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«Freiburg sollte Sorge tragen zum Seebezirk»

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«Freiburg sollte Sorge tragen zum Seebezirk»

Der Murtner Arzt Peter Tettü zu seinem sofortigen Rücktritt aus dem politischen Leben

Der sofortige Rücktritt des Arztes Peter Tettü (SVP) von allen politischen Ämtern und Kommissionen hat verschiedene Gründe. Leicht gefallen ist ihm der Entscheid nicht.

Von CORINNE AEBERHARD

Rücktrittsgedanken hatte Peter Tettü schon mehrmals. Bereits nach der ersten Legislaturperiode habe er sich überlegt, ob er zur Wiederwahl als Grossrat antreten soll. Da aber bereits Parteikollegin Elisabeth Leu zurücktrat, stellte er sich nochmals zur Verfügung.

Nur kurze Zeit nach seiner Wiederwahl konnte ihn Grossratskollege Heinrich Heiter von einem Rücktritt abhalten. Den definitiven Entscheid hat er nun allein gefällt – ohne Rücksprache mit der Partei -, nach einer schlaflosen Nacht, erzählt er.

Tettü wird alle seine politischen Ämter niederlegen. Die Staatskanzlei hat seinen Rücktritt aus dem Grossen Rat offiziell bekannt gegeben, der Rücktritt aus dem Generalrat Murten wird nächstens folgen.

Leicht gefallen sei ihm dieser Schritt nicht, gibt Tettü zu. Mehrere Gründe hätten dazu geführt, darunter auch private, die er nicht näher erläutern mochte.

Politisches Interesse ungebrochen

Mit dem Rücktritt werde er nicht automatisch apolitisch, erklärt der Murtner Arzt. Aus der Distanz wolle er nach wie vor das politische Geschehen verfolgen. Gewisse Ermüdungserscheinungen streitet er aber nicht ab – dies auch im Zusammenhang mit der Spitalplanung, bei welcher er eine aktive Rolle spielte und auch Kritik – unter anderem von der Ärzteschaft – einstecken musste. Dies habe ihn bitter gestimmt, sagt er.

«Ich bin immer zum Spital Merlach gestanden und ich stehe nach wie vor dazu», erklärt Tettü. «Ich schicke Patienten dorthin, pflege ein gutes Einvernehmen mit den Angestellten. Aus meiner politischen Tätigkeit heraus kam ich aber zur Überzeugung, dass die Tage des Spitals wohl gezählt sind und es jetzt endlich zu einem Entscheid kommen muss.»

Man müsse die Situation global ansehen. Es gehe darum, ein Gesundheitswesen zu bilden, das für alle die besten Voraussetzungen bietet. Um Spitzenleistungen zu erbringen, brauche es Kompetenzzentren und dafür müsse man die Mittel konzentrieren. Nicht jeder Kanton könne über solche Einrichtungen verfügen. Eine interkantonale Zusammenarbeit sei nötig und im Interesse der Bevölkerung. Leider aber seien Kantonsgrenzen «schlimmer als Landesgrenzen» und nur schwer zu überwinden.

Begeistert war Tettü vom Projekt «Neue Horizonte» (Zusammenarbeit mit dem Berner Spitalverbund), aber innerhalb der ständigen Gesundheitskommission habe dieses keine Chance gehabt. Seiner Meinung nach wäre diese Lösung optimal gewesen, hätte aber zur Folge gehabt, dass Merlach und Tafers geschlossen worden wären, ist er überzeugt.

Petition nicht unterschrieben

Die Petition für die Erhaltung des Akutspitals Merlach, die vor allem von seinem Parteikollegen Werner Zürcher forciert wurde, hat er nicht unterschrieben. «Es ist schön und lustig, Unterschriften zu sammeln», so Tettü, in der Petition sei aber nirgends festgehalten, wie das Spital weiterhin finanziert werden könnte und in welcher Form es betrieben würde, kritisiert er die Forderung.

Zwischen ihm und der Partei bestünden aber keine Animositäten, stellt er klar. Er bleibe nach wie vor SVPler, sagt Peter Tettü von sich, sei aber nicht mehr aktiv in der Politik tätig.

Dass er in die SVP eintrat, hat ebenfalls mit dem Spital zu tun. Zu diesem Zeitpunkt sei das jene Partei gewesen, die sich zugunsten des Spitals einsetzte. Damit habe er sich voll und ganz identifizieren und Farbe bekennen können.

Er sei auch von anderen Parteien angefragt worden. In die FDP wollte er nicht, da habe «ein gewisser Filz» geherrscht, was ihm nicht behagt hätte, und in die SP habe er «wegen weltanschaulichen Gründen» nicht gepasst.

Das, was er während der sieben Jahre im Grossen Rat bewirken konnte, möchte er nicht überbewerten, zieht Tettü Bilanz. Gerade als Mitglied der SVP habe man es immer noch relativ schwer, sich Gehör zu verschaffen und ernst genommen zu werden.

Er habe jedoch immer versucht, sich gut auf die Geschäfte vorzubereiten, die Dossiers zu studieren. Dies habe viel Zeit gekostet. Oft hätte er sich gewünscht, sich noch mehr einbringen zu können. Als selbstständig Erwerbender und als Milizparlamentarier mit Familie sei dies nicht einfach. Das habe ihn manchmal frustriert.

«Politik ist ein Verlustgeschäft», sagt Tettü. Während den Sessionen habe er «den Laden zugemacht», und die Entschädigung, die man als Grossrat erhalte, sei bescheiden. Das sei sicher auch ein Grund, warum es zunehmend schwierig werde, Selbstständige für die Politik zu finden.

Neben der Gesundheitspolitik hat sich Tettü vor allem im Hochschulwesen engagiert, und auch Finanzfragen haben ihn interessiert.

Tettü, der sich im Grossen Rat oft zu Wort meldete, hat darauf verzichtet, unzählige Postulate und Motionen einzureichen. Gerade auch die vielen schriftlichen Anfragen, die von den Parlamentariern eingingen, würden die Verwaltung und die Regierung belasten und hohe Kosten verursachen, kritisiert er. Das sei nicht sein Stil gewesen. Forderungen stellen sei einfach, aber man müsse sich auch überlegen, wie man diese finanzieren kann.

Was den Seebezirk anbelangt, findet er aber, dass «wir das Recht haben, gewisse Forderungen zu stellen. Wir sind eine prosperierende Gegend». Der Steuerbeitrag an den Staatshaushalt sei nicht unbedeutend. «Freiburg sollte Sorge tragen zum Seebezirk.»

Tettü glaubt, dass der Seebezirk mehr Gewicht hätte, wenn er in der Regierung vertreten wäre. In erster Linie müsse ein Staatsrat aber zuerst die Kantonsinteressen vertreten und für pragmatische Lösungen einstehen.

Mit den amtierenden Staatsräten geht Tettü hart ins Gericht: «Ich halte sie nicht für eine starke Regierung.» Zudem stört ihn, dass Ruth Lüthi und Urs Schwaller fast nur französisch sprechen. Auf der anderen Seite gebe es Regierungsmitglieder, die kein Wort Deutsch sprechen. In einer solchen Position müsste man das erwarten können, findet er.

Auf zu neuen Höhenflügen

«Ich war nicht ungern Grossrat», hält Tettü fest. Er habe aber sein Leben nicht darauf ausgerichtet gehabt, eine politische Karriere zu machen. Gefehlt habe ihm manchmal, dass kaum direkte Rückmeldungen aus der Bevölkerung kamen. Vielleicht seien die Hemmschwellen zu hoch gewesen, ihn beispielsweise in seiner Praxis darauf anzusprechen.

Eine gewisse Erleichterung sei der Rücktritt aber schon. Endlich könne er wieder das lesen, was er möchte, da er nicht mehr Stösse von Unterlagen studieren müsse. Allenfalls wird er bald zu anderen Höhenflügen ansetzen: Peter Tettü möchte gerne den Flugschein machen.

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