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Freiburg als katholisches Bollwerk?

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Freiburg als Hort des Katholizismus, als Heimat katholischer Helden und als Bollwerk gegen die Reformation: Dieses Bild beherrscht die gängige Geschichtsschreibung ebenso wie die landläufige Volksmeinung. Dass die Sachlage nicht ganz so eindeutig war, macht jetzt die Freiburger Historikerin Rita Binz-Wohlhauser in ihrem soeben erschienenen Buch «Katholisch bleiben? – Freiburg im Üchtland während der Reformation (1520–1550)» deutlich.

Der 288 Seiten umfassende Band ist das Ergebnis eines mehrjährigen Forschungsprojektes des Schweizerischen Nationalfonds, das am Staatsarchiv Freiburg angesiedelt war. Sie habe eingehend Ratsprotokolle und andere Quellen studiert, erklärt Rita Binz-Wohlhauser, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsarchiv. Das habe ihr erlaubt, einen neuen Blick auf die Zeit der Reformation in Freiburg zu werfen. Lange Zeit hätten die Historiker sich gegenseitig zitiert, ohne zu den Quellen zurückzugehen. «Man ging wie selbstverständlich davon aus, dass Freiburg ein Bollwerk des Katholizismus war.» Schaue man genauer hin, zeige sich ein differenzierteres Bild: «Natürlich war und blieb Freiburg katholisch. Aber dieses Katholischbleiben war die Folge eines Prozesses, für den es keinen Masterplan gab, da man sich in einer völlig neuen Situation befand.»

«Teuflische Sekte»

Sie habe durchaus Quellen gefunden, die auf eine harte Haltung der Freiburger Katholiken schliessen liessen, so Rita Binz-Wohlhauser weiter. So ist in einem Ratsprotokoll aus dem Jahr 1522 die Rede von den Lutheranern als «böser, verfluchter, teuflischer Sekte», die keinesfalls Wurzeln schlagen dürfe. «Die Frage ist jedoch, wie man solche Beschlüsse in der Praxis umsetzte», betont die Historikerin. Dabei zeige sich, dass die Freiburger Obrigkeit wesentlich zurückhaltender gewesen sei als die in anderen katholischen Orten. So sei nur ein einziges Todesurteil gegen einen Reformationsanhänger belegt, und dieser sei später begnadigt worden. «Die übliche Strafe für lutherische Äusserungen waren ein paar Tage Gefängnis und eine Busse. Im Wiederholungsfall drohte als Höchststrafe das Exil.»

Ein eigenes Kapitel widmet Rita Binz-Wohlhauser den gemeinen Herrschaften von Freiburg und Bern, welche die Reformation grösstenteils annahmen: Grasburg-Schwarzenburg, Murten, Orbe-Echallens und Grandson. Zwar habe die Konfessionsfrage durchaus zu Streit zwischen den Freiburger und Berner Obrigkeiten geführt, doch sei es dabei mehr um Machtansprüche und Kirchengüter als um Religion gegangen. «Die religiösen Fragen überliess man den Geistlichen.»

Das Buch «Katholisch bleiben? – Freiburg im Üchtland während der Reformation (1520–1550)» (Chronos-Verlag) ist für 48 Franken im Buchhandel erhältlich.

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