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«Für mich war es eine Berufung»

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In Frankreich steht auf 253 Einwohner ein Polizist im Einsatz. Im See- und im Broyebezirk ist die Dichte an Polizeibeamten weit tiefer: Hier steht auf 813 Einwohner ein Polizist im Einsatz. Für die beiden Bezirke, die bei der Kantonspolizei zum Gebiet «Region Nord» gehören, arbeiten 80 Polizeibeamte. Seit dem 1. März ist Markus Jungo Chef über diese Polizistinnen und Polizisten. Seine Aufgabe ist es, die 80 Beamten in den beiden Bezirken See und Broye mit seinen 61 000 Bewohnern zu führen.

Autobahn als Fluchtweg

Durch den See- und den Broyebezirk führt die Autobahn A 1. Diese ist nicht nur in verkehrstechnischer, sondern auch in polizeilicher Hinsicht wichtig. «Die Kriminalanalyse zeigt, dass die meisten Einbrüche nahe der A 1 stattfinden», sagt Jungo. Der Grund ist einfach: Die Autobahn bietet den Dieben einen schnellen Fluchtweg. Mit diesem Fluchtweg stellt sich für die Polizei ein weiteres Problem, denn der Kriminaltourismus kennt keine Kantonsgrenzen. Nicht zuletzt deshalb haben sich die vier Kantone Freiburg, Waadt, Bern und Neuenburg kürzlich zur «Operationsplattform der drei Seen» zusammengeschlossen. Dank dieserengeren Zusammenarbeit werden die Kontrollen über die Kantonsgrenzen hinaus koordiniert, wie Jungo erklärt. Er ist sich sicher, dass dieser Zusammenschluss in die richtige Richtung geht. «Ich verspreche mir sehr viel davon.»

Auf Campings präsent sein

Jungo ist als Chef der Region Nord nicht nur verantwortlich für die Koordination zwischen den Kantonen, sondern auch für operative Massnahmen in seinem Gebiet. In der Region Nord gibt es wegen den vielen Touristen an den Seen im Sommer etwa die Aktion «Bermuda»: Die Polizei markiert bei dieser Aktion, dessen Name sich an die sommerliche kurze Hose anlehnt, insbesondere auf Campingplätzen Präsenz und sorgt für Ruhe in der Nacht. «Wenn es Nachtruhestörer gibt, versuchen wir es zuerst mit einem Gespräch.» Wenn alles nichts nützt, verweist die Polizei die Unbelehrbaren vom Campingplatz.

Armee oder Polizei

Markus Jungo ist es wichtig, zuerst mit den Leuten in Kontakt zu treten. Der Kontakt zu den Leuten war denn auch der Antrieb für seine Berufswahl. Jungo lernte ursprünglich Landwirt, aber ihm wurde bald klar: «Entweder will ich bei der Armee oder bei der Polizei arbeiten.» Er absolvierte 1986 die Polizeischule und stieg kontinuierlich die Karriereleiter hoch (siehe Kasten).

Könnte Jungo noch einmal von vorne beginnen, würde er es genau gleich machen. «Für mich war es eine Berufung, zur Polizei zu gehen.» Heute lerne man Polizist nicht mehr, weil man sich dazu berufen fühlt. «Für viele ist der Polizeiberuf einfach nur ein Job.»

Obschon Jungo in seiner Funktion als Chef Region Nord viel im Büro sitzt, steht er auch draussen im Einsatz. Als Pikettoffizier steht er entweder unter der Woche oder am Wochenende 24 Stunden auf Abruf bereit–und rückt aus, wenn es ihn braucht: So etwa bei Grossbränden, bei schweren Verkehrsunfällen oder bei unklaren Todesfällen.

Der grösste Zwischenfall, bei dem Jungo als Pikettoffizier im Einsatz stand, war die Verfolgungsjagd auf der A 1 im April 2010, die beim Sevaz-Tunnel mit tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen der flüchtenden Täter endete. «Da musste ich innerhalb Sekunden viele Entscheidungen treffen», erinnert sich Jungo. Neben dem erschossenen Täter seien weitere auf der Flucht gewesen, zudem seien die Autofahrer auf der A 1 blockiert worden, und die Medien mussten mit Informationen versorgt werden.

 Viele Einsätze gehen nicht spurlos an Jungo vorbei. Unter die Haut geht ihm insbesondere, wenn er Todesnachrich- ten überbringen muss. «Einer Mutter mitzuteilen, dass ihr Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, das ist nicht einfach. Da braucht es das nötige Feingefühl.» Dennoch kann Jungo nach Dienstschluss abschalten: Er ist passionierter Schwimmer, und er liebt das Essen mit einem guten Schluck Wein. Fürs Kochen ist nicht er, sondern seine Frau zuständig. «Solange meine Frau so gut kocht, kann ich gut die Finger davon lassen», sagt Jungo und lacht.

Zur Person

Vom Polizeibeamten zum Regionenchef

Der 54-jährige Markus Jungo ist in Düdingen aufgewachsen. Heute wohnt er zusammen mit seiner Frau in Villars-sur-Glâne. Der gelernte Landwirt absolvierte 1986 die Polizeischule. Als Polizist arbeitete er zuerst auf dem Posten in Freiburg und in Düdingen, danach war er sieben Jahre Postenchef in Flamatt und von 1999 bis 2002 als Gruppenchef bei der Verkehrspolizei in Granges-Paccot tätig. 2002 wechselte Jungo als Gruppenchef der mobilen Polizei in die Region Nord. Von 2009 bis 2014 war er in Granges-Paccot als Offizier zuständig für die Abteilung Planung und Einsatz und zugleich Chef der Spezialeinheiten. Seit dem 1. März führt Jungo nun vom Stützpunkt in Domdidier aus die Region Nord, zu der neben dem See- der Broyebezirk gehört.hs

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