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Frustrierte Gewerbler schiessen gegen Gemeinderat

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«Wir sind frustriert»: Das sagt Denis Guiet, Sekretär der Vereinigung der Gewerbler und Handwerker der Freiburger Unterstadt. Seit drei Jahren gibt es die Organisation, in welcher Unternehmen des Au- und des Neustadtquartiers vertreten sind. Und nun steht sie bereits wieder vor der Auflösung: Die jetzigen Vorstandsmitglieder – Denis Guiet, Christophe Taille vom Restaurant Cigogne und Eva Heimgärtner vom Kiosk beim Funiculaire – treten zurück und haben bisher keine Nachfolger gefunden.

Der Vorstand fühlt sich vom Freiburger Gemeinderat nicht ernst genommen. «Die Stadt freut sich, dass sie mit uns Ansprechpartner in der Unterstadt hat – hört uns aber nicht zu», sagt Guiet. Der Gemeinderat tue alles, um Autos den Zugang zum Quartier zu erschweren. «Und wenn die Autofahrer da sind, können sie nur zwei Stunden parkieren, dann müssen sie weiter.» Darunter litten vor allem die Restaurants – aber nicht nur. «Seit die Zähringerbrücke geschlossen ist, machen die Geschäfte in der Unterstadt einen Drittel weniger Umsatz.»

Schwieriger Sommer

«Dieser Sommer war besonders schwierig», sagt Denis ­Guiet. Die Baustelle auf dem Jean-François-Reyff-Platz gleich bei der Bernbrücke habe den Zugang zum Quartier noch schwieriger gemacht. «Es kam kaum noch jemand in unser Quartier, Touristen schon gar nicht mehr.» Nun bleibe diese Baustelle, die bis November geplant war, sogar bis nächsten Frühling bestehen. «Wir haben das Gefühl, dass dies der Stadt entgegenkommt, das blockiert das Quartier zusätzlich.»

Guiet kann die Verkehrspolitik der Stadt insoweit nachvollziehen, als auch die Gewerbler keine Pendler wollen, welche den Weg durch die Unterstadt als Abkürzung ihres Arbeitswegs benutzen oder ihr Auto den ganzen Tag über im Quartier parkieren, aber nichts konsumieren. «Aber jenen, die zu uns kommen wollen, sollten wir es ermöglichen, ihr Auto mehrere Stunden abzustellen.»

Guiet betont, dass Gewerbetreibende in der Unterstadt viel Geld investiert hätten, um ihr Unternehmen aufzubauen oder zu erhalten und damit auch das Quartier zu beleben. «Wir brauchen aber auch etwas Entgegenkommen der Stadt, damit das Quartier nicht ausstirbt.»

Ein Schlafquartier komme jenen entgegen, deren Immobilie an Wert gewinne, wenn das Quartier ruhig sei. Wer aber ein Geschäft betreibe, sei auf Kundinnen und Kunden angewiesen. «Und die kommen immer weniger zu uns, da sie ihr Auto nicht oder nicht genügend lange abstellen können.» Und damit hätten die «kleinen Leute» im Quartier kein Auskommen mehr. Wenn dann noch die Mietpreise stiegen, führe dies dazu, dass es sich am Schluss nur noch reiche Leute leisten könnten, in der Unterstadt zu wohnen. Die meisten Gewerbler der Vereinigung lebten auch im Neustadt- und Auquartier. «Wir vertreten also nicht nur die Interessen des Gewerbes, sondern auch jene der Anwohner.» Was den Vorstand vor allem frustriert: «Wir haben unsere Anliegen immer wieder beim Gemeinderat deponiert, doch wir werden nicht ernst genommen. Es ändert sich nichts», so Guiet.

Steiert ist erstaunt

Thierry Steiert (SP) hatte jahrelang als Mobilitätsdirektor Kontakt zur Gewerbevereinigung der Unterstadt, nun ist er Syndic der Stadt Freiburg. Er zeigt sich erstaunt über die Kritik der Gewerbler: «Wir haben mit anderen Quartier- und ­Gewerbevereinen, die nicht unserer Meinung sind, einen konstruktiven Austausch und setzen auch Änderungsvorschläge um.»

Klar sei, dass die Anliegen des Gewerbevereins der Unterstadt «in völligem Gegensatz» zur Park- und Mobilitätspolitik des Gemeinderats stünden. «Unsere Politik ist aber im Frühling bei den Wahlen bestätigt worden; die Freiburger Bevölkerung anerkennt unsere Bemühungen.»

Dass der Gemeinderat sich darüber freuen könnte, dass eine Baustelle länger offen bleibt als geplant, sei absurd, sagt Steiert. «Beim Bau geht nicht alles nach Plan – wir machen das sicher nicht extra.»

Die Hauptversammlung der Gewerbler findet nächsten Montag statt; dann wird sich zeigen, ob jemand in den Vorstand eintreten und die Vereinigung am Leben erhalten will. Oder ob die Versammlung entscheidet, die Vereinigung nach nur drei Jahren bereits wieder aufzulösen.

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