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Für immer himmelblau

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Mein Herz schlägt höher beim Treppensteigen, nicht beim Fussballgucken. Aber als Luis Suárez Uruguay zum 2:1-Sieg gegen England schoss, da hüpfte mein Herz für einen kurzen Moment wie der Brazuca auf dem brasilianischen Rasen. Ich bin kein Fan, aber der uruguayischen Nationalelf bin ich etwas schuldig.

Das kam so. 1986 kickten Uruguay und 23 andere Teams in Mexiko um den Weltmeistertitel. Ich war neun Jahre alt damals, und auf dem Pausenplatz unserer kleinen Primarschule im Luzernischen grassierte das Panini-Fieber. Alle anderen hatten dicke Stapel der farbigen Fussballer-Helden, vor und nach der Schule wurde heftig getauscht und gefachsimpelt. Nur ich stand abseits. Denn ich hatte keine Panini-Bildli (Sackgeld knapp, die Eltern Fussball-Abstinenzler, ich uncool) und schon gar keine Ahnung von Fussball. (Erst Jahre später kapierte ich, wieso meine Schulkameraden «Henz!» brüllten, wenn beim Tschutten jemand den Ball mit den Händen berührte.)

Irgendwann erbarmten sich meine Gspändli meiner und schenkten mir jene Kleber, die als Tauschobjekte keinen Wert hatten – und das waren die Tschütteler aus Uruguay. Ob Panini aus Versehen zu viele davon gedruckt hatte oder ob die Südamerikaner bei Luzerner Landeiern einfach nicht beliebt waren, weiss ich bis heute nicht. Jedenfalls hatte ich nach und nach die gesamte uruguayische Mannschaft zusammen, auch das Mannschaftsbild und sogar das Wappen. Ich glaube mich noch heute an dessen silbriges Schimmern zu erinnern. Und an das wohlige Gefühl, dazuzugehören.

Dann ging die WM zu Ende, Uruguay war in den Achtelfinals ausgeschieden, die Sommerferien kamen und die klebrigen Uruguayer landeten irgendwann im Abfall. Trotzdem habe ich nie vergessen, was sie 1986 für mich getan haben. Darum: «Soy celeste!» Ich bin himmelblau, wie die uruguayischen Fans singen. Himmelblau für immer.

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