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Frauen, die aus der Reihe tanzen

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Frauen, die aus der Reihe tanzen

FOBE stellt ungewöhnliche Frauenberufe vor

Kopfschütteln, Bewunderung, Ratlosigkeit: Das haben Frauen in Männerberufen ausgelöst – wenigstens noch vor 20, 30 Jahren. Aus Anlass zum Fobe-Abend vom vergangenen Dienstag zum Thema «Ungewöhnliche Berufe» stellen die FN drei Frauen in Männerberufen vor.

Die Steinbildhauerin, die Velomechanikerin, die Kaminfegerin – sie alle haben etwas gemeinsam: Bereits in frühester Jugend wussten sie, was aus ihnen werden soll. Am Ziel haben sie festgehalten, jedem Widerstand zum Trotz. Und was sie mit 16 taten, das tun sie heute noch.

Mit Schornsteinen und Heizkesseln im Element

«Es gibt nichts, das mir nicht gefällt», sagt die 47-jährige Lydia Gutknecht zu ihrem Beruf als Kaminfegerin. Jede Woche reist sie von Winterthur – wo

sie mit ihrer Familie wohnt – nach Murten. Hier schlüpft sie in ihr schwarzes Gwändli und arbeitet an zwei bis drei Tagen in der Region.

Die in Düdingen aufgewachsene Kaminfegerin und Heizungskontrolleurin hat aber noch weitere Jobs. Am Theater in Winterthur agiert sie an fünf Abenden als Platzanweiserin, und ab und zu ist sie als Rotkreuzhelferin anzutreffen. «In meinen Leben habe ich «ellbögle» gelernt.» Und das fing bereits in frühster Kindheit an. Nicht viel Schönes habe sie erlebt. Im Gegenteil viel Düsteres erfahren. Lange Zeit habe niemand bemerkt, dass ihr Sehvermögen miserabel war. Als Folge davon harzte es in der Schule. In dieser Zeit jedoch gab es für Lydia einen Lichtblick: Der Kaminfeger.

«Immer, wenn er ins Haus kam, hatte er für mich freundliche Worte übrig.» Sie, die Sechsjährige, habe ihn Jahr für Jahr mit Sehnsucht erwartet. Und eines Tages – sie sei damals zehn gewesen – da wusste sie, dass sie Kaminfegerin werden will.

Nichts vermochte sie von diesem Entschluss abzubringen, keine Hänseleien, absolut nichts. Mit 14 Jahren fing Lydia in Kerzers eine dreijähige Lehre an. Ihr Patron habe ihre Anfrage gelassen entgegengenommen und im Geheimen gedacht, «der kleine Riebel werde von selber aufhören». Doch er täuschte sich. Lydia hielt durch und arbeitet heute noch für diesen einen Patron.

Dreck gibt es nicht

Und all der Dreck und Staub – ob ihr das nichts ausmache? «Es gibt keinen Dreck in unserem Beruf», ereifert sich die dreifache Mutter und Berufsfrau. Das sei ein total falsches Wort. Im Gegenteil – der Russ ist ein Stoff, der durch den Verbrennungsvorgang entsteht und daher bakterienfrei ist.

Ob denn jede Frau diesen Beruf erlernen kann? Was das berufliche Know-how betreffe, bestimmt. «Die Frau muss einzig auf einen wohldosierten Kräfteeinsatz achten.» Und den hat sich die quirlige Fegerin mit Judoübungen antrainiert.

Inmitten unzähliger Steinblöcke

Mit Meissel, Hammer, Fäustel und Spitzeisen geht Sabine Burla seit Jahr und Tag um: Die 47-Jährige arbeitet bereits seit rund 30 Jahren als Steinbildhauerin. Zusammen mit ihrem Mann Daniel Burla führt sie an der Prehlstrasse in Murten die Werkstatt für Grabmal- und Natursteinarbeiten. Am 1. April feiert die Firma ihr 20-jähriges Jubiläum.

Sabine Burla gibt keineswegs den Anschein, das Zeug für eine Steinmetzin zu haben. Die Mutter von drei Kindern ist zierlich und klein, spricht jedoch bestimmt und klar: «Man braucht kein Kraftprotz zu sein, um diesen Beruf auszuüben.» Mit der Arbeit kommt die Kraft von selbst. Was hingegen vorhanden sein müsse, das sei die Liebe zum Stein. «Vom muss man angefressen sein.»

Doch Tag und Nacht wird ja nicht Stein gehauen. Zum Beruf gehören ebenfalls Phasen der Vorbereitung: Kundengespräche, Zeichnen, Modellieren. Alles, was man in einer vierjährigen Lehre lernt. Was der Beruf jedoch voraussetze, sei eine rechte Portion Geduld. «Es dauert sehr lange, bis das harte Material Form angenommen hat.» Und Geduld hat Sabine Burla für alles, sei es für Reparaturarbeiten, für eine Gartenskulptur oder für den Grabstein.

Als junges Mädchen habe sie nur ganz kurz einmal einen anderen Beruf, den als Zeichenlehrerin, in Erwägung gezogen. «Doch gottlob ist daraus nichts geworden», ruft sie aus. «Jahr für Jahr Kinder zu motivieren, nein, das wäre nichts für mich!»

Den Drahtesel
fest im Griff

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen beginnt für Yolanda Spicher die Hochsaison. Im Quartier Hubel in Bösingen repariert und verkauft die 36-Jährige seit zwölf Jahren Zweiräder. Nicht im grossen Stil, sondern im Ein-Frau-Betrieb.

Zum richtigen Zeitpunkt ist Yolanda Spicher in das Geschäft eingestiegen. In einer Zeit also, wo sich das Zweirad vom Armeleute-Fortbewegungsmittel zum Prestigeobjekt durchgemausert hat. In den 70er Jahren noch, erinnert sie sich, gab es die drei folgenden Standardmodelle: das Frauenrad, um einzukaufen, das Kinderrad zum Vergnügen und das Herrenrad, damit sonntags – auch zum Vergnügen – rund um den Murtensee geradelt werden konnte.

Das Stahlross in all seinen Variationen habe bis heute wenig von seiner Attraktivität eingebüsst, freut sich die gelernte Fahrrad- und Motorfahrrad-Mechanikerin. Jedes Jahr komme Neues auf den Markt. «Der grosse Hit 2000 ist die Vollfederung.»

Kein Wenn und Aber

Auch bei Yolanda Spicher haben sich die Vorlieben schon früh gezeigt. Mit 13 Jahren hatte sie ihre Berufswahl getroffen. Motorradmechanikerin wollte sie werden. Mit 18 Jahren sass sie bereits auf einer «750er». Mit dem Gefahrt – allein oder mit Ehemann – saust sie heute noch durch die Gegend. Immer dann, wenn die zwei Kinder und der Beruf Freiraum zulassen. «Töfffahren, das ist unser Ehevergnügen», lacht sie verschmitzt.

Und zurück zu ihren Anfängen: Nach der Sekundarschule habe sie zunächst keine Stelle gefunden. «Niemand wollte mich haben.» Das Risiko sei zu gross, musste sie sich sagen lassen. «Doch wusste ich nicht so recht, ob ich als Frau das Risiko war oder ob Mann befürchtet hat, ich lasse so ein schönes Töffmodell sausen.» Nach einem Welschlandjahr habe es aber geklappt. Yolanda Spicher konnte in Gurmels eine dreijähige Lehre beginnen.

Was sie denn so fasziniere an ihrem Beruf? Es ist die Technik, das Komplexe auf kleinem Raum. «Wenn ich eine, zwei Stunden gearbeitet habe, dann läuft alles wieder rund. Das ist doch ein schönes Gefühl.» Da hat sie wohl Recht. Denn von welcher Arbeit lässt sich dies schon mit solcher Bestimmheit sagen …
Irmgard Lehmann

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