Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Freispruch im Fall Burgstatt-Brand

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Lukas schwab

Am 27. Oktober 2007 brannte ein Mehrfamilienhaus an der Burgstatt in Kerzers bis auf die Grundmauern nieder. Im Zusammenhang mit dem Brand stand gestern Mittwoch eine damalige Bewohnerin des Hauses in Murten vor Gericht. Ihr wurde vorgeworfen, sich möglicherweise der qualifizierten fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst schuldig gemacht zu haben.

Menschliche Ursache

Nach dem Brand schloss die Polizei eine natürliche Brandursache aus. Übrig blieb nur eine menschliche Verursachung. Die Beschuldigte, in deren Zimmer der Brand ausgebrochen war, wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung einvernommen. Der Untersuchungsrichter verfügte jedoch im Juli 2008, das eröffnete Verfahren nicht weiterzuverfolgen. Nach einer Beschwerde eines Wohnungsmieters des abgebrannten Hauses, der gemeinsam mit der Kantonalen Gebäudeversicherung als Straf- und Zivilpartei fungierte, wurde das Verfahren auf Anweisung der Strafkammer des Kantonsgerichts aber wieder aufgenommen.

Lampe als Auslöser?

Laut Ermittlungen brach der Brand eindeutig im Zimmer der Beschuldigten aus. Gemäss Erhebungen des Kriminaltechnischen Dienstes befand sich der Brandherd neben dem Bett, wo eine Nachttischlampe stand, die den Brand ausgelöst haben könnte. Die Beschuldigte, die bei Brandausbruch schlief, sagte aber aus, das Feuer sei am unteren Bettende und nicht bei der Lampe ausgebrochen. Zudem war sie sich ziemlich sicher, die Lampe ausgeschaltet zu haben.

Ein zusätzliches Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich kam zu keinem eindeutigen Schluss über den genauen Ort des Brandherdes. Als mögliche Brandursache komme ein Hitzestau durch unbeabsichtigtes Überdecken der Lampe mit Bettwäsche, ein technischer Defekt an der Lampe oder Brandstiftung in Frage, heisst es im Gutachten. Obwohl ein Hitzestau der brennenden Lampe im Vordergrund stehe, könnten die anderen beiden Möglichkeiten nicht definitiv ausgeschlossen werden.

Zweifel unerheblich

Im Zentrum des Falls stand die Frage, ob die fahrlässige Verursachung des Brandes der Beschuldigten als erwiesen gelten kann oder ob erhebliche Zweifel bestehen und sie deshalb freigesprochen werden muss.

Aus Sicht von Alain Gautschi, Anwalt des Mieters, kam als Brandursache nur die Nachttischlampe in Frage. Die Zweifel seien unerheblich, weshalb die Beschuldigte schuldig zu sprechen sei und für die zivilrechtlichen Forderungen seines Mandanten aufkommen müsse. Der Mieter forderte für den zerstörten Hausrat 39 000 Franken. Da er über keine Hausratsversicherung verfügte, konnte er den Schaden nicht bei einer Versicherung geltend machen.

Valentin Schumacher, Anwalt der Kantonalen Gebäudeversicherung, liess das Strafbegehren fallen, hielt jedoch an der zivilrechlichen Schadenersatzforderung fest.

«In dubio pro reo»

Markus Meuwly, Anwalt der Beschuldigten, hielt fest, das Gutachten der Stadtpolizei Zürich zeige drei mögliche Brandursachen, von denen keine ausgeschlossen werden könne. Es sei deshalb ein klassischer Fall, wo der Grundsatz «In dubio pro reo», im Zwei- fel für den Angeklagten, zur Anwendung gelangen müsse. Weil die für die Beschuldigte günstigste Variante angenommen werden müsse, sei sie von allen Vorwürfen freizusprechen.

Meistgelesen

Mehr zum Thema