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Für mehr Solidarität unter den Menschen

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Im Gespräch mit Erika Schnyder, Staatsrats-Kandidatin der SP

Autor: Mit ERIKA SCHNYDER sprach JEAN-LUC BRÜLHART

Weshalb wollen Sie Staatsrätin werden?

Ich habe eine lange Erfahrung mit politischer Arbeit, denn ich bin seit über zehn Jahren im Gemeinde- rat Villars-sur-Glâne und sass während vier Jahren im Verfassungsrat. Wenn man über gewisse Kompetenzen verfügt – ich stütze mich da auf die Rückmeldungen von Personen aus meinem Umfeld -, so sollten sie der Allgemeinheit nützlich sein. Mit meinen 51 Jahren ist für mich der letzte Moment für eine Staatsrats-Kandidatur gekommen. Als Regierungs-Mitglied ist man noch genug nahe bei der Bevölkerung, um die Anliegen und Besorgnisse zu kennen. Das ist mir persönlich wichtig.

Wie sehen Sie die Position des Kantons Freiburg zwischen Bern und Lausanne?

Diese Position ist eine Chance, und wir haben es in der Hand, diese zu nutzen. Das zweisprachige Freiburg liegt zentral zwischen der Romandie und der Deutschschweiz, ist industrialisiert, hat aber viele Grünflächen, und es besteht ein breites kulturelles und landschaftliches Angebot. Wir müssen auch in Zukunft darauf achten, eine nachhaltige Raumplanung zu verfolgen. Grünzonen, Erholungsräume und sanfte Mobilität sind wichtige Beiträge zur Erhaltung der Lebensqualität.

Das Soziale liegt Ihnen stark am Herzen. Wie nehmen Sie die Veränderungen in den letzten zehn Jahren wahr?

Wurden Sozialbezüger früher von der Familie und von Bekannten unterstützt, so heisst es heute: «Ich habe das Recht auf Sozialhilfe.» Die Menschen vergessen, dass sie nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten haben. Ich stelle fest, dass sich die Gesellschaft mehr und mehr individualisiert und Menschen kaum mehr Verantwortung übernehmen wollen. Hier spreche ich auch die Solidarität an – zwischen den Menschen, den Generationen, aber auch zwischen den Gemeinden. Auf jeder Ebene werden Lösungen oft nur in Zusammenarbeit und im Gespräch gefunden.

Sie sagen, Ausländer müssen besser integriert werden. Was heisst das konkret?

Integration bedeutet für mich zuerst, dass jede Kultur lernt, mit einer anderen Kultur zusammenzuleben. Für die Ausländer heisst das, die Sprache zu lernen. Für Menschen, die im Arbeitsprozess sind, oder für schulreife Kinder ist dies viel einfacher. Zugegeben besteht gerade bei ausländischen Frauen, die den grössten Teil der Zeit zu Hause verbringen, ein Defizit. Neben dem fehlenden Spracherwerb ist natürlich auch der Analphabetismus ein Problem – nebenbei bemerkt auch bei Schweizern. Der Kanton muss meines Erachtens aktiver werden. Es bestehen zahlreiche Organisationen und Institutionen. Was fehlt, ist der Austausch zwischen ihnen. Die Integration wird in den nächsten Jahren ein Hauptthema sein.

Wie stehen Sie zur Zweisprachigkeit im Kanton Freiburg?

Bereits in der Primarschule müssen Fremdsprachen erlernt werden. Für mich hat die Partnersprache Vorrang, vor dem Englischen. Verschiedene Sprachen zu beherrschen ist ein grosser Trumpf. Es stimmt nicht, dass Kinder Mühe haben, mehrere Sprachen gleichzeitig zu lernen. Ein gutes Beispiel ist die zweisprachige Spielgruppe in Villars-sur-Glâne. Aber natürlich hat der richtige Erwerb der Muttersprache Priorität.

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau ist Ihnen ein wichtiges Anliegen.

Heute besteht immer noch ein Unterschied von 20 Prozent bei gleicher Qualifikation und vergleichbarer Arbeit. Der Kanton müsste mit gutem Beispiel vorangehen und diese Ungleichheit korrigieren. Die Ungleichbehandlung betrifft aber nicht nur den Lohn. Auch wenn es um Beförderungen oder Boni geht, ist der Mann bevorzugt. Frauen müssen nicht nur den gleichen Lohn erhalten, sondern auch die gleichen Chancen haben.

Sie haben vor über einem Jahr Ihre Kandidatur bekannt gegeben, in der Zwischenzeit wurden Sie aber Ammännin von Villars-sur-Glâne. Besteht da ein Konflikt?

Es war nicht vorauszusehen, dass die SP bei den Gemeinderatswahlen von Villars-sur-Glâne so gut abschneiden würde (Anm. d. Red.: von einem auf vier Sitze). Unsere Partei musste die Verantwortung wahrnehmen und den Syndic stellen. Als erfahrenste Gemeinderätin habe ich mich zur Verfügung gestellt – mit dem Risiko auch, dass man mir Ämterkumulierung vorwerfen könnte. Wir haben aber bereits ein Szenario entwickelt für den Fall meiner Wahl in den Staatsrat. Für mich war immer klar gewesen, dass ich an meiner Kandidatur festhalte. Ich war schon im 2002 bereit, die Nachfolge von Ruth Lüthi anzutreten, wäre sie in den Bundesrat gewählt worden.

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