Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Freiburger Kuh stirbt ein zweites Mal

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Aufregung war gross, als die Zeitung «La Liberté» Anfang 2008 über die Entdeckung von Freiburger Schwarzfleckvieh im fernen Südchile berichtete. Denn die Kuhrasse galt seit 1975 als ausgestorben. Gesichtet wurden die kleinen, muskulösen Kühe vom Freiburger Roger Pasquier, der in Punta Arenas auf den Spuren von Schweizer Auswandererfamilien forschte.

Die Stiftung Pro Specie Rara, welche es sich seit 1982 zur Aufgabe macht, vom Aussterben bedrohte Nutztiere und Kulturpflanzen in der Schweiz zu retten, nahm sich der Sache an. Sie startete das Projekt «Freiburger Kühe in Punta Arenas» mit dem Ziel, herauszufinden, ob es sich bei den Kühen um Tiere handelt, die als Freiburger Schwarzfleckvieh wieder in der Schweiz angesiedelt werden könnten. Dazu reiste Philippe Ammann von Pro Specie Rara letzten September nach Punta Arenas, suchte nach den Nachkommen der Kühe, die um 1930 aus dem Greyerzerland nach Chile verschifft worden waren, und entnahm ihnen Blutproben. Das Institut für Genetik des Tierspitals Bern analysierte danach die Genetik der Tiere.

DNA-Proben sind eindeutig

Nun liegen die ernüchternden Resultate vor: Trotz verschiedener Auswertungsmethoden ist klar, dass die chilenischen Kühe sich nicht in dem Ausmass von den anderen lokalen Rassen und der Holstein-Vergleichsgruppe unterscheiden, als dass sie als Freiburger Vieh definiert werden könnten, wie Pro Specie Rara am Donnerstag mitteilte. «Eine traurige Nachricht», meint Philippe Ammann. «Es ist, als ob die Freiburger Kühe nochmals ausgestorben sind.» Bis zuletzt habe er gehofft, dass die genetischen Analysen eine Verwandtschaft der chilenischen Tiere mit den alten Freiburger Kühen aufzeigen würden. Die Tiere entsprächen äusserlich exakt dem echten Freiburger Vieh und das Projektteam ging davon aus, dass die Viehpopulation im entlegenen Südpatagonien genügend isoliert war, als dass sich gute Teile der einst aus der Schweiz exportierten Genetik hätten erhalten können.

Bevölkerung fieberte mit

Auch wenn der Traum der Wiederansiedlung der Freiburger Kühe geplatzt ist, gewinnt Ammann dem Projekt Positives ab. «Unser Projekt stiess auf enormes Interesse, so dass wir wertvolle Sensibilisierungsarbeit leisten konnten. Viele Menschen sind durch das Projekt auf die Gefährdung der alten Rassen aufmerksam geworden und haben mit uns mitgefiebert.» rsa

Mehr zum Thema