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Freiburger Muslime feiern gemeinsam

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Die Menschenmenge, die sich an diesem Sonntagnachmittag im Pfarreisaal in Belfaux versammelt hat, könnte bunter durchmischt kaum sein: Männer in schicken Anzügen, Frauen, die mal bunte Tuniken, mal schlichte Kleider tragen, gewisse von ihnen mit Kopftüchern, auf denen Perlen im Licht glitzern, andere tragen keines. Gesprächsfetzen in vielen Sprachen schwirren durch den Saal: Oft wird Französisch gesprochen, hie und da hört man Albanisch, da ein bisschen Arabisch, andere wiederum sprechen astreines Schweizerdeutsch. Die im Kanton Freiburg wohnhaften Muslime feiern gemeinsam das Opferfest, den wichtigsten islamischen Feiertag–und die Vielfalt ist gewollt: Zum ersten Mal organisiert die «Union des Associations Musulmanes de Fribourg», der Dachverband aller Freiburger Muslime, dieses Fest auf kantonaler Ebene.

Einheit in der Vielfalt

«Es ist uns wichtig, dass wir die Muslime aus dem ganzen Kanton vereinen können», sagt Samir Safi, der Präsident des Dachverbandes. Denn unter den hier wohnhaften Muslimen gebe es eine grosse ethnische Vielfalt, erklärt Saâd Dhif, der Sekretär des Organisationskomitees. Viele seien albanischer Abstammung, andere kämen aus dem türkischen oder dem arabischen Kulturraum. «Wenn es uns nur schon gelingt, die Muslime in ihrer Verschiedenheit an diesem Fest zu vereinen, sind wir zufrieden», sagt Dhif. Der 23-jährige Wirtschaftsstudent definiert sich nicht in erster Linie über seine tunesischen Wurzeln, er fühlt sich mit allen Muslimen verbunden. Was bei den Jungen selbstverständlich sei, könnten andere jedoch noch nicht akzeptieren.

 Wer in das farbenfrohe Treiben eintaucht, hat das Gefühl, das Ziel der Einheit sei erreicht. Die Stimmung ist gelöst, das Programm mit einer albanischen Tanzgruppe und einem Clown ist etwas für das Gemüt und vor allem für Familien. Stünde in der Eingangshalle nicht ein Stand der Freiburger Moschee, an dem auf einem Grossbildschirm über die Ausbaupläne des Gotteshauses informiert wird, wäre von Religion kaum etwas wahrzunehmen. «Das eigentliche Opferfest hat vor zwei Wochen schon stattgefunden», erklärt Samir Safi. Saâd Dhif ergänzt, an diesem Sonntag gehe es nicht um die religiöse Zeremonie, sondern um das gesellige Beisammensein–das im islamischen Kulturraum im Übrigen bei allen Festen ein wichtiger Bestandteil sei.

Staatsrätliche Grüsse

Mit diesem «kantonalen Opferfest» verfolgen die Organisatoren aber auch ein zweites Ziel: Es soll eine Brücke zu den Behörden und zu den anderen Kirchen geschlagen werden, so Dhif. «Die Zukunft des Kantons Freiburg ist eine Zukunft mit vielen Kulturen und Religionen.» Es sei deshalb wichtig, dass die Behörden mit dem Dachverband einen Ansprechpartner hätten.

Nicht nur Vertreter der beiden Landeskirchen sind der EinladungderMuslime gefolgt, sondern auch Staatsrat Beat Vonlanthen.In seinen Grussworten im Namen der Kantonsregierung bedauert er, dass alle Muslime oft in den gleichen Topf geworfen und mit schrecklichen Gräueltaten in Verbindung gebracht würden. Dabei wisse er selber von keinem Zwischenfall im Kanton Freiburg–in dem immerhin 10 000 Muslime lebten. «Es ist fast peinlich, wenn man immer immer wieder in Erinnerung rufen muss, dass die grosse Mehrheit der Muslime absolut integriert ist.»

Die mehreren Hundert Muslime, die den Weg nach Belfaux gefunden haben, teilen Vonlanthens Ansicht–und spenden dem staatsrätlichen Gast einen warmen Applaus.

Das islamische Opferfest: Der wichtigste Feiertag der Muslime

A ls Höhepunkt des Haddsch, der jährlichen Wallfahrt nach Mekka, feiern Muslime auf der ganzen Welt das Opferfest. Es dauert vier Tage und wird als das höchste islamische Fest betrachtet. Anlässlich dieses Feiertags gedenken die Muslime des Propheten Ibrahim. Die Erzählung, die dem Feiertag zugrunde liegt, kennen auch die Christen aus dem Alten Testament: Im Buch Genesis befahl Gott Abraham, seinen Sohn Isaak zu opfern; ein Engel hielt ihn jedoch davon ab. In der muslimischen Tradition heisst Abraham Ibrahim: Dieser hatte mehrfach einen Traum, in dem Allah ihn aufforderte, seinen Sohn Ismail zu opfern. Der gottesfürchtige Ibrahim war entschlossen, Allahs Aufforderung Folge zu leisten, obwohl er seinen Sohn liebte. Als er auf dem Berg Ararat die Tat vollbringen wollte, hörte er die Stimme Allahs. Er brauche seinen Sohn nicht zu opfern, sagte ihm Allah, er habe Gottvertrauen bewiesen und die göttliche Probe bestanden. Da entdeckte Ibrahim einen Widder. Gemäss der islamischen Überlieferung soll Allah diesen Widder gesandt haben, damit Ibrahim ihn schlachte und das Fleisch mit den Bedürftigen teile. Seither opfern die Muslime zum Opferfest ein Schaf, dessen Fleisch jeweils mit Freunden und Bekannten zusammen gegessen wird. Der Zeitpunkt des Festes richtet sich nach dem islamischen Mondkalender und verschiebt sich innerhalb des Jahres. ko

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