Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Freiburger Bildungshaus der Jesuiten ist kein New-Age-Zentrum

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Bildungshaus der Jesuiten «Notre Dame de la Route» in Villars-sur-Glâne bietet nach wie vor Kurse in christlichem Geist an, dies halten die Verantwortlichen fest. Weil die Räume seit der Renovation der Gebäude nach der fernöstlichen «Feng Shui»-Lehre eingerichtet und die religiösen Symbole verschwunden sind, waren Fragen nach der spirituellen Ausrichtung des Hauses laut geworden. «Wir haben uns keineswegs vom katholischen Glauben entfernt, auch wenn dies zum Teil anders wahrgenommen wurde», versichert der Jesuit Jean-Blaise Fellay, zuständig für das Bildungsprogramm der Jesuiten im Haus, während er zwischen den Steinen des Labyrinths hindurchgeht. In einem grossen Kreis führt dieses durch den Garten von «Notre-Dame de la Route».

Die Aussicht vom Hügel in der Nähe von Freiburg ist grandios. Hier steht das Gebäude seit bald 60 Jahren. Das sonnige Wetter erlaubt einen Blick in die Voralpen, und in der Ferne erblickt man gar den Mont Blanc. Weiter unterhalb der weissen, länglichen Gebäude liegen der Obst- und der Gemüsegarten. Zusammen mit dem Labyrinth vermitteln sie den Eindruck tiefer Ruhe.

Tatsächlich trifft man auf den Wegen und in den Gängen nur wenige Gäste an. Fellay bedauert dies: «Es ist schade, dass dieser Ort mit seiner speziellen Ausstrahlung so wenig Menschen anzieht.» Dies umso mehr, als die Gebäude vor kurzem renoviert worden sind. Sie wirken nun schlicht und warm zugleich, was den Jesuiten freut.

Einrichtung nach «Feng Shui»

Die Gästezimmer wurden nach den Richtlinien des Feng Shui eingerichtet, einer uralten chinesischen Lehre, welche die Energien in Lebensräumen harmonisieren will. Diese Ausrichtung geschah auf Wunsch des «Centre d’intégration socio-professionelle» (CIS) in Freiburg, einer Einrichtung zur beruflichen Wiedereingliederung behinderter Menschen. Das CIS betreibt das Bildungshaus seit Ende 2016.

Fellay begrüsst diese Inspiration durch fernöstliche Religionen als einen weiteren Weg, um «innere Ruhe» zu finden. Er bedauert jedoch, dass dieser Zugang nicht besser ausgeschöpft wird. Das CIS müsste mehr Veranstaltungen anbieten und den Ort selbst besser zur Geltung bringen als Zentrum der Besinnung, der Bildung und der Reflexion geistlicher Themen. Nach der Renovation sei jedoch ein Prospekt verschickt worden, der zwar das «Feng Shui»-Konzept hervorhob, das Programm der Jesuiten jedoch nicht erwähnte.

Exerzitien als Kerngeschäft

Denn parallel zu den Dienstleistungen des CIS bieten die Jesuiten weiterhin Exerzitien, Tagungen und Meditationswochen an. «Der Prospekt war für unsere katholische Stammkundschaft missverständlich», so Fellay. Manche hätten geglaubt, das Angebot der Jesuiten sei ausgelagert worden und das Haus sei ein Zentrum für esoterische Bewegungen geworden. «Auch wenn wir andere Methoden nicht ausschliessen, bleiben die ignatianischen Exerzitien mit ihrem biblischen Fundament und ihrer kirchlichen Ausrichtung unser Kerngeschäft.»

So bietet das Programm 2017/18 nebst den Exerzitien auch Bibelkurse sowie Seminare in Kirchengeschichte an, eine christlich orientierte psychologische Weiterbildung, Kunstmeditationen anhand christlicher Motive und eine Einführung in die Meditation gemäss der «Via integralis», die christliche Mystik mit der Praxis des Zen verbindet.

Der Jesuit glaubt, dass das Ausbleiben der Gäste auf diese mangelhafte Kommunikation zurückzuführen ist. Dies habe wohl damit zu tun, dass das CIS mit dem Bereich der Religion nicht vertraut sei. Zwar teilten beide Organisationen das Ideal der Fürsorglichkeit, aber als staatliche Einrichtung habe das CIS eine klar laizistische Ausrichtung.

So seien etwa anlässlich der Renovation die religiösen Symbole am Gebäude entfernt worden. «Man spürt eine gewisse Angst vor dem Religiösen, einem Bereich, der heutzutage zu den grössten Tabus gehört. Gleichzeitig ist der spirituelle Hunger ein ernsthaftes Problem unserer Zeit.» Entsprechend würden Gäste, die wegen dieser religiösen Dimension kämen, den Ort in dieser Hinsicht manchmal als «arm» empfinden.

Auch die Preise seien nach der Renovation gestiegen. Dadurch seien die Übernachtungen vor allem für Ordensleute und junge Menschen nicht mehr so leicht erschwinglich. Das Ausbleiben der Gäste sei auch problematisch für das Budget der Jesuiten.

Gespräche zwischen dem CIS und den Jesuiten hätten diese Anliegen kürzlich aufs Tapet gebracht. Fellay ist mit deren Verlauf zufrieden. Der Walliser Priester ist optimistisch, dass das schöne Anwesen bald auch wieder mit intensivem geistlichem Leben gefüllt wird.

«Der Prospekt war für unsere katholische Stammkundschaft missverständlich.»

Jean-Blaise Fellay

Jesuit

«Es ist schade, dass dieser Ort mit seiner speziellen Ausstrahlung so wenig Menschen anzieht.»

Jean-Blaise Fellay

Jesuit

Mehr zum Thema