hat das Vorhaben geleitet, und obwohl die Mehrheit des Projektteams aus Rumänien stammt, war die Basis in Freiburg.

Noch schwach entwickelt

Die rumänische Wirtschaftsakademie ist mit der Idee zur Stärkung des Unternehmertums an Straub gelangt. Einerseits ist er assoziierter Professor des Unesco-Departements der Universität Bukarest, andererseits ist die Freiburger Fachhochschule bekannt für ihre Ausrichtung im Bereich Entrepreneurship.

«Unternehmertum ist in Rumänien noch schwach entwickelt», so Straub gegenüber den FN. Dies bezieht sich einerseits auf die Ausbildung: Moderne Unterrichtsmethoden mit praxis- und anwendungsorientierten Inhalten gebe es an rumänischen Hochschulen sehr wenig, ein Weiterbildungssystem auch nicht, so Straub. Andererseits haben in der rumänischen Gesellschaft Unternehmer einen wackligen Stand. Bei der Bestandesaufnahme als erstem Teil des Forschungsprojektes kam dieses Fehlen einer Unternehmer-Kultur klar zum Ausdruck. «Man ist in Rumänien allgemein pessimistischer. In der Wirtschaft herrscht Angst vor dem Misserfolg; das Bild des Versagers ist sehr präsent», so der Freiburger Professor. Komme dazu, dass in Rumänien der Zugang zu Funding schwierig sei. «Die Rahmenbedingungen fehlen», so Straub. Bürokratie und Korruption wirkten als Hemmschuh. «Das Bewusstsein für alternative Finanzierungsmodelle ist kaum vorhanden.»

Straub illustriert dies am Begriff «Venture Capital» für Firmengründungen. Während insbesondere im englischsprachigen Raum «venture» eher mit «adventure» gleichgesetzt werde und eine positive Note habe, interpretierten Rumänen dies negativer als «Risiko». Zu diesen Erkenntnissen gelangte das Projektteam um Thomas Straub durch bestehende Studien von Consulting-Unternehmen, Hochschulen oder auch der Weltbank. Aber das Team stellte auch eigene Untersuchungen an und verglich insbesondere rumänische Unternehmer mit solchen aus der Schweiz und Frankreich.

 Starre Strukturen

Der Professor ist sich bewusst, dass solcherlei Denken und Strukturen schwierig zu durchbrechen sind. Wenn Unternehmertum auch auf schwachen Beinen stehe, so erkenne er doch vor allem bei der jüngeren Generation einen Trend zur Besserung. Er erhofft sich auch durch die Wahl des deutschstämmigen Ministerpräsidenten Klaus Iohannis einen Aufbruch. Vorzeigebeispiel ist für Straub die dynamische Wirtschaftsregion Sibiu.

Für den Freiburger Professor ist wichtig, dass das Unternehmertum im Bildungssystem Rumäniens Einzug hält. Dieses sei zwar in der Regel staatlich und stark reglementiert, doch hofft er, dass Weiterbildung auch über private Finanzierung möglich wird.Die Freiburger HSW hat im Rahmen des Projekts mit vereinzelten Lehrveranstaltungen ein Beispiel geben können. Straub ist aber durch das Nationalfondsprojekt auf den Geschmack gekommen und hat bereits Folgeprojekte zur Umsetzung der Erkenntnisse eingereicht.

Das Projekt: In 24 Monaten eine Basis gelegt

D as internationale Projekt über das Unternehmertum in Rumänien weckte das Interesse des Nationalfonds wie auch seines rumänischen Gegenstücks UEFISCDI. Im Rahmen eines rumänisch-schweizerischen Forschungsprojekts laufen 26 Programme für 10,4 Millionen Franken. Das Projekt ist vor dem Hintergrund des Rückgangs von Investitionen und Venture Capital aufgrund der europäischen Wirtschaftskrise zu sehen.

Zugang zu Investitionen

Als erstes ging es darum herauszufinden, was Investitionen begünstigt und was sie bremst. Die ersten sechs Monate wurden deshalb vor allem dafür verwendet, möglichst viele Informationen einzuholen und zu sammeln. Dann ging es zwölf Monate darum, Methoden und Instrumente zur Förderung von Venture Capital und Unternehmertum zu bestimmen. Das letzte Halbjahr des Projektes umfasste Empfehlungen, wie man sich Zugang zu Venture Capital und Start-up-Finanzierung im rumänischen Umfeld verschafft, aber auch wie das Modell eines lebenslangen Lernens, vor allem auf post-universitärem Niveau, aufgebaut werden kann. uh

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