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«Für die Zukunft ein absolutes Muss»

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«Für die Zukunft ein absolutes Muss»

Autor: Arthur Zurkinden

Seit 2007 bilden das Kantonsspital mit den ehemaligen Bezirksspitälern von Tafers, Merlach, Riaz, Billens und Châtel-St-Denis das Freiburger Spitalnetz (HFR), während das Spital Estavayer-le-Lac mit dem Akutspital von Payerne das HIB (Hôpital intercantonal de la Broye) bildet. Von Beginn weg war Marius Zosso als ehemaliger Sensler Oberamtmann an der Spitze des Verwaltungsrates des Freiburger Spitals, einer selbständigen Anstalt des öffentlichen Rechts

Marius Zosso, war es richtig, die öffentlichen Spitäler des Kantons in einem Spitalnetz zu vereinen?

Ich bin überzeugt, dass der Entscheid richtig war, im Hinblick auf die Zukunft gar ein absolutes Muss. Es ist nicht mehr denkbar, dass jedes kleine Spital seine Zukunft eigenständig meistern kann. Die Vernetzung der Spitäler hat nicht nur im administrativen Bereich stattgefunden. Die Ärzte des Kantonsspitals arbeiten z. B. mit jenen der anderen Spitalstandorte zusammen, tauschen Erfahrungen aus usw. Zudem kann ich mir schlicht nicht vorstellen, dass die Gemeinden als Träger eines Spitals, wie dies früher der Fall war, mit der Entwicklung im medizinischen, aber auch im administrativen Bereich noch mithalten könnten. Es ist auch nicht gut, wenn jedes Spital seine eigenen Investitionen tätigt. Heute ist auf eidgenössischer Ebene gar schon von suprakantonalen Strukturen die Rede.

Ist sich die Bevölkerung dieser Vernetzung bewusst? Wissen z. B. die Deutschfreiburger Herzpatienten, dass ihre Rehabilitation im Spital Billens erfolgen kann?

Vielleicht werden sich die Leute dessen erst im Verlaufe eines Spitalaufenthaltes bewusst, wenn sie beispielsweise zur Rehabilitation vom Spital Tafers ins Spital Merlach verlegt werden. Aber das ist weiter nicht problematisch; wichtig für die Patienten ist ja, dass die Spitalleistungen stimmen. Jeder Standort hat nun kantonale Aufgaben zu erfüllen. Billens ist mit seiner kardiovaskulären Abteilung nun für die Rehabilitation – stationär und ambulant – von Herzpatienten zuständig. Diese Abteilung mit sehr kompetenten Fachleuten ist heute bereits sehr gut ausgelastet. Das Personal ist so ausgebildet, dass es sehr fachmännisch auf Notfallsituationen reagieren kann.

Nach ihren Worten geniesst das Freiburger Spital auch dank der Vernetzung einen guten Ruf. Vor ein paar Jahren hat das Kantonsspital noch schweizweit für negative Schlagzeilen gesorgt. Sind nun alle Probleme behoben?

Wir haben Massnahmen getroffen und die Basis geschaffen, dass qualitativ gute Leistungen garantiert werden können. Natürlich erwartet jeder Patient, dass sein Problem sehr schnell und definitiv gelöst wird, was naturgemäss nicht immer möglich ist. So gesehen wird es sicher auch künftig noch unzufriedene Patienten geben. Wir bemühen uns ständig, uns noch zu verbessern, aber Probleme kann man nie gänzlich ausschliessen.

Den guten Ruf des Freiburger Spitals stellen wir bei der Anstellung von Kaderärzten fest. Wir haben seit Bestehen des Spitalnetzes immer wieder sehr gut qualifizierte Ärztinnen und Ärzte gewinnen können, die z. T. von Universitätsspitälern kommen. Wir können heute feststellen, dass sich das HFR punkto Spitalleistungen direkt hinter den Universitätsspitälern einreiht. Unsere Stellung in der schweizerischen Spitallandschaft ist also sehr gut.

Anfänglich brachten Hausärzte dem Spitalnetz einige Skepsis entgegen. Hat sich dieses Misstrauen gelegt?

Die Bedenken waren nicht in erster Linie medizinischer Art, sondern wurden in organisatorischer und administrativer Hinsicht geäussert. Einige fragten sich: Was passiert mit «unserem» Spital, das nun innerhalb eines Spitalnetzes zum Teil andere Aufgaben übernehmen muss? Es ist unser Anliegen, ein gutes Verhältnis mit den Hausärzten zu haben. Sie sind es ja, die uns ihre Patienten zuweisen. Dazu ist zu bemerken, dass für die Hausärzte die Bezugspersonen in den einzelnen Spitalstandorten – abgesehen von üblichen Personalfluktuationen – die gleichen geblieben sind. Dennoch muss es ein Anliegen des HFR sein, die Zusammenarbeit und die Beziehungen zu den Hausärzten zu intensivieren.

Heute hat jeder Standort ein Betriebskomitee, das mit dem gesamten Direktionsrat des Freiburger Spitals zusammenarbeitet. Diese Zusammenarbeit wird gegenwärtig überprüft; sicher gibt es diesbezüglich Optimierungspotenzial.

Was gilt es sonst noch zu verbessern? Welchen Herausforderungen muss sich das Freiburger Spital stellen?

Gewiss ist der Aufbau des Spitalnetzes noch nicht abgeschlossen. Noch einiges zu tun haben wir in den Bereichen Qualitäts- und Risikomanagement und Einführung des elektronischen Patientendossiers, das den Austausch der Daten innerhalb des HFR ermöglicht.

Eine grosse Herausforderung stellt die Einführung des dritten Jahres im Medizinstudium an der Universität Freiburg dar. Das HFR stellt nicht nur Ärzte für die Lehrtätigkeit, sondern auch Ausbildungsplätze zur Verfügung. Eine weitere grosse Herausforderung stellt die neue Spitalfinanzierung dar mit der Einführung der Fallpauschalen ab 2012. Das wird auch mit einer finanziellen Mehrbelastung für den Kanton verbunden sein.

Und wie sieht es mit der Umsetzung der kantonalen Spitalplanung aus, die ja noch nicht beendet ist?

Im Kantonsspital muss noch eine Einheit für psychische Kurzzeittherapie geschaffen werden. In Tafers wird im Verlaufe dieses Jahres die Überwachungspflege eröffnet, also eine Abteilung für Patienten, die einer ständigen Überwachung bedürfen. Und bekanntlich fehlen in Merlach noch die Neurorehabilitation und die Abteilung für die Palliativpflege. Diese Aufgaben werden aber erst nach dem Aus- und Umbau des Spitals eingeführt. Für den Umbau sind die Behörden des Seebezirks federführend, zumal sich ja die Gemeinden finanziell daran beteiligen müssen, wie dies noch vor der Kantonalisierung festgelegt worden ist.

Die Spitalplanung hat im Seebezirk einiges zu reden gegeben, vor allem der Entscheid des Staatsrates, das Spital Tafers als regionales Akutspital zu führen. War dieser Entscheid richtig?

Der Entscheid wurde vor Jahren getroffen, er steht nicht zur Diskussion. Über die Richtigkeit dieses Entscheides werden die Meinungen wohl auch heute noch auseinandergehen. Sicher ist die Spitalplanung nicht für die Ewigkeit festgemeisselt. Ich bin aber überzeugt, dass die heutige Spitalplanung die Position der Spitäler Tafers und Merlach in der freiburgischen Spitallandschaft gestärkt hat und diese in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Kurz- und mittelfristig ist sicher nicht mit einem Abbau zu rechnen, wie dies da und dort befürchtet wird, sonst würden wir ja nicht in Merlach aus- und umbauen und in Tafers die Überwachungspflege einführen.

Das Freiburger Spital ist eine selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts. Welche Rolle spielt da der Staatsrat in dieser Organisation noch?

Gewiss ist der Verwaltungsrat zuständig für die strategische Führung, die auf operativer Ebene vom sechsköpfigen Direktionsrat wahrgenommen wird. Wir sind aber betreffend Finanzen, Infrastrukturen und Personal auf die zuständigen kantonalen Behörden wie Staatsrat und Grosser Rat angewiesen. Es ist kein Geheimnis, dass wir mehr finanzielle und personelle Ressourcen beantragen, als uns der Kanton gewährt bzw. gewähren kann. Diese Tatsache beeinträchtigt aber unsere guten Beziehungen zum Staatsrat, der ja auch mit zwei Mitgliedern im Verwaltungsrat vertreten ist, in keiner Weise.

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