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«Fribourg» kreist um die Sonne

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Autor: Carolin Foehr

Mit vollem Namen heisst er «Fribourg, Ville et Canton», doch das einfachere «Fribourg» hat sich schon eingebürgert: Der Asteroid mit der Nummer 242648 hat am Donnerstagabend seinen offiziellen Namen erhalten. Die Taufe fand in der Sternwarte Ependes statt, wo ihn der Hobby-Astronom Peter Kocher zum ersten Mal gesichtet hat.

Der «Asteroidenjäger», wie er sich nennt, hat in Ependes bereits unzählige Stunden damit verbracht, in klaren Nächten den Himmel nach bislang unbekannten Asteroiden abzusuchen. «Peter Kocher hat erheblich dazu beigetragen, die Freiburger Sternwarte bekannt zu machen», würdigt ihn Claude Grandjean, Präsident der Robert-A.-Naef-Stiftung, der die Warte gehört. Während seiner jahrelangen Arbeit hat Kocher fast 300 Asteroiden entdeckt und damit der Sternwarte zu einem international anerkannten Status verholfen.

Im Mittelmass

Den Kleinplaneten, der nun wie der Kanton und sein Hauptort heisst, hat Kocher zum ersten Mal in der Nacht des 13. Juli 2005 gesehen. «Sie sind so klein, dass sie selbst durch das Teleskop nicht erkennbar sind», erklärt er. Deshalb stützt er seine Suche auf Fotos, die das Teleskop schiesst. Damit kann er auch die ungefähre Grösse und die Zusammensetzung des Kleinplaneten bestimmen. «Fribourg» ist keine übermächtige Erscheinung im Asteroidengürtel: Mit zwei bis drei Kilometern Durchmesser gehört er zum Mittelmass, ist recht dunkel und besteht deshalb wohl aus Metall. Nichts Besonderes also – ausser, dass er «Fribourg» heisst.

Auf die Frage, wie er auf den Namen gekommen sei, antwortet Kocher: «Das ist naheliegend. Ich bin hier wohnhaft, und der Kanton hat viel für die Astronomie getan.» Eine, wenn auch weit gefasste, Verbindung zur Astronomie sei eine der Bedingungen der Internationalen astronomischen Union (IAU), die die Namen genehmigen muss. Warum er den Asteroiden nicht politisch korrekter «Fribourg/Freiburg» genannt habe? «Ich dachte, ein solcher Name würde abgewiesen», so der Hobby-Astronom. Dass es noch viel fantasievollere Namen durch die amerikanische Kontrolle geschafft haben (siehe Kasten), habe er damals nicht gewusst.

Auch in Zukunft will der Entdecker geografische Namen, etwa von Flüssen oder Bergen, für seine Asteroiden benutzen. Er wird eine ganze Liste brauchen: Rund siebzig warten noch auf ihre Taufe. Doch: «Jede Sternwarte darf nur zwei Namen pro Jahr vorschlagen.»

Trotz des Aufwands hat der 73-Jährige bislang nicht ans Aufhören gedacht. Er will auch weiterhin jede klare Nacht nutzen, um unbekannte Asteroiden aufzuspüren. Doch die Suche werde immer schwieriger, gesteht Kocher: «Die Amerikaner suchen systematisch nach Kleinplaneten – bald sind nur noch einige wenige übrig.»

Den Asteroiden «Fribourg, Ville et Canton» hat Peter Kocher erstmals 2005 in der Sternwarte Ependes gesichtet. 291 Kleinplaneten hat der 73-jährige «Asteroidenjäger» bisher am Freiburger Observatorium entdeckt.Bild Vincent Murith/a

Namensgebung

Fantasie und Patriotismus trotz strenger Regeln

Wie ein Asteroid heissen darf, unterliegt den strengen Regeln der Internationalen astronomischen Union. «Keine Politiker, es sei denn, sie sind tot, und auch nicht der eigene Name», zählt Peter Kocher auf. Trotzdem gebe es einen Asteroiden namens «KocherPeter» im All: «Ein Kollege hat ihn nach mir benannt…» Seit 2005 hat Kocher für die Sternwarte Ependes elf Namen auswählen dürfen, unter anderem Ependes, Apostrophus und Aebischer. Mit 291 neu entdeckten Asteroiden liegt das Freiburger Observatorium an zweiter Stelle der Schweizer Sternwarten; nur jenes in Vicques (JU) hat bislang mehr Kleinplaneten entdeckt. Auch die Jurassier haben einige Asteroiden nach Orten ihrer Region benannt – aber nicht nur! Nationale Helden und persönliche Vorlieben spielen auch eine Rolle: So fliegen seit einigen Jahren «Alinghi», «NicolasHayek», «RogerFederer» und «Titeuf» durchs Sonnensystem. cf

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