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Für umfassenden Schutz

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Für umfassenden Schutz

Projektgruppe untersucht Gefahren für den Kanton Freiburg

Um die Bevölkerung umfassend schützen zu können, muss man wissen, wodurch sie gefährdet ist. In Freiburg ist eine Projektgruppe daran, eine Analyse durchzuführen. Sie wird als Grundlage für ein Bevölkerungsschutzkonzept dienen, das im Jahr 2007 in Kraft treten soll.

Von PASCAL AEBISCHER

Aufgabe des Bevölkerungsschutzes ist es, die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen bei Katastrophen und in Notlagen, aber auch im Fall eines bewaffneten Konflikts zu schützen. Diese Aufgabe haben die Partnerorganisationen Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, technische Betriebe und Zivilschutz in einem Verbund gemeinsam zu erfüllen. Das entsprechende Bundesgesetz ist auf Anfang 2004 in Kraft getreten. Alle Kantone sind daran, ihre Gesetze und Strukturen den neuen Bundesvorgaben gemäss zu erstellen oder anzupassen.

Zivilschutz bereits reorganisiert

In einem ersten Schritt hat der Kanton Freiburg bereits die Partnerorganisation Zivilschutz reorganisiert, weil es hier den grössten Handlungsbedarf gab. Im Verlauf des Jahres 2003 hat Freiburg ein Leitbild und ein Gesetz ausgearbeitet, die daraufhin vom Parlament verabschiedet und auf den 1. Januar 2004 in Kraft gesetzt wurden.

«Demgegenüber erschien uns die Erarbeitung eines neuen Konzeptes für den Bevölkerungsschutz weniger dringlich, da unser Kanton seit den 80er-Jahren über eine Organisation für den Fall von Katastrophen und Notlagen verfügt», erklärte Beat Renz, Generalsekretär der Freiburger Sicherheits- und Justizdirektion, kürzlich an der ersten nationalen Bevölkerungsschutz-Konferenz in Freiburg. Nun sei man daran, die bestehenden Strukturen zu kontrollieren und zu optimieren.

Gefährdungen kennen

Um einen umfassenden Bevölkerungsschutz mit den nötigen Hilfeleistungen aufbauen zu können, müsse man sich der genauen Bedürfnisse bewusst sein. «Wir sind davon ausgegangen, dass wir als Grundlage für die Planung des Bevölkerungsschutzes eine Übersicht über die kantonale Gefährdungssituation benötigen», hielt Renz fest. Bei diesen Arbeiten habe sich der Kanton Freiburg durch das Konzept «Kataplan» des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz leiten lassen. Man habe sich dabei auf Erfahrungen des Kantons Aargau abstützen können.

Viele Gefahren

Die heutigen Gefährdungen sind in der Schweiz vielgestaltig. Der Sicherheitspolitische Bericht 2000 des Bundesrates spricht von einem «komplexen und dynamischen Gefährdungsspektrum». Während ein Krieg in der Schweiz auf Jahre hinaus nicht wahrscheinlich ist, können andere Ereignisse jederzeit und ohne Vorwarnung eintreten. Dazu gehören Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Stürme oder Erdrutsche genauso wie durch Menschen verursachte Katastrophen (Stichworte Tschernobyl, Schweizerhalle). Auch terroristische Anschläge sind denkbar.

Drei Arbeitsschritte

Die Risikoanalyse, wie sie der Kanton Freiburg zurzeit durchführt, erfolgt in drei Arbeitsschritten: Zuerst gilt es, die für den Kanton wichtigen Gefahrenarten zu erkennen. Danach muss bestimmt werden, welche grossen Schäden diese Gefährdungen hervorrufen können – insbesondere bei wichtigen, so genannten «kritischen» Infrastrukturen wie Verkehrsnetzen, Stromversorgung, Spitälern usw. «Von diesem Schadenpotenzial hängt es ab, ob ein Ereignis zu einer Katastrophe wird oder nicht», führte Beat Renz in seinem Referat aus. Und in einem dritten Schritt werden für jede Gefahrenart zwei Szenarien festgelegt – ein wahrscheinlicheres mit mittelschweren Auswirkungen und ein weniger wahrscheinliches mit schwereren Auswirkungen (siehe Kasten 2).

Um an die nötigen Informationen zu kommen, führt die Projektgruppe um Beat Renz Interviews mit Spezialisten bei Kanton und Bund und nutzt Unterlagen aller Art über Gefahren, Ereignisse und deren möglichen Wirkungen. Bei der Bildung der Projektgruppe habe man darauf geachtet, dass sie schlank sei, sagte Beat Renz. Neben ihm selber bestehe die Projektgruppe aus zwei verwaltungsinternen Spezialisten, nämlich einem Geologen für die Naturgefahren und einem Ingenieur für die technischen Gefahren, Vertretern der drei Blaulichtorganisationen (Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen), dem Chef des Amtes für Militär und Bevölkerungsschutz sowie einem Vertreter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz.

Zurzeit ist die Projektgruppe beim dritten Schritt der Risikoanalyse: «Wir sind nun daran, für etwa 20 Gefahrenarten je zwei Basisszenarien zu erstellen», fuhr Renz fort. Er rechne mit einer Projektdauer von acht bis neun Monaten. Das Projekt habe im Juli begonnen und sollte im kommenden März abgeschlossen sein. «Wir haben also heute die Hälfte des Weges zurückgelegt.»

Noch sei es viel zu früh, um auch nur eine Zwischenbilanz ziehen zu wollen. Erste Ergebnisse konnte er trotzdem bereits vermelden: Lawinen, Waldbrände oder auch Flugunfälle stellen für den Kanton Freiburg gemäss Analyse unter dem Gesichtspunkt des Bevölkerungsschutzes als Einsatzorganisation keine signifikanten Risiken dar. Demgegenüber habe sich gezeigt, dass Hitzewellen, Epidemien, ein länger dauernder Ausfall der Stromversorgung oder auch verschiedene Formen der Gewalt unter der Kriegsschwelle als gewichtige Risiken zu betrachten seien.

Neues Bevölkerungsschutz-Gesetz für 2007

Bis das neue Freiburger Bevölkerungsschutz-Verbundsystem steht, wird es noch etwas dauern: Auf der Basis der Risikoanalyse und anderer Vorarbeiten soll nächstes Jahr mit der Ausarbeitung eines Konzepts und eines Gesetzes über den Bevölkerungsschutz begonnen werden, sagte Beat Renz. «Termin für das Inkrafttreten ist der 1. Januar 2007.»
Wenns in Freiburg bebt . . .

Erdbeben sind im Freiburger Bevölkerungsschutz ebenfalls ein Thema, auch wenn Freiburg laut Beat Renz weniger gefährdet ist als andere Gegenden.

Zurzeit sei die Projektgruppe, die sich mit dem Freiburger Gefahrenpotenzial auseinander setzt, daran, für verschiedene Gefahrenarten Szenarien zu erstellen. Darunter auch Erdbebenszenarien, sagte der Generalsekretär der Freiburger Sicherheits- und Justizdirektion an der ersten nationalen Bevölkerungsschutzkonferenz in Freiburg.

Das Dokument, das für alle Gefahrenarten gleich strukturiert ist, beginnt mit einer allgemeinen Beschreibung der Gefahr und ihrer möglichen Auswirkungen. Dann werden zwei Szenarien dargestellt: A, ein wahrscheinlicheres mit mittelschweren Auswirkungen, und B, ein weniger wahrscheinliches mit schwereren Auswirkungen. Zum Schluss folgen Angaben über Ansprechstellen, verfügbare Unterlagen und Literatur.

«Uns ist es wichtig, möglichst konkrete Aussagen zu haben», meinte Renz. Die Szenarien enthalten Angaben über ein mögliches Ereignis und dessen Ablauf, die Wahrscheinlichkeit des Eintritts sowie das Schadenbild, wobei zwischen direkten und indirekten Schäden unterschieden wird. «Für den Fall eines Erdbebens haben wir beispielsweise für die Agglomeration Freiburg quartierweise die Zahl der Gebäude ermittelt und diese aufgrund von Annahmen über die Bauart in sieben Schadenklassen eingeteilt. Ähnlich versuchen wir, auch für die Personen- schäden und die Zahl der Obdachlosen zu möglichst konkreten Angaben zu gelangen.»

Loretto-Felsen
eine Gefahr für die Altstadt

Die Einschätzungen sind n

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