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Freiburg – eine Hochburg für Bahntechnologie

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Täglich benutzen mehr als eine Million Menschen in der Schweiz die Bahn. Das dichte Schienennetz muss aber auch unterhalten werden. «Uns fehlen jedoch Spezialisten auf dem Gebiet der Bahninfrastruktur», sagt der Kursleiter Jacques Miauton. «Deutschland und Österreich haben je drei Universitäten, in welchen solche Spezialisten ausgebildet werden.» Aber in der Schweiz habe es bisher fast nichts gegeben. «Die SBB engagierten für den Schienenbau viele Ausländer», fährt er fort. «Deshalb gab es schon im Jahre 2008 erste Diskussionen, wie der Mangel an Spezialisten behoben werden kann», erklärt Miauton und weist darauf hin, dass Spezialisten für die Bodenstabilität eines Trassees und viele andere Gebiete gesucht sind.

Beschwerlicher Weg

Laut Jacques Miauton war der Weg, der bis zum ersten Weiterbildungskurs beschritten werden musste, beschwerlich. In der Person von Georg Hejda wurde eine Person gefunden, welche viele Jahre bei den SBB und beim Bundesamt für Verkehr tätig war und welche mit ihrer Gesamtsicht die bestehenden Probleme bestens kannte. «Er hat den Lehrplan des Kurses ausgearbeitet und sich auf die Suche nach Referenten gemacht», hält Miauton fest. Fündig wurde Hejda dabei bei den SBB und Privatbahnen, beim Verband des öffentlichen Verkehrs, bei der Technischen Universität Graz und bei Jacques Miauton selber, der vor allem auf Zahnradtechnik spezialisiert ist.

Wieso Freiburg?

Voraussetzung für eine Teilnahme am einjährigen Kurs war eine Ingenieurausbildung. Normen und Reglemente, Geometrie und Dynamik der Gleise, Interaktion Fahrzeug–Gleis, Belastungen, Auswahl des Eisenbahnmaterials und Lebensdauer, Planung von Eisenbahnprojekten, Kunstbauten, Organisation und Sicherheit der Baustellen sowie Unterhalt der Gleise lauteten die Hauptthemen des Kurses, der in zehn Module aufgeteilt war. Als Kursort fiel die Wahl auf die Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HTA Freiburg). «Ich war während zehn Jahren Professor an der HTA Freiburg und kenne die Verantwortlichen. Zudem wollten wir als Kursort einen Ort zwischen Deutschschweiz und Romandie wählen, da wir unbedingt auch welsche Teilnehmer ansprechen wollten», begründet Jacques Miauton, weshalb Freiburg als Kursort für die erste Weiterbildung in Bahntechnologie ausgewählt wurde. «Hätten wir den Kurs in Zürich durchgeführt, wäre kein Romand gekommen», ist Miauton überzeugt, der als Romand stolz ist, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer aus der Romandie stammte. Anders sah es aber bei den Referenten aus, die fast ausschliesslich deutscher Zunge waren. «Wir konnten uns aber einen Simultanübersetzer leisten. Zudem haben wir alle Dokumente übersetzt», sagt Miauton.

Viel gelernt

«Sie haben enorm viel gelernt», strahlt der ETH-Ingenieur Miauton, der heute als technischer Direktor der TrackNet AG in Kerzers tätig ist, einer Holdinggesellschaft, welche zwei Unternehmen besitzt, die Eisenbahn-Oberbaumaterial liefern und warten. «Weil die Kursteilnehmer einerseits von Bahngesellschaften, andererseits von Tiefbauunternehmen stammten, gingen wir je nach Thema für die einen zu weit ins Detail, für andere zu wenig weit», berichtet er. Dabei hat er aber von den Teilnehmern nur positive Echos erhalten. «Viele haben gesagt, dass sie einen solchen Kurs schon zu Beginn ihrer beruflichen Karriere absolviert hätten, hätte es einen solchen gegeben.» Und die Tatsache, dass im zweiten Kurs, der gegenwärtig läuft, sich 22 Teilnehmer eingeschrieben haben, spricht für den Erfolg des ersten Kurses.

Gutes Echo

«Wäre der erste Kurs schlecht gewesen, so hätte sich dies rasch herumgesprochen. Und dann merkt man sofort, dass der Kurs nicht viel gebracht hat. Aber die Teilnehmer des ersten Kurses haben die Kollegen in ihren Unternehmen aufgemuntert, diesen Kurs auch zu absolvieren», sagt Miauton und weist darauf hin, dass sich schon zehn Personen für den dritten Kurs angemeldet hätten. «Wichtig ist für die Teilnehmer auch, dass sie die Spezialisten auf dem Gebiet des Bahntechnologie nun persönlich kennen und sofort wissen, bei wem sie anklopfen müssen, taucht ein Problem auf», fährt er fort.

Verein gegründet

Positiv überrascht hat ihn auch die Ankündigung der Kursteilnehmerin Vanessa Hugo aus Visp anlässlich der Diplomfeier in Freiburg. Sie hat mit zwei Kollegen einen Verein ins Leben gerufen, damit die Teilnehmer unter sich in Kontakt bleiben, Erfahrungen austauschen und die Kameradschaft pflegen können. Sie hatten nicht nur Gelegenheit, sich während der 200 Unterrichtsstunden kennenzulernen, sondern auch bei den Ausflügen und Firmenbesuchen, die – wie auch die Diplomarbeit – zum Kursprogramm gehörten. Jacques Miauton ist stolz, dass sich der Kurs mit den 4800 Franken pro Teilnehmer selbst finanziert hat, was nur möglich war, weil die Referenten unentgeltlich unterrichteten.

Auch andere Kurse

Vorgesehen sind drei Kur- se in Eisenbahntechnologie / Fahrbahn. Ob es nach dem dritten Kurs weitergeht, weiss Jacques Miauton nicht. Wie er sagt, besteht aber die Absicht, ähnliche Kurse auf dem Gebiet der Fahrleitungen sowie der elektrischen Anlagen durchzuführen. Auch in diesen wichtigen Bereichen fehlt es an Spezialisten in der Schweiz.

HTA Freiburg: «Wir haben noch Potenzial»

N ach Worten von Direktor Jean-Nicolas Aebischer ist der Auf- und Ausbau eines gezielten Weiterbildungsangebots ein wichtiger Aufgabenbereich der Hochschule für Technik und Architektur (HTA Freiburg). «Das oben beschriebenen CAS-Modul und die weiteren geplanten Module im Bereich der Bahninfrastruktur zeigen exemplarisch, welches Potenzial die HTA FR im Weiterbildungsmarkt hat. Kompetente interne Professorinnen und Professoren der HTA FR mit einem weitreichenden Beziehungsnetz zu den Spezialisten im jeweiligen Technologiebereich, die ideale Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln für Kursteilnehmende aus der ganzen Schweiz und insbesondere die Zweisprachigkeit, gepaart mit echter Gastfreundschaft, sind Trümpfe, die stechen», sagt er. BlueFactory werde diesbezüglich für die HTA FR weitere Möglichkeiten eröffnen. az

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