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Frei und ungezügelt wie die Sense

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Frei und ungezügelt wie die Sense

Flüsse und Flussufer sind wichtige Naherholungsgebiete

«Befreite Wasser» lautet der Titel eines Führers, mit welchem der WWF Schweiz zu «Entdeckungsreisen in revitalisierte Flusslandschaften der Schweiz» einlädt. Der Lauf der Sense wird darin als Beispiel eines Flusses dargestellt, der vor menschlichen Eingriffen weitgehend verschont blieb.

Von ANTON JUNGO

Im Zeitraum von rund 200 Jahren hat sich das Landschaftsbild der Schweiz total verändert. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurde grossflächig gerodet, was sich auch auf den Wasserhaushalt verheerend auswirkte. Ohne Wald wurden die Niederschläge nicht mehr verzögert in die Gewässer abgegeben, die Hänge erodierten, die Flüsse traten schneller über die Ufer, der Grundwasserspiegel stieg und einst erfolgreich bewirtschaftete Ebenen versumpften. Es entstanden ideale Bedingungen für Stechmücken, die auch in der Schweiz die Malaria übertrugen.

Menschen verbauen Flüsse
– und ihre Zukunft

Die Situation wurde für die Bevölkerung unerträglich und zu Beginn des 19. Jh. versuchte man mit einer systematischen Flussverbauung der Lage Herr zu werden. Flüsse wurden begradigt und zwischen Dämme gelegt. Bis zum Ersten Weltkrieg waren praktisch alle grösseren Flüsse der Schweiz ihres freien Laufs beraubt. Die unzähligen Bach- und Flusskorrektionen haben den Hochwasserschutz zwar verbessert. Aber gerade die verheerenden Hochwasser der letzten Jahre haben gezeigt, dass es keinen absoluten Schutz gibt.

Vor allem haben die Verbauungen und die damit verbundenen Folgen rund 90 Prozent des Lebensraums Aue schrumpfen lassen. Die Auen-Gebiete machen noch knapp ein Viertelprozent der Landesfläche aus und trotzdem lebt dort rund die Hälfte der Pflanzen und Tiere der Schweiz. «Die letzten Auenlandschaften sind somit ein unersetzliches Genreservoir und hüten ein einzigartiges floristisches und faunistisches Kapital», wird im Buch «Befreite Wasser» die Bedeutung der Auen zusammengefasst.

Revitalisierung

Seit Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts findet ein Umdenken statt. Es setzte sich die Erkenntnis durch, dass Artenschutz nur durch die Erhaltung des Lebensraumes oder dessen Aufwertung möglich ist. Mancherorts begann man mit der Revitalisierung – der Wiederherstellung – der naturnahen Flusslandschaft.

Seit 1992 stehen 169 Auengebiete von nationaler Bedeutung unter Schutz. 2001 kamen 65 alpine Auen hinzu. Die Auenverordnung verpflichtet die Kantone, für die inventarisierten Auengebiete die nötigen Schutz- und Unterhaltsmassnahmen zu treffen.
Das Buch «Befreite Wasser» beschreibt 14 Wanderungen zu Wasserläufen, die in den vergangenen Jahren – zum Teil mit viel Aufwand und finanziellen Mitteln – revitalisiert wurden. Beschrieben wird unter anderen das Wasserschloss bei Brugg im Kanton Aargau am Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat. Oder die Rhone, die sich in der Gegend des Pfynwaldes nicht zähmen liess. Oder die Aubonne, an welcher Fischtreppen gebaut wurden, damit die Seeforellen aus dem Genfersee wieder zu ihren Laichplätzen gelangen können.

Ehrenplatz für die Sense

Schliesslich kommt auch die Sense zu Ehren, als Fluss, der bis heute weitgehend vor menschlichen Eingriffen verschont blieb und ein Rückzugsgebiet für Flora und Fauna bildet. Unter dem Titel «Frei und ungezügelt wie wir» ist da zu lesen: «Die Sense ist einer der letzten wilden Flüsse in der Schweiz. Gletscher und Fluss haben den felsigen Untergrund – 30 Millionen Jahre alte Ablagerungen eines flachen Meeres – ausgehobelt und mit Lockergestein gefüllt. Die Sense sucht sich seither ihren Lauf durch das grobe Schotterbett. Mal streicht sie links dem Sandsteinfelsen entlang, quert dann das enge Tal und schiesst rechts gegen das Ufer . . .»

Markus Hostmann/Andreas Knutti: Befreite Wasser. Entdeckungsreise in revitalisierte Flusslandschaften der Schweiz. Mit Fotos von Michel Roggo. Herausgegeben vom WWF Schweiz. Zürich Rotpunktverlag 2002. 192 Seiten. 32 Franken.

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