Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Früher Verlust der Mutter

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der kleine Massimo verliert im Alter von neun Jahren seine Mutter. Er wächst mit einem unnahbaren Vater und einem in seinen Augen schrecklichen Kindermädchen auf. Mutters Tod ist in der gesamten Familie tabu. Lange Zeit glaubt Massimo, seine Mutter habe ihn verlassen, weil er unartig war. Auch als er alt genug ist, die entscheidenden Fragen zu stellen, schweigt er aus Angst vor der Wahrheit.

Auf die Mutter fixiert

Fortan geht er auf Zehenspitzen und mit gesenktem Kopf durch die Welt. Schwierigkeiten mit Frauen bestimmen sein Leben. Das kommt daher, dass seine Partnerinnen und er selber nicht damit klarkommen, dass er geradezu krankhaft auf seine nicht mehr lebende Mutter fixiert ist. Erst als Erwachsener kommt er hinter das Geheimnis, das mit dem Tod seiner Mutter verbunden ist. Und versteht, warum jener Tag sein Leben für immer verändert hat. Es ist die Liebe, die ihm die Einsicht auf den weiteren Lebensweg mitgibt: Nur wer sich seinem Schmerz stellt, kann ihn überwinden, kann das Misstrauen abschütteln und die eigenen Fesseln zerreissen.

Dieser autobiografische Roman lässt keine Leserin und keinen Leser unberührt, dies umso mehr, als er wahre Lebenshilfe leisten kann. Menschen, die ein ähnlich trauriges Schicksal erlebt oder Schlimmes erfahren haben, können möglicherweise aus der späten Einsicht des Protagonisten für sich etwas Tröstliches mitnehmen. Den Schmerz zu überwinden versuchen, lernen, aus sich herauszugehen, das gegen alle und alles gehegte Misstrauen verlieren und alles loslassen, was einen in der Vergangenheit sklavisch festgehalten hat.

Eine gute Bekannte von Massimo hält ihm vor, er sei nicht mehr der, der er einmal gewesen sei, weil er wohl zu viel Kälte abbekommen habe. Sie denke manchmal an die Wärme, in der er gross geworden wäre, wenn seine Mama da gewesen wäre.

Dem Schicksal nun endlich die Stirn bietend, gibt Massimo mit einem Spruch eines Paters zurück: «Am WENN erkennt man die Gescheiterten! Gross im Leben macht einen nur das TROTZDEM.» Dank dieser Haltung gelingt es dem Romanhelden nach und nach, sich zu emanzipieren und von der tristen Vergangenheit zu lösen.

Dass dieser Roman keine Fiktion ist, sondern die tatsächlich erlebte Geschichte des Autors, macht diese umso lesenswerter.

Massimo Gramellini:«Träum was Schönes», Roman, München, Piper, 2014 (aus dem Ital. übersetzt).

Aldo Faselist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien-Oberschrot-Zumholz.

Mehr zum Thema