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Frauenfussball boomt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Untertitel: Buchpräsentation und Podiumsdiskussion

Autor: Von MATTHIAS FASEL

Auch in der Schweiz zieht heute eine Frau in Fussballschuhen nicht mehr so viele fragende Blicke auf sich wie ein Metzger am Vegetarier-Kongress. Im Gegenteil: Frauenfussball boomt. Gab es in der Schweiz 1970 nur rund 200 lizenzierte Spielerinnen, waren es zu Beginn dieses Jahres bereits 13000. Den Grundstein dafür legten Pionierinnen mit viel Stehvermögen und einem dicken Fell.

Dass vor 35 Jahren der Verband die erste Meisterschaft duldete, war nicht gleichbedeutend damit, dass der Sport bereits in der Gesellschaft akzeptiert war.

«Ganz hübsch,
so viele wogende Busen»

Böse Zeitungskommentare waren die Folge. «Mein siebenjähriges Meitschi möge dereinst nicht als Backfisch dem runden Leder nachjagen», schrieb ein Journalist des Bieler Tagblattes 1975. Über die Spiele selbst wurde fast nie berichtet, sondern eher darüber, was die Zuschauer angeblich dachten. «Der linke Flügel hat besonders hübsche Beine» oder «Ganz hübsch so viele wogende Busen» wurde dann den Zuschauern in den Mund gelegt.
Dies und vieles mehr steht im Buch «Zarte Füsschen am harten Leder», das die Bösingerin Marianne Meier im Rahmen ihrer Lizentiatsarbeit veröffentlicht hat. Von Geschichten über Pionierinnen bis hin zu Vergleichen mit anderen Nationen ist ihr ein umfassender Überblick über die Entwicklung des Frauenfussballs in der Schweiz gelungen.

«Die Schweiz ist keine Sportnation»

Im Anschluss an die Buchpräsentation diskutierten Gäste aus Sport und Medien über das Thema «Frauensport und Gesellschaft». Kathrin Lehmann, Eishockey- und Fussballnationalspielerin, machte darauf aufmerksam, dass die Schweiz keine Sportnation sei. «Wir Sportler müssen immer den Intelligenzbeweis antreten.» In Deutschland sei das ganz anders. Da sei der Respekt vor Sportlern viel grösser, so die Torhüterin des FFC Wacker München.

Die mediale Berichterstattung ist zwar heute nicht mehr chauvinistisch. «Aber es wird immer noch ein Unterschied zwischen Männern und Frauen gemacht», erklärte Louis Bosshart, Professor für Medien- und Kommunikation an der Universität Freiburg. So sei bei Spielen von Frauen oft eine gewisse Intimisierung und Verniedlichung zu spüren. «Man nennt sie zum Beispiel öfter beim Vornamen als die Männer.»
Über Frauenfussball selbst wird in Schweizer Medien nur wenig berichtet. Die Vorurteile sind noch nicht alle ausgeräumt. Marianne Meier ist zuversichtlich, dass sich das mit Erfolgen der Nationalmannschaft ändern wird. Dass diese schon bald eintreten, davon ist sie überzeugt. «Letztes Jahr wurde in Huttwil ein Ausbildungszentrum für Fussballerinnen eröffnet. In zehn Jahren wird die Nationalmannschaft deshalb auf einem ganz anderen Level spielen.»

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