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FN-Sommerkrimi (Kapitel 4/13)

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Janine Audersets Kollege Herbert Mäder war ein stiller Schaffer. Er ermittelte immer bedächtig und vorsichtig. Janine war er manchmal fast zu langsam, besonders wenn er am Steuer sass. Deshalb fuhr sie nach Plaffeien zu Familie Tinguely, Mäder sass auf dem Beifahrersitz. Er hatte eine Zeitung auf seinen Knien ausgebreitet und las weitere Passagen aus Knüsels Leserbriefen vor. Mit jeder Zeile konnte sich Kriminalkommissarin Janine Auderset ein besseres Bild von Bernhard Knüsel machen, der am Abend des Nationalfeiertags in Baumetswil oberhalb des Schiffenensees ermordet worden war. Er musste ein richtiger Kotzbrocken gewesen sein.

 

Mäder resümierte, was er herausgefunden hatte, folgendermassen: «Bernhard Knüsel war ein sehr unangenehmer Mensch. Vor elf Jahren ist er nach Baumetswil gezogen, vorher war er irgendwo im Kanton Zürich beschäftigt. Er hat an einem Kollegium in Freiburg Biologie unterrichtet, ging aber diesen Sommer in Pension.» «Hatte Knüsel eigentlich irgendwelche Angehörigen?», fragte Janine, als sie Tentlingen hinter sich gelassen hatten. Mäder faltete die Zeitung zusammen: «Er war unverheiratet und hatte keine Kinder. Seine Schwester in Zürich war auch nicht ­besonders bestürzt. Eine Trauerfeier wird’s wohl nicht geben.»

Tinguelys hatten vor wenigen Jahren in Plaffeien ein Haus gebaut. Die Sträucher waren noch immer klein, im Rasen wucherte noch kein Unkraut, und die Fassade war noch immer strahlend weiss. Cindy Tinguely war nicht besonders erfreut, als die Polizei Einlass verlangte. Sie setzten sich auf die Terrasse und warteten darauf, dass Cindys Mann Georg in Kürze von der Arbeit heimkommen würde. Cindy bot Janine und Mäder eine Tasse Kaffee an, doch die beiden schüttelten den Kopf.

Mäder kramte sein Notizbuch hervor, während ­Janine schon die erste Frage stellte: «Kannten Sie das Mordopfer, Bernhard Knüsel?» Cindy schüttelte den Kopf. «Sie haben ihn also noch nie zuvor gesehen?» Cindy zögerte: «Wir feiern schon seit 22  Jahren den ersten August bei Hirschis in Baumetswil. Da kann es natürlich sein, dass ich ihn mal gesehen habe, er wohnte ja gleich nebenan. Aber er wäre mir nie ­aufgefallen.» Mäder nickte und kritzelte etwas auf seinen Block.

In diesem Moment trat Georg Tinguely auf die Terrasse. Er sah müde aus, als er sich vis-à-vis von Mäder hinsetzte. Janine nickte ihm zu: «Haben Sie Knüsel gekannt?» Georg antwortete nicht sofort: «Es kann sein, dass ich ihn mal gesehen habe, aber er wäre mir nicht in Erinnerung geblieben.» Die beiden Polizisten warfen sich einen schnellen Blick zu. Mäder drehte sich zu Cindy und fragte sie: «Sagen Sie, kennen Sie den ‹Löwen› in Gurmels? Bekannt für seine Cordons bleus.» Cindy Tinguely wirkte verwirrt, ihr Mann jedoch schreckte auf und atmete tief ein. Dann beruhigte er sich und sagte zu Mäder: «Ich kann Ihnen auch das ‹Weisse Rössli› in Alterswil empfehlen. Haben Sie denn Gluscht auf Cordon bleu?» Mäder kritzelte wieder etwas auf seinen Notizblock.

Georg Tinguely wirkte sehr nervös. Er wandte sich seiner Frau zu und bat sie, ihm ein Bier zu holen. Als Georg allein mit den beiden Beamten am Tisch sass, konstatierte Mäder: «Sie kannten Knüsel. Denn Sie waren fast jeden Dienstag im ‹Löwen› in Gurmels und haben mit ihm Poker gespielt.» Tinguely verschränkte die Arme und schaute die beiden Beamten trotzig an: «Ich war noch nie im ‹Löwen› in Gurmels, ich spiele nicht, und ich kannte Knüsel nicht!» «Wo waren Sie, als Ihre Frau die Leiche fand?», fragte Janine. Georg presste die Lippen zusammen, ehe er antwortete: «Ich war dabei, hinter dem Haus die Zuckerstöcke aufzustellen.» «Und das dauert so lange? Wir sprechen schliesslich von mehr als einer Viertelstunde», hakte Janine sofort nach. Doch Georg blieb bei seiner Aussage. Cindy kam zurück und stellte ihm das Bier auf den Tisch.

Im Auto konstatierte Janine Auderset: «Er lügt.» Herbert Mäder nickte: «Georg Tinguely war mit ziemlicher Sicherheit jeden Dienstag im ‹Löwen› in Gurmels, und er hat mit Knüsel gespielt, wer weiss, vielleicht ja um Geld. Seine Frau weiss aber offensichtlich nichts davon.»

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