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«Freiburg» wieder auf der Verliererliste ?

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«Freiburg» wieder auf der Verliererliste ?

Mehr als zwölf Jahre lang wurde mit Enthusiasmus und Engagement geplant, verhandelt, Verträge aufgesetzt und unterschrieben, wurden Finanzpläne entwickelt, wurde Geld gesammelt, Millionen, wurde renoviert und restauriert, wurden alte Maschinen und Geräte entrostet und neu zusammengesetzt. Dann war es soweit: Ende November 2000, nicht zu früh, nicht zu spät, 600 Jahre nach der Geburt von Johannes Gensfleisch zum Gutenberg, konnte in Freiburg das Gutenbergmuseum eingeweiht und eröffnet werden.

Freiburg zählte nun in seinem Burgquartier, am Liebfrauenplatz 14 und 16, über zwei eindrückliche Zeugen spätmittelalterlicher Baukunst, die in den vergangenen Jahren zerfallen waren und nun zu neuem Leben erweckt wurden. Denn in seinen Räumen nahmen beredte Zeugen drucktechnischer Entwicklung Platz. Die Exponate sind einmalig und befinden sich nur in Freiburg in einer solchen Reichhaltigkeit, in diesem eindrücklichen, historischen Rahmen und in einer solch gekonnten museographischen Präsentation. Eine wertvolle Bibliothek mit unmessbaren Schätzen vervollständigt dieses Konzept.

Es ist denn auch nicht verwunderlich, dass das Museum grossen Anklang fand und die Besucher begeisternde Urteile im Gästebuch eintrugen. Alle Sprachen und Nationen sind vertreten.

Einnahmen aus den Eintritten – die Expo.02 riss zudem ein Loch in die Besucherstatistik – und andere, zusätzliche Finanzressourcen vermochten die Betriebsrechnung nicht auszugleichen. Die roten Zahlen wurden beängstigend. Zu Beginn des Jahres 2003 musste das Museum geschlossen und das Personal entlassen werden. Erst Ende September zeigte sich Licht am Horizont. Es sollte möglich werden, das Museum an den Schutzfonds, ein von der grafischen Industrie und den Zeitungsverlegern gemeinsam finanzierter Hilfsfonds, wo sich in all den Jahren Millionen Franken angesammelt haben, zu einem günstigen Preis von 2,3 Millionen zu verkaufen.

Die Stiftung Gutenbergmuseum würde Mieterin werden, zu einem jährlichen Mietpreis von 40 000 Franken. Staat und Stadt Freiburg unterstützten dieses Konzept. Die Verträge lagen zur Unterschrift bereit. Und das wohl Wichtigste: Nach dieser Sanierung versprach das Betriebsbudget ausgeglichene Zahlen. Da sauste das Fallbeil der Verleger nieder: juristische Bedenken wurden in den Vordergrund geschoben, die Rettung musste abgebrochen werden. Was nachher erfolgen musste, ist bekannt. Der Stiftungsrat des Gutenbergmuseums konnte nur noch den Konkurs anmelden.

Nun steht nicht nur der Stiftungsrat vor einem Scherbenhaufen, auch die grafische Industrie und die Zeitungsverleger, welche den Stein losgetreten haben. Auch die verantwortlichen Kulturträger des Kantons und der Gemeinde sind gefordert.

Gibt es Lösungen? Ich glaube, ja. Aus gesicherter Quelle weiss man, dass das letzte Wort auf Seiten des Schutzfonds noch nicht gesprochen ist. (Auch Verleger können sich vom Saulus zum Paulus bekehren.) Notwendig ist jedoch, dass «Freiburg», und da meine ich, kantonale Kultusdirektion, Stadt Freiburg und Stiftungsrat, gemeinsam das Gespräch mit Viscom, Schweizerpresse und Schutzfonds suchen, um noch den Rettungsanker zu erhaschen. Sollte dieser Weg nicht zum Ziele führen, so müsste diese «Dreiermannschaft» weiterhin den wohl etwas beschwerlichen Rettungsweg begehen und sich bereits auf den Fall der konkursamtlichen Steigerung einstellen, um aus der Konkursmasse das Beste herauszuholen oder um das Schlimmste zu vermeiden: die Verschleuderung der Exponate und der kostbaren Bestände der Bibliothek. Oder soll «Freiburg» wieder auf der Verliererliste stehen und den «Kreuzweg» verlorener Gelegenheiten um einen «Gedenkstein» erweitern?
Hugo Baeriswyl, ehemaliger Präsident Stiftungsrat Gutenbergmuseum

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