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Freiburg kommt mit blauem Auge davon

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Im Jahr 2019 werden die Krankenversicherungsprämien im Kanton Freiburg voraussichtlich um durchschnittlich 0,5 Prozent ansteigen. Der Anstieg fällt bedeutend geringer aus als in den anderen Kantonen der Romandie, wo die Prämien um 1,4 bis 3,6 Prozent ansteigen. Das teilte die Gesundheitsdirektion gestern in einem Communiqué mit.

Gesamtschweizerisch gesehen kommt es in 20 Kantonen zu einem stärkeren Prämienanstieg als in Freiburg. Weil der Bund das System der Berechnung des Prämienanstiegs verändert hat, ist in diesem Jahr allerdings kein Vergleich mit den Prämien der Vorjahre möglich (siehe Kasten).

Erhebliche Unterschiede

Bei den einzelnen Versichertenkategorien ist bei den mittleren Prämien für junge Erwachsene ein Rückgang um 17,1 Prozent auf 257.10 Franken feststellbar. Bei den Erwachsenen und den Kindern steigen die mittleren Prämien um zwei Prozent auf 351.20 Franken beziehungsweise um 2,3 Prozent auf 93.80 Franken.

Bei den Erwachsenen beträgt die höchste Prämie im Kanton 805 Franken, die tiefste 448.80 Franken – berechnet jeweils mit einer Franchise von 300 Franken und einer Unfalldeckung in der Region 1. Bei den jungen Erwachsenen sind es 603.80 Franken beziehungsweise 300.60 Franken.

Angesichts der erheblichen Prämienunterschiede empfiehlt die Gesundheitsdirektion allen Versicherten, die Prämien der verschiedenen Krankenversicherer miteinander zu vergleichen und die eigene Situation genau zu analysieren. Denn auch in diesem Jahr besteht die Möglichkeit, bis zum 30. November einen Krankenkassenwechsel vorzunehmen.

Darüber hinaus weist die Gesundheitsdirektion darauf hin, dass über ein Viertel der Freiburger Bevölkerung von einer Prämienverbilligung profitiert. Im Voranschlag 2019 sind dafür 167 Millionen Franken vorgesehen.

«Unter dem Schweizer Mittel»

«Ich bin sehr zufrieden darüber, dass die Prämienerhöhung in unserem Kanton so moderat ausgefallen ist», sagte Gesundheitsdirektorin Anne-­Claude Demierre (SP) auf Anfrage. «Zudem freut mich besonders, dass die Prämien bei den jungen Erwachsenen sogar sinken.» Dadurch steige deren Kaufkraft. Und auch die Eltern dieser 19- bis 25-jährigen Bevölkerungsgruppe würden profitieren, da es oft sie seien, welche für ihre Kinder die Prämien bezahlen würden.

Den Grund dafür, wieso der Prämienanstieg im Kanton Freiburg tiefer als anderswo ist, lokalisiert Demierre bei der Vorausberechnung der Entwicklung der Gesundheitskosten durch den Bund. «Der Kanton Freiburg wird da im Jahr 2019 unter dem Schweizer Mittel liegen», so die Gesundheitsdirektorin. Der Kanton werde sich darüber hinaus auch in Zukunft für eine Eindämmung des Anstiegs der Gesundheitskosten einsetzen – insbeson­dere über seine Spitalplanung sowie über seine Politik der Gesundheitsförderung und -prävention.

Zum Systemwechsel bei der Berechnung des Gesundheitskostenwachstums konnte Demierre nicht viel sagen. «Wir haben davon erst am vergangenen Freitag erfahren», sagte sie. «Die entsprechenden Zahlen wurden uns am Sonntag zugestellt.» Die Zeit seither sei zu kurz, um das im Detail zu analysieren. Es liege aber tatsächlich – wie vom Bundesamt für Gesundheit mitgeteilt – auf der Hand, dass das alte Modell mit 300 Franken und Unfalldeckung heute nicht mehr repräsentativ sei.

Weiterhin zwei Regionen

Bei den Prämienregionen gebe es im Kanton Freiburg keine Veränderungen. Es gebe weiterhin zwei Regionen, und die entsprechende Aufteilung der Gemeinden bleibe unverändert. Vom Wachstum beziehungsweise der Senkung der Prämien seien beide Prämienregionen gleichermassen betroffen.

Auf nationaler Ebene

Mittlere Prämie steigt 2019 um 1,2 Prozent

Der Bund ändert das Modell zur Berechnung des Gesundheitskostenwachstums. Die neue mittlere Prämie für alle Versicherten steigt 2019 um durchschnittlich 1,2 Prozent. Sie ersetzt die bisher angewendete Standardprämie, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt. Die mittlere Prämie entspricht der durchschnittlichen Prämienbelastung pro Person und reflektiert gemäss der Mitteilung die effektiv bezahlten Prämien besser als die bisher berücksichtigte Standardprämie. Diese galt nur für Erwachsene mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung. Diese Prämie wird jedoch heute nur noch von knapp jedem fünften Erwachsenen gewählt und ist nicht mehr repräsentativ. Die Prämien 2019 und 2018 lassen sich also nur bedingt vergleichen. Die Erhöhung der mittleren Prämie für 2019 um 1,2 Prozent liegt allerdings deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Seit 2008 stieg sie jährlich um 3,5 Prozent, seit Inkrafttreten der obligatorischen Krankenversicherung im Jahr 1996 sogar um durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr. Die Standardprämie für Erwachsene ab 26 Jahren gemäss alter Berechnungsbasis kostet neu 478 Franken (2018: 465 Franken). Das ergibt eine Steigerung der Prämien nach altem Modell von 13 Franken oder 2,7 Prozent. Die Anpassung der mittleren Prämie variiert 2019 je nach Kanton zwischen minus 1,5 und plus 3,6 Prozent. Für die jungen Erwachsenen zwischen 19 und 26 Jahren sinkt die Prämie deutlich. Das eidgenössische Parlament hatte 2017 beschlossen, die Familien zu entlasten und deshalb den Risikoausgleich für junge Erwachsene ab 2019 um 50 Prozent zu senken. Damit wird diese Alterskategorie um monatlich rund 100 Franken entlastet. Die mittlere Prämie sinkt um 15,6 Prozent und kommt noch auf 274 Franken zu liegen. Die mittlere Prämie über alle Altersklassen liegt 2019 bei 315 Franken.

«Längst fälliger Schritt»

In sechs Kantonen – Freiburg, Glarus, Uri, Zug und die beiden Appenzell – müssen die Versicherten durchschnittlich ein halbes Prozent mehr Prämie bezahlen. In vier Kantonen – Jura, Neuenburg, Tessin und Wallis – schlagen diese Kosten mit einem Plus von über zwei Prozent zu Buche. Im Gros der Kantone liegt der Aufschlag zwischen 0,5 und 2 Prozent, wie das BAG mitteilt.

Laut dem Comparis-Krankenkassen-Experten Felix Schneuwly aus Wünnewil-Flamatt ist der Übergang von der Berechnung der Prämienerhöhung der Standardprämie zur mittleren Prämie ein längst fälliger Schritt, wie Comparis in einem Communiqué mitteilt. Die tiefe Prämienerhöhung widerspiegle allerdings nicht den effektiven Anstieg der Gesundheitskosten.

jcg/sda

 

 

 

Info-Veranstaltungen

Wo sich Versicherte informieren können

Auch dieses Jahr schaltet der Kanton Informationen im Internet auf, damit die Versicherten ihre Situation analysieren können. Zudem können Unterlagen telefonisch bestellt werden. Schliesslich finden mehrere Info-Veranstaltungen zum Thema in der Stadt Freiburg statt: am 6. November, von 9 bis 11 Uhr beim Westschweizer Konsumentenverband an der St.-Peter-Gasse 2 sowie am 7. und 10. November, jeweils von 9 bis 13 Uhr, bei «Freiburg für alle» an der Cribletgasse 13.

jcg

 

Tel. 026 305 29 38, www.fr.ch/de/gsd, www.fr.ch/de/gesa

 

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