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«Frauschaft» statt «Mannschaft»: Übertrieben oder doch vonnöten?

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Spätestens seit dem 19. Jahrhundert ist die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau europaweit ein stets aktuelles Thema. Immer wieder gibt es Bewegungen, welche die absolute Gleichbehandlung der Geschlechter anvisieren. Obwohl schon viel erreicht wurde, sind heutzutage dennoch zahlreiche Bereiche unserer Gesellschaftspolitik nicht erschöpfend geregelt. Dabei wird auch der Ruf nach Gleichberechtigung auf dem Gebiet des alltäglichen Sprachgebrauchs wieder lauter. Im deutschen wie auch im französischen Sprachgebrauch wird primär das Maskulinum verwendet und lässt somit auf eine überaus kaschierende Art und Weise den femininen Part unserer Gesellschaft nicht zu Worte kommen.

Doch wie ausschlaggebend ist die Verwendung eines Neut­rums hinsichtlich der Gleichberechtigung wirklich? Gibt es nicht wichtigere Probleme, welchen dringender Änderungsbedarf zukäme als den einzelnen Begrifflichkeiten? Kann Feminismus auch zu weit gehen?

Das kantonale Büro für Gleichstellung von Mann und Frau in Freiburg liefert den «Freiburger Nachrichten» diesbezüglich Antworten auf vorerst offenen Fragen.

Auf den ersten Blick erscheint die Forderung nach einer genderneutralem Sprachanwendung lachhaft, nicht einmal zweitrangig. Dies gerade angesichts grösserer Themen, wie beispielsweise der immer noch vorhandenen Lohn­ungleichheit zwischen Mann und Frau. Trotz Gesetzgebung existieren in der Praxis weiterhin erhebliche Missstände, die laut Fachleuten lediglich durch klare und starke politische Mittel behoben werden können. Doch nicht nur die Löhne, auch die Auskunft über die Familienplanung erweist sich durchaus als Gretchenfrage der Arbeitswelt und führt mittelbar zu einer Unterzahl weiblicher Individuen in Führungspositionen.

Anzumerken ist, dass es sich in Sachen Ungleichheit nicht ausschliesslich um die Frage der Diskriminierung der Frau dreht. Auch Männer sind als Subjekte gewisser Ungleichbehandlungen anzusehen. Dies zeigt sich spätestens mit dem Aufgebot zur Rekrutenschule. Eine umfassende Gleichstellung würde in einer Einberufung der Frauen zur militärischen Dienstbarkeit resultieren. Somit wird klar: Verbesserungspotenzial lenkt nicht nur in die eine, sondern ebenfalls in die andere Richtung.

Nun stellt sich die Frage erneut, wie bedeutsam nebst den vorher genannten Defiziten der einfache Sprachgebrauch, die Abänderung gewisser Wörter ist? Zur Veranschaulichung lässt sich ein Gedankenexperiment, durchgeführt an einer deutschen Universität, nennen: «Ein Vater fährt mit seinem Sohn im Auto. Sie verunglücken. Der Vater stirbt an der Unfallstelle. Der Sohn wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und muss operiert werden. Ein Chirurg eilt in den OP, tritt an den Operationstisch heran, auf dem der Junge liegt, wird kreidebleich und sagt: ‹Ich bin nicht imstande zu operieren, das ist mein Sohn.›»

Für all diejenigen, welche nun sämtliche Theorien aufstellen, die (einfache) Lösung des Problems findet sich weiter unten im Text. Kleiner Tipp: Die Antwort liegt in den Wörtern, in deren Form und Gebrauch. Es wird Sie vielleicht überraschen, doch das oben genannte Beispiel öffnet in vielerlei Hinsicht die Augen bezüglich der Wichtigkeit unserer täglichen Kommunikation, wozu eben auch der angepasste Wortgebrauch zählt.

Unbewusste Beeinflussung

So sagt denn auch das Freiburger Büro für Gleichstellung von Mann und Frau, die Sprache sei eine Reflexion des Momentes und somit auch der Gesellschaft. Sie beeinflusse unser Denken und Verhalten unbewusst und lenke somit auch verschiedene gesellschaftliche Tendenzen und Verhaltensweisen. Will man als Ziel also eine Welt der absoluten Gleichstellung der Geschlechter, so sei ein geschlechtsneutraler Sprachgebrauch unverzichtbar.

Mittels kleiner Schritte zeigt sich schlussendlich, dass eine Forderung, die vorerst lächerlich erscheinen mag, durchaus starken Wert für das Erzielen gewisser Veränderungen haben mag. Es wäre also falsch zu sagen, der Ruf nach Gleichberechtigung ginge mit einer geschlechtsneutralen Sprache hier zu weit, habe seine Grenzen überschritten. Häufig sind und bleiben es unscheinbare Schritte, die sich als Mittel zum Zweck herausstellen. – Der Chi­rurg ist übrigens die Mutter des Jungen.

Mit dem Maskulinum kommt der feminine Part der Gesellschaft nicht zu Wort.

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