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«Freiburg ist eine echte Hockeystadt»

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517 NLA-Spiele hatte Chris Rivera für seinen Stammverein Servette bestritten. Ein Disput mit dem allmächtigen Trainer, Manager sowie Club-Besitzer Chris McSorley–über die Ursachen der folgenschweren Meinungsverschiedenheit hüllt der 29-Jährige den Mantel des Schweigens–setzte der bemerkenswerten Vereinstreue ein jähes Ende. Obwohl Rivera noch für zwei Saisons an die Genfer gebunden gewesen wäre, suchte McSorley einen Abnehmer für den Stürmer–und fand ihn ausgerechnet in Gottéron. Jenen Club also, den Rivera in der Vergangenheit mit allerlei unmissverständlichen Aussagen («Ich hasse diesen Verein») geschmäht hatte. Er sei damals jung gewesen und voller Emotionen, sagte Rivera nach seiner Ankunft in Freiburg und entschuldigte sich umgehend bei den Fans für seine unbedachten Worte. Das sei passé, und er werde nun alles für seine neuen Farben geben. Dass dies keine Worthülsen waren, zeigte er bei seinem Debüt im Gottérondress am dritten Spieltag, der ihm gleich ein Wiedersehen mit seinen Genfer Ex-Kollegen bescherte. Ganz à la Rivera setzte er zu kernigen Checks an, provozierte und stichelte. Heute, einen Monat später, wird Rivera erstmals als Gegner in der Genfer Eishalle auflaufen.

Hühnerhaut nach Siegestor

«Sicher werden viele Emotionen im Spiel sein, schliesslich ist Servette mein Stammclub, und ich werde dort viele Freunde und Bekannte vorfinden. Aber ich habe Genf hinter mir gelassen. Was zählt, ist einzig der Match. Wir sind Leader, und diese Position wollen wir verteidigen. Nach der schwachen Leistung und nach Kloten ist ein Sieg für uns das Wichtigste.» Im Gespräch mit Rivera wird schnell klar, dass dies keine Floskeln sind. Es ist zu spüren, dass er sich bereits voll mit seinem neuen Verein identifiziert. «Meine Familie ist kürzlich nachgezogen. Die Kinder mögen das im Vergleich zu Genf ländliche Leben hier. Und ich habe tolle Kollegen und eine gute Stimmung in der Kabine vorgefunden. Das hat mir vieles erleichtert. Ich muss meinen Mitspielern und auch den Fans wirklich danken, wie cool sie mit der Vergangenheit umgegangen sind.» Er fühle sich in Freiburg inzwischen schon wie zu Hause. Und damit darüber keine Zweifel aufkommen, schob er nach, dass er seit seinem Transfer erst zweimal in Genf gewesen sei.

Beeindruckt habe ihn insbesondere die Begeisterung rund um Gottéron, sagt Rivera. «Ich erhalte viele Nachrichten, etwa über Twitter. Man spürt, dass Freiburg eine echte Hockeystadt ist. Die Leute lieben den Club und das Spiel. In Genf wird das Eishockey zwar ebenfalls geschätzt, es ist jedoch keine Hockeystadt.» Insbesondere die Ambiance im St. Leonhard hat es Rivera angetan. Am letzten Freitag, als Gottéron Meister Davos geschlagen hat, stand er beim siegbringenden 3:2 durch Sakari Salminen auf dem Eis. «Da habe ich Hühnerhaut bekommen. Das ist schon lange nicht mehr vorgekommen …»

McSorleys Order

Obwohl Rivera wegen einer Gehirnerschütterung kein reguläres Sommertraining bestreiten konnte, ging es für ihn bei Gottéron gleich in die Vollen. «Das Pech anderer mit Verletzungen war mein Glück. So hatte ich die Chance, gleich zu spielen.» Auch ohne eine normale Saisonvorbereitung sei er in Form gewesen. «Ich kam ja nicht mit 15 Kilogramm Übergewicht in Freiburg an. Was ich brauchte, war einfach Spielpraxis.» Mittlerweile hat sich das Lazarett bei den Freiburgern gelichtet, und speziell im vierten Block ist der Konkurrenzkampf eröffnet. «Solange wir gewinnen, ist es egal, wer spielt. Das breite Kader ist wichtig, da es sowieso wieder Ausfälle geben wird», sagt Rivera, der in seinem Spiel noch Steigerungspotenzial sieht. «Mein Ziel ist, im Januar, Februar meine Bestform zu erreichen.» Ihm ist bewusst, dass er die vorab auf der Flügelposition ausspielen muss, obwohl er lieber als Center spielt. «Auf dieser Position fühle ich mich wohler. Umso mehr, als das Spielsystem bei Gottéron ein anderes ist. In Genf war das Spiel als Flügel viel statischer. Hier wird viel mehr gelaufen, was für mich als mässiger Schlittschuhläufer nicht einfach ist. Aber ich habe ja auch schon als Flügel ein Tor erzielt. Und sowieso, ich spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt, auch als Verteidiger.»

 Heute gegen seinen Ex-Club werden in erster Linie die körperlichen Vorzüge Riveras gefragt sein. «McSorley gab uns gegen Gottéron immer die Order zuzuschlagen. Wir wussten, dass Freiburg das physische Spiel nicht mag. Aber McSorley weiss auch, dass sich das geändert hat. Spieler wie Neukom, Vauclair oder ich wissen auf Härte zu antworten.» Trainer Gerd Zenhäusern habe ihn im Vorfeld der Partie gegen Servette um seine Meinung zu einigen Aspekten befragt, erklärt Rivera. «Aber Genf hat sein System die letzten Jahre ja kaum verändert. Im Heimspiel (Red.: 4:2-Sieg) wussten wir auf das physische Spiel zu antworten. Jetzt ist die Saison aber bereits vorangeschritten, und alles läuft disziplinierter ab. Ich freue mich auf das Spiel.»

 

Der heutige Gegner

Die Fakten zu Genf-Servette

• Die Genfer haben das beste Powerplay der Liga. In Überzahl erzielen sie alle 4:30 Minuten ein Tor.

• Auch das Boxplay von Servette ist top. Nur Davos ist in dieser Statistik noch besser.

• Mit dem Schweden Johan Fransson und dem Ex-Freiburger Romain Loeffel führen zwei Verteidiger die interne Skorerliste an.

• Verletzt sind Almond, Lombardi, Vuckovic und Traber.

Vorschau: In Genf wartet heute ein Charaktertest auf Gottéron

A m Samstag verlor Gottéron in Kloten das dritte Auswärtsspiel in Serie. Heute in Genf (19.45 Uhr) soll die Negativserie gestoppt werden. «Wir müssen auswärts besser spielen», fordert Trainer Gerd Zenhäusern. «Es wird sicher ein schneller und physischer Match werden, dafür müssen wir mental bereit sein.» Dass es gegen Servette geht, kommt dem Walliser zupass. «Für körperbetonte Partien ist man meist besser vorbereitet. Wenn man nicht parat ist, um in den Kampf zu gehen, riskiert man Verletzungen.» Das Derby gegen Genf sorge dafür, dass seine Spieler konzentrierter als noch in Kloten ans Werk gehen würden. «Sie mögen diese Art von Herausforderung. Das Spiel kommt einem Charaktertest gleich.» Noch nie hat Gottéron in dieser Saison zwei Partien in Folge verloren. «Auch diesmal erwarte ich deshalb eine Reaktion.»

Gegen das im Powerplay starke Servette gelte es, unnötige Strafen zu vermeiden, sagt der Trainer. «Die Genfer haben jeweils eine sehr grosse Präsenz vor dem Tor. Sie warten nicht lange, sondern üben sehr schnell viel Druck aus.»

Die Freiburger werden heute Abend mit einem unveränderten Kader im Vergleich zum Spiel in Kloten nach Genf reisen. Verletzt sind nach wie vor Verteidiger Marc Abplanalp sowie Stürmer Michael Loichat, der aufgrund einer langwierigen Gehirnerschütterung noch immer ausserstande ist mitzutrainieren. Hingegen rückt ein Comeback von Angreifer Pierrick Pivron näher, der nach seiner Schulterverletzung wieder voll mittrainieren kann. Seine Rückkehr würde den aktuellen Konkurrenzkampf im Sturm weiter anfachen. fs

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