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«Freiburg hat grosses Potenzial»

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Nicole Surchat Vial, bevor Sie nach Freiburg kamen, waren Sie Direktorin des Genfer Stadtplanungsamts. Warum hat Sie die Stelle als Stadtarchitektin in Freiburg gereizt?

Der erste Grund war, dass ich Lust hatte, wieder in einer Gemeinde zu arbeiten–näher bei den Leuten und den Projekten. In den letzten Jahren war ich zudem eher in der Planung tätig. Ich wollte wieder etwas machen, das mehr mit dem Bauen zu tun hat. Dies war der zweite Grund. Und der dritte Grund war die Stadt.

 

 Warum?

Freiburg hat eine humane Grösse, ist aber dennoch gross genug, um eine gewisse Dynamik zu entwickeln. Es sind alle wichtigen Ämter vorhanden, und auch die Universität trägt zur Dynamik der Stadt bei. Freiburg hat einen extrem städtischen Charakter–insbesondere in der Altstadt oder im Perollesquartier–, eine hohe Lebensqualität und grosses Potenzial für die künftige Entwicklung.

 

 Wurden Ihre Erwartungen bisher erfüllt?

Ja. Die neuen Aufgaben erfüllen meine Erwartungen voll und ganz, ich bin richtig glücklich. Wir haben beim Bau- amt eine aussergewöhnliche Equipe. Ich hatte diese Leute davor ja nicht gekannt, das war die schönste Überraschung für mich. Den Gemeinderat hatte ich davor ja schon getroffen; auch dort funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut.

 

 Gab es auch böse Überraschungen?

Böse Überraschungen würde ich nicht sagen. Einige Dossiers befinden sich halt in einer Art Zwischenphase. Zudem möchte ich die Budgetkontrolle verbessern. Es bringt nichts, schöne Projekte zu entwickeln, wenn dahinter kein Geld vorhanden ist, um sie zu realisieren. Mein Vorgänger Thierry Bruttin, der jetzt Kantonsarchitekt ist, hat dies bereits umgesetzt. Ich möchte seine Arbeit fortsetzen und die Budgetkontrolle noch etwas stärker in den Vordergrund rücken.

Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Thierry Bruttin hat hervorragende Arbeit geleistet, und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kanton funktioniert sehr gut. Ich möchte aber die Konkurrenz für Ideen stärker öffnen und werde deshalb vermehrt auf offene Wettbewerbe statt auf Studienaufträge setzen. Dies ist mir ein wichtiges Anliegen.

 

 Welches sind Ihre weiteren Anliegen?

Wenn man für die Gemeinschaft arbeitet, sind Gesetze und Reglemente besonders wichtig, ebenso wie die Finanzierung. Meine Aufgabe ist es, diese drei Dinge gut zu koordinieren: Regeln, Finanzen und die Konkurrenz der Ideen.

 

 Ende des letzten Jahres hat Freiburg das Dossier für die Ortsplanrevision beim Kanton eingereicht. Können Sie hinter dem neuen Ortsplan stehen, obwohl Sie bei dessen Ausarbeitung grösstenteils noch nicht dabei waren?

Ich bin zu 100 Prozent überzeugt vom neuen Ortsplan. Ich habe das Dossier gut angeschaut, bevor ich mich auf die Stelle beworben ha- be. Zudem haben wir noch den ganzen Herbst daran gearbeitet, in gewissen Abschnitten die Dichte opti- miert, die Schutzmassnah- men für die Altstadt verbes- sert und strategische Orte identifiziert.

 

 Wie geht es nun weiter?

Der Kanton muss seine Anmerkungen anbringen. Je nachdem, wie viele Änderungen er verlangt, benötigt die Überarbeitung mehr oder weniger Zeit. Danach folgt die öffentliche Auflage, für welche die Stadt noch eine Informationsstrategie ausarbeiten wird.

 

 Bis der Kanton Stellung nimmt, haben Sie nun also Zeit, sich anderen wich- tigen Dossiers zu widmen, beispielsweise dem Burgquartier.

Genau. Wir wollen noch zu Beginn dieses Jahres einen Wettbewerb lancieren. Bis Mitte 2015 möchten wir erste Projekte haben.

Wo setzen Sie Prioritäten?

Die erste Etappe betrifft das Gelände rund um die Kathedrale. In der zweiten Etappe werden wir uns der Grenette, dem Liebfrauen- und dem Ulmenplatz widmen. Für die dritte Etappe bleiben der Fischmarkt, die Murtengasse, der Rathausplatz und die Reichengasse. Die grosse Herausforderung besteht darin, dass wir die Parkplätze nicht aufheben, sondern jeweils durch andere Parkplätze ersetzen müssen. Wir brauchen wirklich ein unterirdisches Parking.

 

 Bis wann ist mit der Umsetzung der ersten Etappe zu rechnen?

Die Arbeiten können wohl 2017, 2018 beginnen.

 

 Die Stadt wusste schon lange, dass sie die Zähringerbrücke schliessen wird. Hätte die Planung nicht viel eher beginnen müssen?

Die erste Version des Richtplans für die historische Altstadt wurde stark kritisiert und infrage gestellt. Zusammen mit der Bevölkerung haben die Behörden verhandelt und wichtige Fragen, wie beispielsweise jene der Parkplätze, geklärt. Natürlich wäre es besser, wenn wir jetzt schon weiter wären. Hätte die Stadt aber mit der ersten Version des Richtplans weitergemacht, hätte sie riskiert, bei der öffentlichen Auflage 200 Einsprachen zu haben. Ich denke, die Zeit, welche die Stadt bei der Ausarbeitung des neuen Richtplans verloren hat, wird sie nun beim Verfahren wieder gewinnen. Es wurde ein Konsens geschaffen, wir können von einer soliden Basis ausgehen. Und schliesslich gibt es auch noch andere Projekte, die geplant und finanziert werden müssen.

 

 Das wären?

Dazu gehören die Schulbauten. Neben dem Neubau der Deutschsprachigen Orientierungsschule Freiburg brauchen wir in den nächsten Jahren auch zwei neue Primarschulhäuser. Bald beginnt auch die Umgestaltung des Werkhofs. Weitere Projekte sind die Blue Factory und der Standort St. Leonhard, wo es noch einiges an Arbeit und Koordination braucht. Zudem bereiten wir für kommenden Mai eine Botschaft für den Generalrat bezüglich der Umgebung des Bahnhofs vor.

 

 Was fordert die Botschaft?

Der Gemeinderat wird dem Generalrat einen Studienkredit von 500 000 Franken beantragen.

 

 An den letzten Generalratssitzungen haben verschiedene Generalräte kritisiert, die Stadt mache zu viele Studien, und gefordert, dass nun endlich Projekte realisiert werden. Was sagen Sie dazu?

Ich will nicht über das Vergangene urteilen. Sie müssen aber wissen: Wenn Sie die bestmögliche Antwort finden wollen, müssen Sie eine Studie machen. Auch gibt es in Freiburg nicht mehr Studien als anderswo, also kein Übermass. Dennoch ist für mich klar: Wenn ich eine Studie mache, dann nur für ein Projekt, das anschliessend auch finanziert werden kann.

Zur Person

Eine Stadtarchitektin mit viel Erfahrung

Die 55-jährige Nicole Surchat Vial ist in Rue im Glanebezirk aufgewachsen und hat einen Teil ihrer Schulzeit in Freiburg absolviert. Nach dem Studium der Architektur an der ETH Lausanne arbeitete sie mehrere Jahre als unabhängige Architektin in Lausanne. 1999 wurde sie zur Verantwortlichen des Stadtplanungsamts von RolleVD ernannt. Im Jahr 2005 übernahm sie die Leitung des Raumplanungsamts des Kantons Waadt. Parallel dazu hat Nicole Surchat Vial an der Universität Genf einen Doktortitel in Architektur mit Spezialisierung auf Stadtplanung erworben. 2007 wurde sie Direktorin des Genfer Stadtplanungsamts. Per 1.Oktober 2014 trat sie die Stelle als Stadtarchitektin von Freiburg an. Damit folgte sie auf Thierry Bruttin, der seit 2008 das Amt als Stadtarchitekt innehatte und im Juli 2014 zum Kanton gewechselt hatte. Nicole Surchat Vial hat zwei Kinder und wohnt in Freiburg.rb

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