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«Fribap gibt beiden Seiten Sicherheit»

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Sechs Personen arbeiten bei der Mavent AG in Courtepin, zwei davon in der Administration: Rosette Zosso und Gianluca Rohner. Der 24-jährige Gianluca Rohner aus Merlach ist KV-Lehrling im zweiten Lehrjahr, Rosette Zosso leitet das Büro der Mavent AG und ist Lehrlingsbetreuerin. Sie findet es wichtig, dass auch kleinere Betriebe wie Mavent – das Unternehmen ist unter anderem im Vertrieb und der Installation von Holzbearbeitungsmaschinen tätig – Lernende aufnehmen können. «Die Lehrlinge sollen aber keine billigen Arbeitskräfte sein, sondern müssen auch richtig und gut betreut werden», sagt Rosette Zosso. Da der zeitliche Aufwand dafür beachtlich und die Anforderungen hoch seien, arbeite sie seit mehreren Jahren mit dem Freiburger Lehrbetriebsverbund Fribap zusammen. Allein könnte sie diese Aufgaben nicht stemmen.

Fribap übernimmt für die Mavent AG sämtliche administrativen Aufgaben, die bei und während der Anstellung des Lernenden anfallen, bespricht mit Gianluca Rohner die im Bildungsplan vorgesehene Arbeits- und Lernsituation und bietet Hand, wenn er vor Prüfungen noch Fragen zum Unterrichtsstoff hat. «Ich schreibe einfach ein Whatsapp oder eine Mail und kann dann den Stoff mit jemandem von Fribap durchgehen», erklärt er. Entweder klappe es während der Arbeitszeit oder dann nach Feierabend.

Fast wöchentlich in Kontakt

Er sei fast jede Woche in Kontakt mit Fribap, sagt Gian­luca Rohner. Das will aber nicht heissen, dass es Probleme in der Schule oder im Betrieb gibt. Denn er ist ein guter Schüler und Lehrling. «Es ist auch nicht das Kerngeschäft von Fribap, sich um Jugendliche mit Problemen zu kümmern», sagt Geschäftsleiter Michael Perler. Vielmehr soll die Unterstützung für beide – den Betrieb und den Lehrling – hilfreich sein. Und das funktioniere in der Praxis auch, sagt Rosette Zosso: «Fribap gibt beiden Seiten Sicherheit.»

Gianluca Rohner hatte nach einer abgebrochenen Schreinerlehre und der Rekrutenschule mehrere Bewerbungen für eine kaufmännische Ausbildung geschrieben und nur Absagen erhalten. Dann entdeckte er in der Zeitung ein Inserat von Fribap, konnte sich vorstellen und schliesslich bei Mavent in Courtepin eine Woche lang schnuppern gehen. «Es ist wichtig, dass die Chemie stimmt», sagt Rosette Zosso. Deshalb seien diese Schnuppertage unverzichtbar gewesen. Zwei Jahre später sind die beiden ein eingespieltes Team. «Die Lehre gefällt mit gut», sagt Gianluca. Er dürfe viele Arbeiten selbständig machen und verbessere sein Französisch. Denn bei Mavent geschieht 60 bis 70 Prozent der schriftlichen und mündlichen Korrespondenz auf Französisch.

Die Mavent AG bezahlt der Fribap für ihre Dienstleistungen eine Gebühr von 250 Franken pro Monat. «Das ist ein mehr als gut eingesetzter Betrag», betont Rosette Zosso.

«Die Lehrlinge sollen aber keine billigen Arbeitskräfte sein, sondern müssen auch richtig und gut betreut werden.»

Rosette Zosso

Lehrlingsbetreuerin Mavent AG

10 Jahre Fribap

Ein etablierter Partner in der Berufsbildung

Zurzeit sind 56 Lernende in über 50 Betrieben von Flamatt über Villars-sur-­Glâne bis Ursy bei Fribap unter Vertrag. «Unser Bekanntheitsgrad ist im Laufe der Jahre gestiegen», sagt Michael Perler aus Wünnewil, seit dem Start vor zehn Jahren Geschäftsleiter des Lehrbetriebsverbundes mit Sitz in Düdingen.

Es war am 21. Juni 2007, als Fribap den ersten Lehrvertrag unterschreiben konnte, im gleichen Jahr folgten sieben weitere. 2008 machte der Lehrvertriebsverbund den Schritt über die Saane, und heute sind zwei Drittel der Partnerbetriebe im französischsprachigen Kantonsteil angesiedelt. Seit dem Start vor zehn Jahren hat Fribap mit über 100 Unternehmen zusammengearbeitet. Zwei Drittel von ihnen hatten vorher keine Erfahrung als Ausbildungsbetrieb.

Fribap sei im Laufe der Jahre zu einem bedeutsamen Partner der kantonalen Berufsbildung geworden, sagt Michael Perler. Dies bestätigt auch Christophe Nydegger, Dienstchef des Amts für Berufsbildung, im Tätigkeitsbericht 2016 von Fribap. Fribap spiele im Kanton Freiburg als Ausbildungsbetrieb eine wichtige Rolle im Rahmen der beruflichen Grundbildung. «Das nicht nur, weil Fribap Ausbildungsplätze schafft, sondern auch, weil die Lernenden von einer Begleitung mit hoher Qualität profitieren können», so Nydegger. Perler seinerseits lobt die «extrem gute und unkomplizierte» Zusammenarbeit mit dem Amt für Berufsbildung.

Zu 65 Prozent selber finanziert

Fribap entlastet die Ausbildungsbetriebe von sämtlichen administrativen Aufgaben im Zusammenhang mit den Lernenden, behält wichtige Fristen wie den Abgabetermin für die Abschlussarbeit im Auge und bietet Hand, wenn die Jugendlichen Stützunterricht benötigen oder wenn es doch nicht klappt und sie umplatziert werden müssen.

Als nicht gewinnorientierter Verein hat Fribap mittlerweile einen Eigenfinanzierungsgrad von 65 Prozent erreicht und finanziert sich durch den Dienstleistungsertrag und durch Fundraising. Nur rund 35 Prozent sind Kantonsbeiträge. «Wir sind stolz, ein Angebot für Jugendliche geschaffen zu haben, das den Kanton nicht viel kostet», sagt Michael Perler. Dass Fribap unabhängig, klein und flexibel geblieben ist, bezeichnet er als Erfolgsrezept des Vereins. Drei Festangestellte und mehrere freie Mitarbeiter sind für Fribap tätig. «Wir bewegen uns mit der Vermischung von wirtschaftlichen Anforderungen und der Arbeit mit Jugendlichen in einem interessanten und herausfordernden Tätigkeitsfeld», so Perler.

Vorbild für andere Kantone

Das Fribap-Geschäftsmodell strahlt auch auf andere Kantone aus. So ist Fribap Gründungsmitglied eines neuen Vereins, der in diesem Jahr im Kanton Bern mit dem gleichen Geschäftsmodell starten will. Vom Amt für Berufsbildung und der Handelskammer in Neuenburg liegt ebenfalls eine Anfrage für ein Projekt vor, in das Fribap involviert ist.

ak

Generalversammlung

Ein Film und anerkennende Worte zum 10-Jahr-Jubiläum

Ein kurzer zweisprachiger Film, der Lernende von Fribap aus dem ganzen Kanton Freiburg vorstellte, leitete gestern Abend die 10. Generalversammlung des Lehrbetriebsverbundes an der Gewerblichen und Industriellen Berufsfachschule in Freiburg ein. Der Film ist das Geschenk, das sich der Verein zu seinem 10-jährigen Bestehen gemacht hat. Vereinspräsident Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz, ist seit dem Start von Fribap vor zehn Jahren mit dabei und zeigte sich vor den rund 80 Anwesenden überaus stolz über das Erreichte. Einrichtungen wie Fribap seien zukunftsgerichtet. Denn wegen der zunehmenden Digitalisierung sei die Ausbildung heute wichtiger als je zuvor, betonte Fasel. Alle Bereiche seien davon tangiert, nicht nur die Industrie. Diese Veränderung sei zwar nicht neu; neu sei aber, dass sie in einem viel schnelleren Tempo vorwärtsgehe als bisher.

Staatsrat Olivier Curty (CVP) bedankte sich bei Fribap für den Einsatz zugunsten der Freiburger Berufsbildung: «Ich bin überwältigt von der Leistung und der Professionalität von Fribap. Man spürt, dass alle mit Herzblut dabei sind und ein richtiges Team bilden.» 60 Prozent der Freiburger würden den Weg der Berufsbildung wählen. Das sind gemäss Curty 22 Prozent mehr als zur Zeit der Gründung von Fribap vor zehn Jahren.

Der Vorstand mit Präsident Hugo Fasel wurde von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Auch der Tätigkeitsbericht 2016 und die Rechnung wurden verabschiedet. Diese schliesst bei Einnahmen und Ausgaben von gut einer Million Franken mit einem Überschuss von 1600 Franken.

ak

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