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«Frieden und Gemeinschaft stiften»

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In der interreligiösen Erklärung zu Flüchtlingsfragen sind kürzlich fünf Appelle zur schweizerischen Flüchtlingspolitik formuliert worden. Nach der Unterzeichnung wurde die Erklärung der ersten Vizepräsidentin des Nationalrats, Marina Carobbio Guscetti (SP), übergeben. Die Tessiner Ärztin vertritt die SP im Nationalrat. Für die katholische Kirche unterschrieb Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg sowie Präsident der Schweizer Bischofskonferenz. Im Interview erklärt er, warum ein solches gemeinsames Zeichen wichtig für alle Beteiligten ist.

Warum haben die Mitglieder des Rats der Religionen diese Erklärung lanciert?

Wenn jemand leidet, leiden wir auch mit dieser Person mit. Es ist wichtig, zu zeigen, dass wir nicht nur im Sinne unseres eigenen Glaubens agieren, sondern weil uns die Gemeinschaft aller Menschen wichtig ist.

Ist es nicht selbstverständlich, dass die Religionen sich gemeinsam für Flüchtlinge einsetzen?

Es ist nicht selbstverständlich. Religionen können Ursache für Gewalt sein. Umso wichtiger ist es, zu zeigen, dass Religionen vor allem Frieden und Gemeinschaft stiften. Wir müssen zeigen, dass das möglich ist. Das sagen wir auch den Gläubigen unserer Religionen: Wir sollten uns gemeinsam für Flüchtlinge einsetzen, wir können das.

Die Erklärung wurde der Vize-Nationalratspräsidentin Marina Carobbio überreicht. Weshalb ihr?

Es ist wichtig, dass Glaubensgemeinschaften und Behörden zusammenarbeiten. Von den Behörden hören wir oft, dass es für sie wichtig ist, dass die Religionsgemeinschaften in der Flüchtlingsarbeit aktiv werden. Was Frau Carobbio mit der Erklärung konkret machen wird, muss ich ihr überlassen. Der Rat der Religionen wird auch mit Bundesrätin Sommaruga zusammenkommen und ihr die Erklärung überreichen.

Der Rat der Religionen tritt damit erstmals politisch auf. Gibt es weitere politische Projekte?

Nein, zurzeit nicht.

Gibt es konkrete interreligiöse Projekte in der Flüchtlingsarbeit?

Da gibt es viele Beispiele. Ich war einmal zu einem pastoralen Besuch in einem Asylzen­trum in Genf. Diejenigen, die dort für uns gekocht und mit denen wir gegessen haben, waren Mitglieder verschiedener Religionen. Das war keine Ausnahme, das machen sie dort immer so.

Ist Glaube in Ihren Begegnungen mit Flüchtlingen Thema?

Ich habe verschiedene Asylzentren besucht. Christliche Bewohnerinnen und Bewohner von Asylzentren sagen mir manchmal, dass es für sie wichtig ist, dass ich komme. Diese Menschen haben alles verlassen, aber ihren Glauben haben sie mitgenommen. Manchmal haben sie nicht viel mehr, umso wichtiger ist der Glaube für sie. Sie fühlen sich als Mitglieder unserer Gemeinschaft. Für diese Menschen ist es wichtig, dass ich ihnen zeige, dass ich das auch so empfinde.

Die Erklärung

Jüdische und muslimische Dachverbände mit im Boot

Erstmals erhoben Juden, Christen und Muslime der Schweiz gemeinsam ihre Stimme für Flüchtlinge. Mit Unterstützung des UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCS) veröffentlichten Vertreter der Religionsgemeinschaften in Bern eine interreligiöse Erklärung zu Flüchtlingsfragen, wie die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) mitteilt.

Die gemeinsame Erklärung wurde sowohl von Vertretern der reformierten, der katholischen und der christkatholischen Konfession als auch den Präsidenten von jüdischen und muslimischen Dachverbänden unterzeichnet.

Mit der Lancierung der Erklärung wurde gleichzeitig eine wissenschaftlichen Tagung an der Universität Bern eröffnet. Organisiert wurde die mehrtägige Konferenz mit dem Titel «Säkulare Gesellschaft und religiöse Präsenz» vom Institut für Christkatholische Theologie der Theologischen Fakultät der Universität Bern und dem Schweizerischen Rat der Religionen.

kath.ch

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