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Für den Saal braucht es eine neue Lösung

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In den letzten zehn Jahren war das Hotel Murten der Ort für grosse Veranstaltungen: Der Eventsaal des Hotelgebäudes bot mit seinen 600 Quadratmetern Platz für private Veranstaltungen, für Konzerte, für Sitzungen des Murtner Generalrats, für Feste der Murtner Fastnachtsgesellschaft und für Veranstaltungen der Solennität. In einer Medienmitteilung kündigt die Hotel Murten AG nun an, den Saal zu schliessen: «Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich die Grundkosten zum Betreiben eines Eventsaals in dieser Grösse in ländlichen Regionen durch die mögliche Anzahl an Anlässen nicht decken lassen.» Deshalb hätten sich die Betreiber entschieden, «den defizitären Saal per Ende April 2020 stillzulegen».

Wie Andreas Läderach aus Ried bei Kerzers Recherchen der FN gestern auf Anfrage bestätigte, ist er der alleinige Eigentümer des Hotel Murten. Für ihn ist die künftige Nutzung des Eventsaals noch völlig offen: «Wir können uns alles vorstellen», sagt Andreas Läderach und verweist für alle weiteren Fragen auf die Medienmitteilung.

Geld von der Stadt Murten

Das Hotel Murten konnte in den letzten Jahren auf die finanzielle Unterstützung der Gemeinde zählen: An seiner Sitzung vom April 2008 hatte der Murtner Generalrat einen Rahmenkredit von 500 000 Franken für den Erhalt des Saals gesprochen. Über fünf Jahre flossen so jeweils 100 000 Franken (siehe Kasten). Seit einigen Jahren beträgt der Saalbeitrag der Gemeinde 30 000 Franken, wie der Stadtammann von Murten, Christian Brechbühl, auf Anfrage bestätigte. Christian Brechbühl bedauert die Schliessung des Saals. Die Gemeinde Murten sei erst vor ein paar Tagen darüber informiert worden. Deshalb könne er noch nicht viel dazu sagen: «Wir sind offen und werden schauen, was wir machen können. Wir nehmen das an die Hand und suchen nach Lösungen.»

Verkauf ist eine Option

Laut der Medienmitteilung hat die Hotel Murten AG in den letzten zehn Jahren 1,5 Millionen Franken Quersubventionen geleistet für den Eventsaal. Doch auch das habe nicht ausgereicht, um den Saal selbsttragend zu betreiben. Für Saalmieten hätten aufgrund der geografischen Lage nicht marktübliche städtische Preise verlangt werden können, «ganz im Gegensatz zu den überregional definierten Kosten für Personal, Werbung, Versicherungen, Sicherheitsdienste, Technik, Umbauten und stetig wachsende Vorschriften».

Das Feld der möglichen Nutzungsvarianten stecken der Eigentümer und die Hoteldirektion mit Céline Seiler und Usko Wegmüller breit ab: Möglich sei vieles, vom Verkauf des Gebäudeteils mit Saal, dem Verkauf des gesamten Hotels inklusive Saal an die Gemeinde Murten oder an neue Betreiber des Hotels bis zu einer umfassenden Geländeplanung mit der Umnutzung des alten Feuerwehrlokals und der Turnhalle.

Auch der Bau von Alterswohnungen mit Hotelservice ist laut der Medienmitteilung eine Option. Der Eigentümer und die Betreiber würden gemeinsam mit der Gemeinde Murten nach Lösungen suchen, kündigt die Hotel Murten AG an.

Keine Kündigungen

Ein Grossteil der bisherigen und bereits geplanten Veranstaltungen können laut Betreiber im Lounge- und Restaurantbereich stattfinden. Personell habe die Schliessung des Saals keine Konsequenzen: «Die Stellenprozente des Saalbetriebs konnten durch natürliche Abgänge kompensiert werden.» Das Hotel und der Gastronomieteil bleiben an 365 Tagen im Jahr geöffnet.

Sensebezirk

Das Thema Säle in Restaurants bewegt die Bürger

Auch im Sensebezirk gibt ist immer weniger grosse Säle in Gastronomiebetrieben, weil sich die Besitzverhält­nisse in den letzten Jahren verändert haben. So zum Beispiel in Düdingen. Dort hat der Gemeinderat 2014 angekündigt, die Gemeindeliegenschaft Hotel Bahnhof umfunktionieren zu wollen, um die Rentabilität zu steigern. Der einst viel benutzte Saal des Bahnhofbuffet wurde auf Ende 2014 geschlossen. Der Anbau wurde demontiert und auf der Fläche entstand 2015 das heutige Hirslanden-Praxiszentrum. Auch der Rest des Gastronomiebetriebs wird redimensioniert, da in diesem Gebäude der regionale Sozialdienst für den unteren Bezirk und andere neue Mieter untergebracht werden und das Praxiszentrum zudem mehr Platz braucht.

Anders lief es in Schmitten. Der privat Besitzer des Restaurants Kreuz mit einem grossen Saal hat angekündigt, das Gebäude abzureissen und komplett neu zu bauen – und dabei auf den Saal zu verzichten. Das hat bei Vereinen und im Gemeinderat für Diskussionen gesorgt, da dieser Saal im Dorf oft benutzt worden ist. Schliesslich hat die Gemeindeversammlung nach einigen Diskussionen beschlossen, dass sich die Gemeinde in Form eines zins­losen Dar­lehens über 650 000 Franken am Bau des Saals beteiligt. Die Gemeinde soll zudem für einen Drittel der jährlichen Betriebskosten aufkommen.

Ein drittes Beispiel aus dem Sensebezirk: Das Restaurant Sternen in Tentlingen. Auch dies war in Besitz von Privaten. Der grosse Saal im Sternen ist der einzige grosse Versammlungsraum in der ganzen Gemeinde und das Restaurant das einzige im Dorf. Der Besitzer hat einen Investor gefunden, der das Restaurant abgerissen und darauf Wohnungen gebaut hätte. Dies hat der Gemeinderat im August 2016 verhindert, in dem er das Grundstück mit 4000 Quadratmetern für 1,8 Millionen Franken gekauft hat, um die Zukunft des Dorfkerns selbst in der Hand zu haben. Die Stimmbürgerinnen und -bürger haben diesen Entscheid an der Gemeindeversammlung diskussionslos abgesegnet.

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Zahlen und Fakten

Wechsel an der Spitze und Gerüchte

Bis im Sommer 2008 hiess das Hotel Murten an der Bernstrasse Hotel Enge. Das Ehepaar Blasius und Elisabeth Ehrsam führte den Betrieb unter diesem Namen über 30 Jahre lang und verkaufte es danach an die MCC Consulting AG. Unter der Leitung von Dominic Zuber eröffnete das renovierte Hotel Murten im Frühling 2009 wieder. 2008 sprach der Murtner Generalrat einen Rahmenkredit von 500 000 Franken für die nächsten fünf Jahre für den Erhalt des Saals. Dominic Zuber war auch Verwaltungsratsmitglied der Hotel Murten AG, im November 2013 gab er die Direktion des Hotels aber wieder ab. 2014 wiesen die Betreiber des Hotels Murten Gerüchte über mögliche finanzielle Schwierigkeiten des Betriebs entschieden zurück. Ohne konkret zu werden, hatten sie damals aber einen «Handlungsbedarf auf der Kostenseite» bestätigt. Der Betrieb befinde sich in einer Umstrukturierungsphase, hiess es. Heute sind Usko Wegmüller und Céline Seiler in der Hoteldirektion tätig. Eigentümer und einziges Verwaltungsratsmitglied der Hotel Murten AG ist Andreas Läderach aus Ried. Im Hotel Murten werden nach der Schliessung des Saals noch rund 45 Mitarbeitende beschäftigt sein.

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