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Freiburg will seine Patienten zurück

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77,5  Millionen Franken: Auf diesen Betrag belaufen sich die Kosten, die der Kanton Freiburg im letzten Jahr für ausserkantonale Spitalaufenthalte seiner Bevölkerung bezahlen musste. Zu­sammen mit den Leistungen der Krankenkassen ergibt sich eine Gesamtsumme von fast 150  Millionen Franken.

Der Kantonsanteil hat in den letzten Jahren eine sprunghafte Entwicklung gemacht: 2011 betrug er noch 20  Millionen Franken, jetzt ist es fast das Vierfache. Machten 2011 die ausserkantonalen Aufenthalte noch rund 21,5  Prozent aller Hospitalisierungen aus, so waren es zuletzt 26,7  Prozent.

Zwei Studien erstellt

Diese Zahlen hat die kantonale Direktion für Gesundheit und Soziales gestern vorgestellt. Sie stützt sich auf zwei neu erstellte Studien: eine des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums und eine des Instituts MIS Trend.

«Rund 15  Prozent der Freiburger Bevölkerung wird einmal im Jahr in einem Spital behandelt», sagte Staatsrätin Anne-Claude Demierre (SP). «Das ist weniger als im nationalen Durchschnitt, weil Freiburg eine junge Bevölkerung hat.» Hingegen liege Freiburg mit seinem Anteil an ausserkantonalen Hospitalisierungen über dem nationalen Durchschnitt.

«Geld im Kanton ausgeben»

2012 trat eine wichtige Änderung in Kraft, als die neue Spitalfinanzierung ausserkantonale Spitalaufenthalte über die Grundversicherung ermöglichte. Doch nun zeigt die vorgestellte Erhebung, dass bereits vorher rund ein Fünftel der Freiburger Bevölkerung sich in Nachbarkantonen behandeln liess.

«Es wird immer Leute geben», die sich für einen Spitalaufenthalt ausserhalb des Kantons entscheiden», so die Staatsrätin. «Es ist jedoch wichtig, dass diese Zahl abnimmt. Ich hätte viel lieber, wenn das Geld unserer Steuerzahler innerhalb des Kantons ausgegeben würde.» Demierre erinnerte daran, dass allein das Freiburger Spital HFR 3360  Mitarbeitende beschäftige, dass das Gesundheitswesen wichtig für die Freiburger Wirtschaft sei und dass 10  Prozent pro Fallpauschale für Investitionen vorgesehen seien. Wenn sich also Freiburger Patienten ausserhalb des Kantons behandeln liessen, fliesse Geld für Investitionen in andere Kantone.

Die Sprache als Faktor

Die Studien bestätigen die Vermutung, dass die Abwanderung in externe Spitäler vor allem aus jenen Bezirken gross ist, welche an Nachbarkantone grenzen. Im Vivisbachbezirk beträgt der Wert 44,5  Prozent, im Sensebezirk 47,3  Prozent, im Seebezirk gar 58  Prozent.

In der Umfrage des Instituts MIS Trend zeigt sich, dass für die Deutschfreiburger die Sprache ein bestimmender Faktor ist, ein Spital ausserhalb des Kantons aufzusuchen. 20  Prozent der deutschsprachigen Patienten gaben dies als Hauptgrund an, weitere 59  Prozent als mitentscheidenden Grund.

Die Umfrage brachte weiter zutage, dass sich die meisten Patienten auf ärztliche Empfehlung für einen ausserkantonalen Spitalaufenthalt entscheiden oder dass sie sich von einem bestimmten Arzt behandeln lassen wollen. Dies ist im französischsprachigen Kantonsteil ausgeprägter als in Deutschfreiburg. Von untergeordneter Bedeutung ist der Ruf eines Spitals oder dessen Nähe zum Arbeitsplatz.

«Potenzial bei 16 Prozent»

Die Studien haben auch aufgezeigt, welche Art von Behandlung in ausserkantonalen Spitälern in Anspruch genommen wird. Am häufigsten ist es die Chirurgie, gefolgt von der Orthopädie, der Inneren Medizin und den Notfalldiensten.

«In den allermeisten Fällen sind es Leistungen, die auch das Freiburger Spitalnetz anbietet», betonte Staatsrätin Demierre. Dessen seien sich aber nur 30  Prozent der Patienten bewusst.

Hier sieht Demierre denn auch den Ansatzpunkt, um die Patienten nach Freiburg zurückzugewinnen. Die Umfrage deckte nämlich auch auf, dass einige Patienten gewillt wären, in Kenntnis des Angebots bei einer nächsten Behandlung ein Freiburger Spital zu wählen. «Unser Potenzial liegt da bei 16  Prozent», so Demierre.

Information und Netzwerke

Wie sie betonte, gehe es nun vor allem um eine bessere Informationsverbreitung über das Angebot und um bessere Zusammenarbeit und Vernetzung in Gesundheitskreisen. Eine Taskforce soll die Wege dazu aufzeigen. Demierre sagte, sie sei am Donnerstag bei der Ärztegesellschaft gewesen und dort auf offene Ohren gestossen.

Einen Silberstreifen am Horizont gibt es bereits: Die bisher eingegangenen Rechnungen aus ausserkantonalen Spitälern sind 2017 etwas günstiger ausgefallen. Entsprechend hat der Kanton für 2018 einen geringeren Betrag ins Budget aufgenommen.

Zahlen und Fakten

Bern und Waadt sind beliebt

Für die Analyse des Umfangs und der Gründe der ausserkantonalen Spitalaufenthalte stützte sich der Kanton zum einen auf Zahlen des Bundesamts für Statistik, zum anderen auf eine Umfrage bei Patienten, die sich ausserhalb des Kantons behandeln liessen. 4900 Fragebogen wurden verschickt, 37 Prozent davon kamen ausgefüllt zurück. Die Rücklaufquote war in Deutschfreiburg mit 25 Prozent deutlich schwächer. Über 91 Prozent der ausserkantonalen Hospitalisierungen entfallen auf die Kantone Bern (66,5 Prozent) und Waadt (24,7 Prozent). 36,1 Prozent betrafen die Universitätsspitäler Insel und Chuv, 45,2 Prozent die grossen Spitäler mit Zentrumsfunktion. Knapp 90 Prozent fallen auf den Akutbereich, und zwei Drittel aller Behandlungen sind angemeldet und geplant.

uh

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