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Frauenuni und Mädchengymnasium

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Frauenuni und Mädchengymnasium

100 Jahre Kollegium Heilig Kreuz: Das Vermächtnis der Menzinger Schwestern

Das Kollegium Heilig Kreuz wurde vor 100 Jahren gleich doppelt gegründet: 1904 als Frauenuniversität und 1909 als Mädchengymnasium. Treibende Kräfte waren die Menzinger Lehrschwestern.

Von CAROLE SCHNEUWLY

«Die Männer wussten zu genau, was die Frauen glücklich machte.» Mit diesen Worten brachte Rektorin Annemarie Schobinger kürzlich anlässlich des offiziellen Empfangs zur 100-Jahr-Feier des Kollegiums Heilig Kreuz die Probleme auf den Punkt, auf welche die Frauen stiessen, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert im Kanton Freiburg nach höherer Bildung strebten.

In Zürich nahm bereits 1864 eine junge Russin als erste Frau in der Schweiz ein Hochschulstudium auf. Die Uni Freiburg hingegen wollte lange keine Frauen immatrikulieren. Einerseits hatte man grundsätzliche Vorbehalte gegenüber studierenden Frauen. Und andererseits studierten an anderen Schweizer Universitäten vor allem Ausländerinnen, von denen man in Freiburg nichts wissen wollte.

Diese Situation war ein Dilemma für Mutter Maria Paula Beck, Generaloberin des Instituts Menzingen: Für ihre Sekundar- und Mittelschulen brauchte sie akademisch gebildete Frauen als Lehrerinnen. Zusammen mit ihrem Bruder Joseph Beck, Professor für Pastoraltheologie an der Uni Freiburg, trieb sie die Gründung einer Akademie zur Ausbildung von Lehrerinnen für höhere Mädchenschulen voran.

Heilig Kreuz wird ein Gymnasium

Auf einem Grundstück im Perolles (heutige Orientierungsschule) wurde kurzerhand eine Schule gebaut, die im Wintersemester 1904/1905 mit 29 Studentinnen eröffnet wurde: die Académie Sainte-Croix. Ein Jahr später wurden Frauen endlich auch an der Uni Freiburg zugelassen, so dass die Académie 1909 in ein Mädchengymnasium umgewandelt wurde.

Meisterinnen im eigenen Haus

Unter Erziehungsdirektor Georges Python anerkannte der Kanton Freiburg zwar die Monopolstellung des neuen Gymnasiums, verweigerte aber jegliche finanzielle Unterstützung. Dennoch wurde das Gymnasium 1909 mit zwei welschen und drei deutschen Unterstufenklassen und insgesamt 27 Schülerinnen eröffnet. Die Mädchen konnten wählen zwischen einer A- und einer B-Matur. Die «Aki», wie man auf Deutsch liebevoll sagte, blieb für lange Zeit das einzige deutschsprachige Gymnasium in der Schweiz, in dem ein Mädchen eine humanistische Matur machen konnte.

Erst 1958 begann der Staat die Schule zu subventionieren. Bis dahin blieb die Finanzierung den Menzinger Schwestern überlassen. Man lebte von den Schul- und Pensionsgeldern, von der Unterstützung des Mutterhauses und nicht zuletzt von der Opferbereitschaft der Schwestern. «Dafür gehörte die Schule tatsächlich den Menzinger Schwestern», heisst es im Jubiläumsband über das Kollegium. «Lange waren sie Meisterinnen im eigenen Haus. Sie prägten die Schule nach ihrer Tradition und mit ihrem eigenen Erziehungsstil.»

Immer wieder Platzprobleme

Die Schülerinnenzahl wuchs kontinuierlich an, und die Schule musste erweitert werden. Schon 1919 kauften die Schwestern das Nachbarhaus Villa Felix, 1957 das «Schlössli». 1958 wurde der dreistöckige Anbau im Nordosten errichtet. 1970 erwarb der Staat für Heilig Kreuz Gelände und Gebäude der Villa Saint-Jean (Gallia, Sapinière, Bossuet). Nachdem das Haus Bossuet 1978 einem Dachstuhlbrand zum Opfer gefallen war, wurde endlich der längst geplante Neubau in Angriff genommen. 1983 bezog das Kollegium das heutige Schulgebäude, das 1991 auf vier Stockwerke erhöht wurde.

Heute beherbergt Heilig Kreuz 42 Klassen und rund 960 Schülerinnen und Schüler (Knaben werden seit 1973 aufgenommen). Wieder steht man vor Platzproblemen – und wieder wird als mögliche Lösung die ehrwürdige Villa Gallia ins Auge gefasst.

Der weitere Verlauf des Jubiläumsjahres: 16. April: Ehemaligentag; 11. Mai: Schulfest und Solidaritätstag zugunsten der Mädchenbildung in Indien. Details unter www.cscfr.ch.
Das
Firbedeum

Von CAROLE SCHNEUWLY

Heute ist Ehemaligentag in meinem alten «Gymi». Zeit für einen Blick zurück. Integralrechnung, Höhlengleichnis, lateinische Grammatik: Vieles haben wir gelernt in jenen vier Jahren im Kollegium Heilig Kreuz – und vieles längst wieder vergessen.

Was also ist geblieben? Die Erinnerung an eine Projektwoche in der Abgeschiedenheit der Bündner Berge. An den Chemielehrer, der eigens für uns, die 4. BD, das Element Firbedeum kreierte. Oder an die Lehrerin, die uns zum Abschied eine Geschichte schenkte: die jüdische Erzählung über Hölle und Himmel, in der die Menschen an beiden Orten um einen Tisch mit einer Schüssel Eintopf sitzen, mit Löffeln, die zu lang sind, um sie zum Mund zu führen. Der Unterschied? Im Himmel haben die Menschen gelernt, einander zu füttern.
Solche Lektionen mögen es sein, die eine gute Schule ausmachen. Ich jedenfalls gehe heute gerne zurück ins Kollegium Heilig Kreuz. Vielleicht treffe ich ja meinen Chemielehrer von damals und kann mich endlich für das Firbedeum bedanken.

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