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Frau im Mond und Prinz Stubehock

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Frau im Mond und Prinz Stubehock

Autor: Carole Schneuwly

Sei es als Radiojournalist oder als Stimme der «Glückskette»: Roland Jeanneret ist in der Schweiz einer breiten Öffentlichkeit als begnadeter Erzähler bekannt. Weniger bekannt ist, dass er diese Begabung 50 Jahre lang auch als begeisterter Puppenspieler ausgelebt hat: 1956 gründete der heute 63-Jährige als Primarschüler in Bern zusammen mit einer Handvoll Freunden den «RJKAS-Club», «Roland Jeannerets Kasperlibühne».

Was als Freizeitbeschäftigung von ein paar Kindern angefangen hatte, wurde zu einer fünf Jahrzehnte währenden Erfolgsgeschichte. Bald zog die Gruppe vom Mietshauskeller in eine Garage um, wo sie mit dem lebhaften Theaterbetrieb keine Nachbarn störte. Später trat sie in Schulen und Restaurants, aber auch in grösseren Sälen auf, vor allem im Raum Bern. 2006, exakt 50 Jahre nach der Gründung, fand die letzte Inszenierung statt.

Geschenk an das Museum

Einen Grossteil seiner Puppen, aber auch Requisiten, eine Bibliothek und viele Erinnerungsstücke hat das «Figurentheater auf Tournee», wie es ab 1990 hiess, 2007 dem Figurentheater-Museum Freiburg geschenkt. Hier erwachen die Puppen heute Abend im Rahmen der Museumsnacht ein letztes Mal zum Leben. «Wir werden dem Publikum zeigen, wie die verschiedenen Figuren funktionieren und wie wir mit ihnen gearbeitet haben», so Jeanneret.

Bis Anfang Juli ist ein grosser Teil der Schenkung in einer Sonderausstellung zu sehen. Liebevoll arrangiert, lassen die Puppen Erinnerungen wach werden an Stücke wie «Di verschwundeni Chischte», «D’Seeröiber vo der Bananeinsle» oder «Em Pedro sys wysse Wunderklavier». Die Texte stammten aus der Feder von Roland Jeanneret, dem Journalisten und ausgebildeten Theaterwissenschaftler. Die Figuren schuf zum grössten Teil Edith Bieri; einige der ausgestellten Puppen sind Werke von Gret Werner. Mit dabei waren in der zuletzt aktiven Zusammensetzung ebenfalls Reinhold Bieri, Christine Heger und Monique Portmann.

Rasch wird dem Publikum klar, wie kreativ diese Truppe ein halbes Jahrhundert lang war. Sie verstand es, klassische Elemente des Figurentheaters mit eigenen Ideen und viel Improvisationstalent zu verbinden und ein zeitgemässes Puppentheater zu schaffen. In ihren Geschichten spielt selbstverständlich der Kasperli eine Rolle, aber auch andere bekannte Figuren wie die böse Hexe, der unheimliche Zauberer oder die wilden Seeräuber.

Daneben gibt es jedoch auch eine «Frau im Mond», die in ihrem Übermut auf die Erde herabsteigt, von einem Wüstenherrscher verschleppt und von zwei Dromedaren befreit wird. Es gibt «Prinz Stubehock», der lieber Bücher liest, als sich für königliche Geschäfte zu interessieren, während seine sportliche Schwester mit dem Rollbrett durch die Gegend kurvt. Und es gibt die Hexe, die alle Besen der Erde hortet, auf dass diese im Abfall versinke – bis der rettende Abfallfresser auftaucht.

Für 20 Rappen ins Theater

Neben den Figuren und Stücken gibt das Museum auch einen Einblick in die Geschichte des RJKAS-Theaters. Zu sehen sind Trouvaillen wie alte, von Kinderhand auf Packpapier gemalte Plakate, die zum Preis von 20 (später 30) Rappen zum Kasperlitheater luden. Gedruckte Plakate aus späteren Jahren erinnern an die vielen Auftritte der Truppe.

Erhalten sind ebenfalls die «Gründungsurkunde» aus dem Jahr 1956 und ein Foto der Gründungsmitglieder. Weitere Fotos zeigen wichtige Momente wie die Einweihung der «Chasperli-Gutsche», einer mobilen Bühne, 1976 auf dem Bundesplatz, eine Ausstellung in Bulle in den Achtzigerjahren oder schliesslich die allerletzte Aufführung im Jahr 2006.

Schweizer Figurentheater-Museum, Hinter den Gärten 2, Freiburg. Bis zum 4. Juli. Mi. bis Fr. 10 bis 17 Uhr, Sa. und So. 14 bis 18 Uhr. Museumsnacht: Sa., 29. Mai, 18 bis 24 Uhr.

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