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Freiburger Gemeinde-Homepages unter der Lupe

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Studie

Wie wichtig sind die Webseiten der Gemeinden für die Schweizer Bürger?

Die Internetseiten der Gemeinden werden für die Bevölkerung immer wichtiger. Das zeigen die Zahlen im «eGovernment Monitor 2017». 41 Prozent der Schweizer starten ihre Suche nach Informationen und Dienstleistungen für Bürger auf der Webseite ihrer Gemeinde. Diese Zahl steigt seit einigen Jahren an, während der Anteil der Suchmaschinen zurückgeht. 44 Prozent starteten 2017 ihre Suche bei Google und Co, zwei Jahre zuvor waren es noch mehr als die Hälfte.

Was suchen die Schweizer auf diesen Webseiten?

Rund drei Viertel der Befragten rufen die Gemeindewebseiten auf, um sich über Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Freizeitangebote zu informieren. 52 Prozent nutzen die Webseiten, um ihre Behördengänge online abzuwickeln oder vorzubereiten. Nur acht Prozent melden defekte Strassenleuchten und Ähnliches über das Internet. 45 Prozent der befragten Schweizer kennen die Online-Dienstleistungen der Verwaltungen nicht. 38 Prozent beklagen die fehlende Struktur auf den Webseiten.

Welche Kriterien muss eine Behörde erfüllen, damit die Bürger sie als modern bewerten?

74 Prozent der befragten Schweizer bewerten eine Verwaltung als modern, wenn sie spätestens nach drei Tagen auf Anfragen reagiert. Für mehr als die Hälfte der Personen sind eine Online-Terminvergabe, eine Statusangabe zu ihren Anfragen und die vollständige Abwicklung von Dienstleistungen über das Internet wichtige Kriterien. Die Möglichkeit, online abzustimmen, bewerten 52 Prozent als modern. Für 25 Prozent der befragten Schweizer muss eine Behörde eine 24-Stunden-Hotline haben, damit sie als modern gilt.

Für den «eGovernment Monitor 2017» wurden je 1000 Personen in der Schweiz, Deutschland und Österreich online befragt. Die repräsentative Erhebung wird jährlich im Auftrag der deutschen «Initiative D21» durchgeführt. Diese bezeichnet sich selbst als gemeinnütziges Netzwerk für die digitale Gesellschaft.

Angebot

Anmerkung: Wir haben uns bei der Untersuchung auf die Deutschfreiburger Gemeinden aus unserem Einzugsgebiet beschränkt.

Zwar bietet die Stadt Freiburg die meisten Online-Dienstleistungen an, doch dürften viele Formulare nur selten von Interesse für den durchschnittlichen Bürger sein. Über die Webseite können beispielsweise Kanalisationspläne angefragt werden, oder Geschiedene können melden, wo ihre Kinder nun wohnen. Die Bewohner der Stadt dürften wahrscheinlich häufiger das Formular für die Parkiervi­gnetten nutzen oder sich auf der Warteliste für einen Krippenplatz eintragen. Zahlen zur Häufigkeit der Nutzung ihrer Online-Dienste konnte die Stadtverwaltung allerdings nicht liefern.

Ganz unten am Artikel finden Sie die tabellarische Auswertung für jede Gemeinde.

Die Gemeinde Tafers hat im Vergleich zu allen anderen Gemeinden im Sense- und Seebezirk das grösste Angebot an Online-Dienstleistungen. Zusätzlich bietet Tafers ein Meldeformular an, über das die Bürger ein Feedback an die Gemeinde schicken können. Der SMS-Erinnerungsdienst findet sich zudem nur bei dieser Gemeinde: Sie schickt allen angemeldeten Einwohnern per SMS Erinnerungen unter anderem zum Häckseldienst oder zu den Abstimmungen.

Die wenigsten Dienstleistungen bieten im Sensebezirk die Gemeinden Brünisried, Heitenried und Plasselb an. Gar keine Online-Angebote hat es bei zwei Gemeinden im Seebezirk: Galmiz und Gempenach. Es gebe bislang keine Nachfrage nach einem Online-Schalter, sagt Sylvia Hayoz, Gemeindeschreiberin von Galmiz. Brünisried gehört zu den Sensler Gemeinden mit den wenigsten Einwohnern. Das sei der Hauptgrund, so die Gemeindeschreiberin Carmen Weber, weshalb die Webseite eher schlicht gehalten und kein Ausbau geplant sei. «Wir haben die notwendigen Informationen und Reg­lemente für unsere Einwohner online aufgeschaltet. Viele melden sich per E-Mail bei uns, um gewisse Dienstleistungen anzufragen», sagt Weber.

Auffallend ist, dass viele Gemeinden gleich auf ihrer Startseite gut sichtbar auf einen Online-Schalter verweisen. In Heitenried, Brünisried, Merlach und Ried bei Kerzers verbergen sich dort jedoch nur Reglementstexte. Dienstleistungen, die zu einem Gemeindeschalter gehören, sucht der Bürger vergebens.

Nutzung

Online den Zu-, Weg- oder Umzug melden, einen Heimatausweis oder eine Wohnsitzbestätigung bestellen oder sich ein Leumundszeugnis ausstellen lassen: Die klassischen Schaltertätigkeiten einer Gemeindeverwaltung werden nicht nur am häufigsten auf den Webseiten angeboten. Diese Dienstleistungen werden von den Bürgern auch am häufigsten genutzt. Das bestätigen Tafers, Rechthalten und Düdingen gegenüber den FN. Die Online-Formulare auf der Webseite der Gemeinde werden pro Jahr rund 500 Mal genutzt, sagt Bruno Bandi, Stadtschreiber von Murten. «Am häufigsten werden Wohnsitzbestätigungen und Heimatausweise bestellt.»

Sehr beliebt ist auch die Online-Reservierung der SBB-Tageskarten, die einige Gemeinden vergeben. Dieser Dienst verzeichne am meisten Klicks, sagt Gabriel Schmutz, Gemeindeschreiber von Gurmels. «Es folgen die Dokumente der Einwohnerkontrolle und die Reservierung von Mieträumlichkeiten und Sporthallen.» In Tafers, Rechthalten, Brünisried, Heitenried, Giffers und Düdingen werden Tageskarten sogar täglich online reserviert. Alle Gemeinden im Sensebezirk ermöglichen ihren Bürgern, diese Dienstleistung online zu erledigen. Im Seebezirk haben viele Gemeinden den Verkauf von Tageskarten an Postfilialen übergeben.

Vor- und Nachteile

Düdingen, Rechthalten, Heitenried, Giffers, Tafers, Murten und Freiburg sehen Vorteile im Angebot von Gemeinde-Dienstleistungen über das Internet. «Einwohner und Unternehmen können jederzeit das Angebot der Gemeinden nutzen», teilt die Medienstelle der Kantonshauptstadt auf Anfrage mit. «Die Onlineformulare beschleunigen und erleichtern die administrativen Abläufe», sagt der Gemeindeschreiber von Murten, Bruno Bandi. Die Bürger würden bereits vorausgefüllte Formulare an den Gemeindeschalter mitbringen.

Gleichzeitig sieht Bandi auch eine Kehrseite: «Die Online-Dienstleistungen führen dazu, dass die wertvollen persönlichen Kontakte verloren gehen.» Die Mitarbeiter der Verwaltungen von Tafers, Ried bei Kerzers und Muntelier stimmen ihm zu. Auch sie bevorzugen das persönliche Aufeinandertreffen. «Bei einem Zuzug können wir über die Anmeldung hinaus mehr Informationen geben und auch spüren, wo noch Fragen bestehen. Das Zwischenmenschliche sollte bestehen bleiben», sagt der Gemeindeschreiber von Heitenried, Stefan Spicher. «Die Gemeinde Muntelier bevorzugt nach wie vor den persönlichen Kontakt am Schalter», ergänzt die Gemeindeverwalterin Natascha Sedonati auf Anfrage.

Zukunft

Auf Bundesebene stellt die Verwaltung bis 2019 ihre Aktenführung auf eine sogenannte elektronische Geschäftsführung um. Das Ziel ist, alle Informationen, die für die Bearbeitung und Nachvollziehbarkeit eines Geschäfts notwendig sind, standardisiert und elektronisch zu verwalten.

Auch die Gemeinde Murten plant für die nächsten Jahre die Einführung einer solchen Geschäftsverwaltung. Zukünftig könnte in der Verwaltung weniger mit Papier gearbeitet werden, sagt der Stadtschreiber Bruno Bandi. Zudem werde es möglich sein, externe Gruppen besser in die administrativen Abläufe zu integrieren. Die Stadt Freiburg kündigt auf Anfrage an, im kommenden Jahr eine Strategie für die Digitalisierung ihrer Verwaltung auszuarbeiten. Im zweiten Semester solle die Umsetzung des Projektes beginnen. Die Stadt erwartet durch die Digitalisierung einen Rückgang der Arbeits­belastung in der Verwaltung. Das ermögliche es, sich auf den Mehrwert von personalisierten Dienstleistungen zu konzentrieren.

Die Einführung von Online-Dienstleistungen stehen in Plasselb und Ried bei Kerzers nicht auf der Tagesordnung. «Die Installation eines virtuellen Schalters ist für uns als kleine Gemeinde eine grosse Kostenfrage», erklärt die Gemeindekassiererin von Plasselb, Jaqueline Aeby. «Mir ist nicht bekannt, dass in unserer Gemeinde eine Nachfrage nach einem solchen Angebot besteht», sagt Heinz Etter, Gemeindepräsident von Ried.

Giffers, Galmiz und Ried weisen gegenüber den FN auf die langen oder abendlichen Öffnungszeiten ihrer Gemeindeschalter hin. Deshalb spiele ein ständig erreichbarer Online-Schalter für sie nur eine sekundäre Rolle.

Pläne für die Zukunft haben die Gemeinden Tafers und Düdingen: Erstere möchte ihre Webseite nutzerfreundlicher gestalten und eine mobile Version anbieten, sagt der Gemeindeschreiber Helmut Corpataux. Düdingen interessiere sich insbesondere für die Entwicklungen im Bereich der Online-Abstimmungen, sagt die stellvertretende Gemeindeschreiberin Eliane Waeber.

Anmerkung zur Tabelle: Es wurden nur Dienstleistungen auf den Webseiten der Gemeinden berücksichtigt. Verlinkungen auf fremde Webseiten, z.B. vom Kanton, wurden nicht beachtet. Stand der Daten: 22. November 2017. 

 

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