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Freiburg stellt sich auf Einsprachen ein

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«Wir werden im Budget 2019 eine zusätzliche Juristenstelle beantragen.» Mit dieser Bemerkung reagierte Baudirektorin Andrea Burgener (SP) an der ersten Informationsveranstaltung zum neuen Ortsplan auf eine Intervention aus dem Publikum. Ein Anwohner der geplanten Überbauung Les Hauts de Schiffenen West im Schönbergquartier drohte an, die Einsprachen gegen das Bauprojekt aufrechtzuerhalten, solange die Stadt nicht mit Sicherheit sagen könne, dass eine Passerelle zwischen Les Hauts de Schiffenen und den Neiglen gebaut werden könne. «Das ist Ihr gutes Recht», antwortete darauf Burgener, «derweil machen wir unsere Arbeit.»

Fragen und Anmerkungen waren am Mittwochabend im Quartierzentrum Schönberg erwünscht. Denn nur wer informiert und den Dialog sucht, nimmt die Menschen mit und verhindert Opposition. Das ist denn auch das Ziel der verschiedenen Informationsveranstaltungen, die der Freiburger Gemeinderat zum neuen Ortsplan durchführt, der am 17. November öffentlich aufgelegt wird (siehe auch FN vom 3. November). Zwar ist Raumplanung allein Sache der Exe­kutive, die Einwohnerinnen und Einwohner können gegen den Richtplan, also den strategischen Teil des Ortsplans, nichts unternehmen.

Bis 2021 bereinigen

Hingegen haben sie die Möglichkeit, gegen das Baureglement und die Nutzungspläne – also die konkrete Ausgestaltung des Ortsplans – Einsprache zu erheben. Überall da, wo beispielsweise gegen die Geschossflächenziffer oder gegen die Höchstgrenzen in Bezug auf die Zahl der Parkplätze opponiert wird, tritt der Ortsplan vorerst nicht in Kraft. «Wir hoffen, dass wir alle Einsprachen noch in dieser Legislatur regeln können, so dass der Ortsplan als Ganzes dann in Kraft treten kann», sagte Burgener. Rund 60 Personen hörten sich sodann an, wie die Stadt der Zukunft aussehen wird.

Antoine Bussard vom Mobilitätsamt wies auf den Paradigmenwechsel in Bezug auf die Anzahl Parkplätze hin, die bei einem Neubauprojekt im Rahmen des Detailbebauungsplans festgelegt werden. «Wir setzen nicht mehr ein Minimum von Parkplätzen fest, sondern ein Maximum, indem wir die bestehende Verkehrsinfrastruktur am Standort des Neubaus anschauen.» Das sei eine Premiere im Kanton. «Neu hat ein Bauherr auch die Möglichkeit, gar keine Parkplätze zur Verfügung zu stellen.»

Stadtplanerin Delphine Galliard erklärte, dass der neue Ortsplan eine grössere Bautätigkeit zulasse: «Die Baumasse kann durch verdichtetes Bauen um einen Drittel erhöht werden.»

Und Dominique Riedo vom Bauamt erläuterte den Energierichtplan. Mit mehr erneuerbarer Energie, zum Beispiel durch die Nutzung der Abwärme der Kläranlage Neiglen, will die Stadt die Energiewende einleiten und die Anforderungen der Energiestrategie 2050 des Bundes erfüllen. Null-CO2-Emissionen bis 2050, wie das der Weltklimarat kürzlich postulierte, sieht Riedo allerdings als unrealistisch an: «Dann müssten wir anfangen zu verbieten.» Verschiedene Reaktionen aus dem Publikum zeigten aber, dass weitergehende Massnahmen erwünscht sind. So fragte jemand: «Warum überlegt sich die Stadt nicht, alternative Energien zu subventionieren?» Über weitere Massnahmen denke der Gemeinderat nach, versprach Burgener: «Aber sie sind noch nicht spruchreif.»

«Wir hoffen, dass der Ortsplan noch in dieser ­Legislatur als Ganzes in Kraft ­treten kann.»

Andrea Burgener

Freiburger Gemeinderätin

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