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Fotografische Blicke auf das Heukarren-Rennen in Charmey

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wenn in Charmey wie am vergangenen Wochenende Kilbi ist, dann gibt es nicht nur kulinarische Spezialitäten, Musik und Tanz, sondern auch noch eine andere, ausgefallene Tradition: Seit 1972 gehört die «Course des Charrettes», das Heukarren-Rennen, zur Dorfkilbi dazu und macht sie zu einer Attraktion für Gross und Klein. Dieses Jahr kamen rund 7000 Personen zur dreitägigen Kilbi; 25 Teams nahmen mit ihren Karren am Rennen teil.

Die Kilbi oder Bénichon im Kanton Freiburg ist eine von 199 lebendigen Traditionen, die das Bundesamt für Kultur seit 2012 für die ganze Schweiz auflistet. Diese Traditionen gelten als Teil des immateriellen Kulturerbes, weil sie seit mindestens zwei Generationen bestehen, sich ständig verändern und ein Gefühl der Identität vermitteln. Im Kanton Freiburg führt das Greyerzer Museum in Bulle im Auftrag des kantonalen Amtes für Kultur das Inventar der lebendigen Traditionen. 2016 hat das Amt für Kultur darüber hinaus das Projekt «Tradifri – Lebendige Traditionen in Bildern» lanciert, um einige dieser Traditionen fotografisch darzustellen und dem Publikum näherzubringen (siehe Kasten).

Fischauge und Dunkelkammer

Im Rahmen von Tradifri haben eine Fotografin und ein Fotograf den Auftrag erhalten, sich dem Heukarren-Rennen von Charmey zu widmen: Ré­gine Gapany aus Bulle und Christophe Maradan aus Cerniat. Régine Gapany hat das Rennen 2016 fotografiert, Christophe Maradan 2017 – und beide haben dabei mit nicht ganz alltäglichen Techniken gearbeitet.

Régine Gapany hat sich für ein Fischaugenobjektiv entschieden. Die runden, verzerrten Weitwinkelaufnahmen sollen an die Räder der Karren und an den Rundkurs des Rennens erinnern. Die originellen Bilder der 34-Jährigen fangen die Popularität und die Lebendigkeit der Veranstaltung ein und lassen erahnen, warum es den Erfindern vor 46  Jahren gelungen ist, die Kilbi wiederzubeleben und zu einem Anlass für alle Generationen zu machen.

Christophe Maradan hingegen hat sich, gewissermassen als Gegenpol zum rasanten Rennen, für die Langsamkeit entschieden: Er hat seine Aufnahmen auf Schwarz-Weiss-Film realisiert und in der Dunkelkammer auf Barytpapier gebannt. Einige Bilder hat der 44-Jährige gar auf Kollodium-Nassplatte aufgenommen, ein fotografisches Verfahren aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Idee eines Jugendvereins

Die Bilder von Régine Gapany und Christophe Maradan sind jetzt in einer Ausstellung im Museum Charmey zu sehen. Ergänzend zu den Fotografien rollt die Ausstellung auch die Geschichte des Heukarren-Rennens und des organisierenden Jugendvereins La Concorde auf. Der Verein wurde 1927 gegründet und war anfangs ledigen Männern vorbehalten; erst ab 1969 durften auch junge Frauen beitreten. 1972 lancierte der Jugendverein die Idee der «Course des Charrettes», um die verstaubte Kilbi zu verjüngen.

Das Rennen fand sofort Anklang, es meldeten sich Teams aus dem ganzen Kanton und sogar von ausserhalb an, und es kamen bis zu 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Von Anfang an kamen die Teams mit originell geschmückten Karren und teilweise in aufwendigen Kostümen. Heute gibt es zwei Kategorien: eine mit sportlichen Ambitionen und eine humoristische. Eine Jury vergibt verschiedene Preise.

Museum Charmey. Bis zum 13. Januar. Mo. bis Sa. 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, So. 14 bis 17 Uhr.

Zahlen und Fakten

Charmey beendet die Ausstellungsreihe

Das Projekt «Tradifri – Lebendige Traditionen in Bildern» umfasst Bilder von professionellen Fotografen, die dafür Mandate erhalten haben, und Schnappschüsse aus der Bevölkerung, die alle Interessierten einreichen konnten. Die Aufnahmen wurden seit 2016 in fünf Ausstellungen in Freiburg, Murten, Bulle und Tafers gezeigt. Die Ausstellung in Charmey ist die sechste und letzte der Reihe.

cs

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