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«Freier als jedes andere Volk dieser Erde»

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Mit seinen Fotografien zum Leben von zwei rumänischen Roma-Gemeinschaften ist der Lausanner Fotograf Yves Leresche in den Neunzigerjahren bekannt geworden. Während eines Jahrzehnts hat er die Roma immer wieder besucht, hat ihr Leben geteilt–und ist damit selber zum Spezialisten für das Thema geworden. So hat er auch die Bilder für das Buch «Roma Realities» geliefert, das die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und die Weltbank 2009 veröffentlicht haben.

Freude und Melancholie

Fünfzig Schwarz-Weiss-Fotografien Leresches sind jetzt in der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg ausgestellt. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Filmfestival Freiburg zustande gekommen, das heute zu Ende geht (siehe dazu auch Artikel auf Seite 13). Sie ist Teil der Sektion «Diaspora», für die Thierry Jobin, der künstlerische Leiter des Festivals, den französischen Filmemacher Tony Gatlif eingeladen hat, einen Kämpfer für die Rechte der französischen Sinti und Roma.

Die Fotoarbeit von Yves Leresche ergänzt die gezeigten Filme, und sie passt zum Leitthema «Freiheit», unter dem das diesjährige Filmfestival steht. Im Geleittext zur Ausstellung schreibt Leresche von der Entdeckung, dass die Roma «freier sind als jedes andere Volk dieser Erde», von ihrer Fröhlichkeit, aber auch von der Trauer darüber, «dass sie durch die Kränkungen, die sie erfahren mussten, Schaden an Leib und Seele erlitten haben».

Von diesem Spannungsfeld erzählen auch die Bilder des heute 53-jährigen Fotografen. Viele sprühen nur so vor Lebensfreude, zum Beispiel Aufnahmen von Hochzeitsfesten oder Familienausflügen. Andere Bilder sind ruhig und poetisch wie das von einem jungen Rom, der eine Öllampe anzündet, die nachts die Angst vor Geistern vertreiben soll. Doch auch der harte Alltag der Roma–es handelt sich um eine Gruppe von Kesslern, die Kessel und Töpfe herstellen und verkaufen–ist in den Fotografien zu entdecken, und aus vielen Bildern spricht eine unterschwellige Melancholie. Leresches Fotos gelingt es auch heute noch, die Betrachterinnen und Betrachter mitzunehmen in eine fremde Welt–eine Welt, zu der auch der Fotograf nur langsam und behutsam Zugang fand, nachdem er 1990 zum ersten Mal nach Rumänien gereist war. Im Laufe der Monate und Jahre wurde Leresche vom «Gadscho», dem Fremden, zum Freund, und die Roma-Familien akzeptierten nicht nur ihn, sondern auch seine Kamera.

In Erwartung eines Hirten, bei dem sie einen Kochkessel gegen ein Lamm eintauschen wollen, nutzen diese Roma die Zeit fürs Vergnügen (2000). Bilder Yves Leresche, zvg

Programm

Zwei öffentliche Führungen

Yves Leresche:Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Mai in der Kantons- und Universitätsbibliothek zu sehen. Öffentliche Führungen gibts am 31. März (mit Yves Leresche und Thierry Jobin, dem künstlerischen Leiter des Fiff) und am 15. April, jeweils um 18.30 Uhr.

Sektion «Diaspora» des Fiff:heute Samstag ist um 15 Uhr im Cap’Ciné 5 noch einmal der Film «Into the West» (Mike Newell, Irland/ Grossbritannien, 1992) zu sehen.cs

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