Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Fumoirs in Gaststätten sind ein Unsinn»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Arthur Zurkinden

Am 30. November 2008 wird das Freiburger Stimmvolk entscheiden, ob in den öffentlichen Räumen des Kantons geraucht werden darf oder nicht. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob in allen Gaststätten ein striktes Rauchverbot herrschen soll oder ob allenfalls Fumoirs erlaubt sind, die aber nicht bedient werden dürfen. Ein striktes Verbot ohne Wenn und Aber fordert ein Komitee gegen das Passivrauchen, das am 13. Dezember 2005 eine Verfassungsinitiative mit 12 253 Unterschriften eingereicht hat. Gleichzeitig gelangt ein Gegenvorschlag des Staatsrates zur Abstimmung, der vom Grossen Rat angenommen worden ist. Und dieser erlaubt die Einrichtung von Fumoirs ohne Bedienung. Das Stimmvolk kann dabei zweimal ein Ja in die Urne werfen.

Für einfache Regelung ohne Hintertür

Am Montag präsentierte das Komitee gegen das Passivrauchen seine Argumente, weshalb seine Initiative angenommen werden muss und weshalb Fumoirs abgelehnt werden müssen. Komiteepräsident Michel Chapalay gab sich dabei überzeugt, dass Massnahmen gegen das Passivrauchen nur dann ihre volle Wirkung zeitigen, wenn das Gesetz einfach, klar, für alle leicht anwendbar und ohne Bestimmungen ist, die Türen offen lassen, um es zu umgehen. Nach seinen Worten lässt der Gegenvorschlag des Staatsrates jedoch viele Missbräuche zu und behandle nicht alle gleich, da nicht alle Wirte 200 000 Franken für ein Fumoir aufbringen können, zumal diese auch viel Energie verschwenden.

Chapalay erinnerte an ein Urteil des deutschen Verfassungshofes. Nach dessen Feststellung kann in der Praxis nicht verhindert werden, dass Rauch aus den Fumoirs dringt und die Nebenräume vergiftet. «Fumoirs erlauben heisst, den Schutz der Freiburger Bevölkerung vor dem Passivrauchen in Frage zu stellen», betonte er.

Das Komitee zweifelt auch an der Wirksamkeit der Lüftungen. Laut dem Pneumologen Jean-Pierre Zellweger ist es nicht möglich, Lüftungen herzustellen, die alle Feinpartikel beseitigen. Er berief sich dabei auf Aussagen von US-Ingenieuren. Laut Pascal Diethelm, Präsident von OxyRomandie, sind gerade die kleinen, geruchlosen Partikel giftig.

Der Pneumologe wies zudem auf Studien hin. So wurde in Nichtraucher-Restaurants eine Feinpartikel-Belastung von 24 µg/m3 gemessen, in Raucher-Restaurants jedoch eine solche zwischen 200 und 800 µg/m3. In Discotheken laut Diethelm gar bis zu 1787 µg/m3. «Auf Schweizer Strassen wird schon bei mehr als 50 µg/m3 nach Temporeduktionen geschrien», fügte Zellweger bei und gab zu bedenken, dass die Belastung in Nichtraucher-Abteilungen eines Restaurants dreimal höher sei als in kompletten Nichtraucher-Restaurants. «Es ist eine Illusion zu glauben, dass in den Fumoirs die Türen nicht geöffnet werden», ergänzte er. Seiner Ansicht nach kann jedes Personal in unbedienten Fumoirs gezwungen werden, am Feierabend aufzuräumen und sich so dem Passivrauchen auszusetzen.

Jugendliche schützen

Wichtig ist für das Freiburger Komitee auch der Schutz der Jugend vor dem Passivrauchen. Laut Pascal Diethelm entsteht gerade in Discotheken eine Gruppendynamik, die zum Rauchen animiert. «Nichtraucher fühlen sich in solchen Discos nicht wohl», sagte er.

Und gemäss dem Pneumologen Jean-Pierre Zellweger haben Studien aufgezeigt, dass viel weniger Jugendliche anfangen zu rauchen, wenn in den Discos ein Rauchverbot herrscht.

Mehr zum Thema