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Fritz Hurnis «Südafrika-Connection»

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Fritz Hurnis «Südafrika-Connection»

Stammbäume und weltweite Kontakte

Der 81-jährige Fräschelser Fritz Hurni, ehemals Bauer und Landi-Mitarbeiter, pflegt dank der von ihm verfassten Stammbäume weltweite Kontakte.

Von UELI GUTKNECHT

Hurni, Kramer, Etter: Das sind die noch ansässigen, Bucher, Laubscher und Weber dagegen die nicht mehr ansässigen Fräschelser Burgerge-schlechter. Von allen sechs hat Fritz Hurni zusammen mit Hans Herren, Murten, nach aufwendigen Recherchen in den Staatsarchiven Freiburg und Bern, Zivilstandsämtern und Kirchenrodeln umfangreiche Stammbäume erstellt. Und Hurnis Alterskamerad und Computerfachmann der ersten Stunde bei den SBB, Willy Peyer sel., hat die Daten erfasst, bearbeitet und gedruckt. Über 100 Exemplare waren es. «Sie gingen weg wie warme Weggli», freut sich der vielgereiste Senior.

Fräschels verdankt Fritz Hurni un-ter anderem die Dorfchronik, den Waldlehrpfad, einen hübsch herge-richteten Aussichtspunkt, «Das Rad der Zeit», Beiträge an die Brunnensanierung bei der Haltestelle: alles Dinge, die die Gemeindekasse nicht oder kaum belasteten. Fräschels dankte ihm kürzlich mit einem «Fritz-Hurni-Stübli» im Restaurant «Sternen» in Fräschels. Dort sind die erwähnten Projekte als auf Biberschwanzziegel gemalte Miniaturen zu bewundern. Im Kopf des seit 15 Jahren im «Unruhestand» lebenden Junggesellen reift zurzeit ein weiteres im Zusammenhang mit der Expo. 02 stehendes Projekt.

Auf der Suche nach den Wurzeln

Seither riefen einige nach ihren Wurzeln suchende Menschen beim rüstigen Fräschelser an oder besuchten ihn. Teils kamen sie auf Empfehlung, teils über den Umweg übers Internet. Da ist zum Beispiel das junge Paar aus San Diego, das Fritz Hurni zum Dank für seine Hilfe zu seiner Hochzeit in Laupen mit Apéro in Bramberg und Bankett im Restaurant Rosengarten in Bern einlud. Ihr Stammvater war Samuel Isaac Hurni, 1809-1874.

Oder die Nachfahren des «Nicolaas Laubscher *1645 te Fransnellen» (Fräschels) aus Südafrika. Das in der Nähe von Kapstadt lebende und nur Afrikaans (Südafrikas Landessprache) sprechende Ehepaar mit Tochter und Schwiegersohn in Rüti ZH fand den Weg über Empfehlungen nach Fräschels. Sie brachten Ahnendokumente in Afrikaans mit. Der «Spur nach» lässt sich einiges herauslesen. Doch um sicher zu sein, bat Fritz Hurni Greta Wocke-Laubscher in Rüti um eine Übersetzung. Afrikaans hat sich aus dem Niederländischen des 17. Jahrhunderts entwickelt und wird heute von rund sechs Millionen Menschen in Südafrika gesprochen.

«Dit is het merk
van nicolaas laubser»

«Dit is het merk van nicolaas laubser» («Das ist das Zeichen von Nicolaas Laubser»). So beginnt das interessante Dokument über das Schicksal eines ausgewanderten Fräschelsers. Nachstehend einige Auszüge:

Des Lesens und Schreibens nicht mächtig, unterzeichnete der 1645 Geborene alle Dokumente mit einem starken Kreuz. Auf sein Analphabe-tentum sind auch die verschiedenen Schreibweisen Laubser, Laubscher, Loubser und Loubscher zurückzufüh-ren.

Getreide am Fusse des Tafelbergs

Er ist der Stammvater aller Laubser, Laubscher, Loubser und Loubscher in Südafrika und der einzige Bauer der frühen Schweizer Einwanderer. Ihm wurde Land am Fuss des Tafelbergs an der Tafelbai bei Kapstadt zugewiesen. 1676/77 rodete er zweieinhalb Hektaren Land, um Getreide anzusäen. Die Ernte 1677 betrug sechs Säcke Weizen und einen halben Sack Gerste. «Er kaufte bei der VOC für einen einen schwarzen Sklaven, um bei der Arbeit zu helfen», berichtet das Dokument weiter.

1685 heiratete er Engela Quint, eine Hugenotten-Waise aus Leersum in Holland. Waisenmädchen wurden als Frauen für die jungen Bauern aus Holland «importiert». Niclaas und Engela hatten 10 Kinder, wovon zwei Söhne und eine Tochter lebten, fünf Enkel, 22 Urenkel und 30 Ururenkel.

1692 wird Laubschers «Vermögen» wie folgt angegeben: «6 Waffen, 2 Söh-ne, 1 Tochter, 1 Arbeiter, 6 Sklaven, 3 Sklavinnen, 3 Schweine, 3 Ziegen, 1000 Schafe, 2 Pferde, 20 Kälber, 10 Kühe, 14 Ochsen». Die Ernte betrug 20 Säcke Roggen und 40 Säcke Gerste.

1708 kaufte er Land und baute das Haus «Oranje Zicht». Das Gebiet ist heute eines der vornehmsten Viertel Kapstadts.

Sein Testament vom 17. März 1721 erwähnt unter anderem drei Häuser und einen Bauernhof im Gesamtwert von 17 500 Gulden.

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