Fussball 03.03.2018

Der SC Düdingen braucht Siege

Das Runde muss ins Eckige – für den SC Düdingen geht heute die Jagd nach Toren und Punkten wieder los.
Der SC Düdingen befindet sich zum Start der 1.-Liga-Rückrunde in einer ungemütlichen Situation. Wollen die Sensler den Ligaerhalt schaffen, dürfen sie sich praktisch keinen Fehltritt mehr leisten – schon gar nicht morgen beim Sechs-Punkte-Spiel gegen Thun U21.

Etwas Positives hat die schlechte Vorrunde, die der SC Düdingen im vergangenen Herbst absolviert hat: Es kann eigentlich nur noch besser werden. Ein einziger Sieg in 14 Spielen, das schlechteste Torverhältnis, abgeschlagenes Schlusslicht mit sieben Punkten Rückstand auf den Strich – für den SCD gibt es viel Potenzial, um es in der heute beginnenden Rückrunde besser zu machen.

«Es ist schon einige Jahre her, seit letztmals ein Team mit sieben Punkten Rückstand noch den Ligaerhalt geschafft hat.»

Joël Durret

Trainer SC Düdingen

 
 

In der Saison 2008/09, als die Sensler letztmals sportlich aus der 1. Liga abgestiegen waren, am grünen Tisch den Klassenerhalt dann doch schafften, hatten sie doppelt so viele Punkte auf dem Konto gehabt. «Unsere Ausgangslage ist nicht einfach», sagt Trainer Joël Durret. «Es sind einige Jahre her, seit letztmals ein Team mit sieben Punkten Rückstand in der zweiten Saisonhälfte den Ligaerhalt noch geschafft hat. Ich bin aber optimistisch, dass es uns gelingen wird.»

Mehr Pressing

Gründe zur Zuversicht fallen Durret spontan mehrere ein: zum Beispiel die Qualität des Kaders. «In der Winterpause haben wir einige gute Neuzuzüge getätigt.» Dabei ist es dem SCD gelungen, sich in allen Zonen zu verstärken. In der Verteidigung hat Durret durch die Verpflichtung von Yannick Moussa eine interessante Option erhalten. «Moussa ist ein starker Aussenverteidiger mit viel Offensivdrang», sagt der Trainer. «Er kann auch sehr gut als Flügelstürmer spielen, was uns einige taktische Möglichkeiten eröffnet.» Seine Polyvalenz hat der 32-jährige Franzose unter anderem im Testspiel gegen Münsingen bewiesen, als er ein Tor und ein Assist zum 3:3-Unentschieden beigesteuert hat.

Zusammen mit den Stammverteidigern Flavio Cassarà, Elvis Corovic und Fabian Suter sowie Jens Hofer oder auch Jan Bürgy verfügt Düdingen in der Defensive über einige Optionen. Durret ist denn auch guter Dinge, dass sein Team nicht erneut 34 Gegentore kassiert. «In der Vorbereitung haben wir viel an unserem defensiven Verhalten gearbeitet. Er sei kein Freund davon, einfach hinten reinzustehen, um möglichst kein Gegentor zu erhalten. «Um den Gegner von der Zone 1 wegzubringen, wollen wir vermehrt Pressing spielen und das Mittelfeld zustellen. Mit dieser Spielweise besteht zwar die Gefahr, dass wir zu hoch stehen. Es ist mein Anspruch, dass wir das Geschehen auf dem Platz kontrollieren und offensiv anspruchsvollen Fussball zeigen.»

Verstärkte Offensive

Damit das gelingt, hat sich der SCD in der Winterpause in der Offensive verstärkt. Gezim Shalaj, der quirlige und technisch versierte Flügelspieler, und Rückkehrer Adan Rebronia werden im Angriff für frischen Wind sorgen. Zudem scheint Ndiaw Ndiaye endlich den Tritt gefunden zu haben, nachdem er in der Vorrunde (verletzungsbedingt) nicht so zum Zug gekommen war. In den Testspielen erzielte er fünf Tore. «Mit seiner Grösse und seiner Schusstechnik ist er im Abschluss sehr gefährlich», sagt Trainer Durret. «Dass er in der Vorbereitung fünf Tore erzielt hat, liegt auch daran, dass wir unser Spiel etwas mehr auf ihn ausgerichtet haben.»

«Das Klima in der Mannschaft nehme ich als deutlich zuversichtlicher wahr als noch im Oktober.»

Joël Durret

Trainer SC Düdingen

Mit Aurélien Ziegler hat der SCD zudem einen Mittelfeldregisseur gefunden, der dem Team die nötigen offensiven Impulse geben und den tödlichen Pass in die Tiefe spielen kann. «Ziegler ist ein sehr kreativer Spieler mit einer beeindruckenden Spielintelligenz», schwärmt Joël Durret. Neben dem 29-jährigen Franzosen ist im Mittelfeld auch Routinier Frédéric Piller gesetzt. Im Kampf um die restlichen Plätze haben Christoph Catillaz, Robyn Chirita und Nando Sommer die Nase vorn. Je nach Gegner kann Durret einen anderen Spielertypen einsetzen. Catillaz ist der offensive Akteur, der den Ball beschleunigen kann, Chirita und Sommer sind die aggressiven Spielertypen, die den Zweikampf suchen. «Das gibt mir Freiräume für meine taktischen Entscheide», sagt der Trainer.

2018 noch ungeschlagen

In den Testspielen haben sich die Düdinger – trotz der fünf Abgänge und den sieben Neuverpflichtungen – bereits erstaunlich gefestigt und strukturiert präsentiert. Die Resultate in den Testspielen – und das ist der zweite Grund für Durrets Zuversicht – stimmen positiv. In sieben Partien hat der SCD fünf Mal gewonnen, zweimal resultierte ein Remis. Insbesondere gegen die starken 1.-Liga-Teams Solothurn (2:1) und Münsingen (3:3) sowie gegen La Chaux-de-Fonds (2:2) aus der Promotion League hinterliess Düdingen einen gefälligen Eindruck. Mit 18 erzielten Toren war man äusserst produktiv – etwas, das bisher wahrlich nicht die Stärke des Teams war. «Die Resultate in den Testspielen waren durchwegs positiv. Wir hielten sehr gut mit, dominierten phasenweise sogar. 2018 sind wir noch ungeschlagen.»

Die guten Resultate wirkten sich positiv auf die Stimmung im Team aus, sagt Durret. «Das Klima innerhalb der Mannschaft nehme ich als deutlich optimistischer und erwartungsvoller wahr als noch im Oktober.»

Sechs-Punkte-Spiel gegen Thun U21

Damit den Düdingern ihr wiedergewonnenes Selbstvertrauen nicht bereits wieder abhandenkommt, wäre heute (15 Uhr) ein gelungener Start in die Rückrunde dienlich. Die Partie beim FC Thun II, der knapp über dem Strich liegt, hat für das Birchhölzli-Team nämlich durchaus wegweisenden Charakter. Mit einem Sieg in diesem Sechs-Punkte-Spiel könnte es bis auf vier Zähler zu den Bernern herankommen, bei einer Niederlage würde der Rückstand auf happige zehn Zähler anwachsen.

Von einem Schicksalsspiel will Joël Durret aber nicht reden. «Man sollte nicht zu viel Betonung auf das ein einzelnes Spiel legen. Natürlich wäre es besser zu gewinnen, dann wären wir wieder voll im Rennen. Eine Niederlage würde aber noch lange nicht unseren Abstieg bedeuten.» Es würden noch viele Spiele folgen, in denen man punkten und aufholen könne. Die Liga sei sehr nahe beisammen; mit einer Siegesserie könne man rasch einige Plätze gutmachen. «Aber es ist klar: Einmal müssen wir eine solche Serie hinlegen. Je früher wir damit anfangen, desto besser.»

Vorbereitungsspiele

Düdingen - Solothurn (1 L) 2:1 h

Düdingen - La Tour/Pâquier (2i) 4:0 h

Düdingen - La Chaux-de-Fonds (PL) 2:2 a

Düdingen - Muri-Gümligen (2i) 2:1 h

Düdingen - Münsingen (1L) 3:3 h

Düdingen - Colombier (2i) 3:1 h

Düdingen - Richemond (2i) 2:1 a

1. Liga

Ein Dreikampf um den Ligaerhalt zeichnet sich ab

Der Blick auf die Tabelle der 1. Liga verspricht eine äusserst spannende zweite Saisonhälfte. An der Spitze hat sich Lancy etwas abgesetzt, im Tabellenkeller haben Thun, Portalban/Gletterens und Düdingen den Anschluss verloren, die restlichen Teams sind so nahe beisammen wie schon lange nicht mehr. Zwischen dem zweitplatzierten Martigny und Echallens auf Rang elf liegen nur gerade sechs Punkte. Im Vorjahr waren es zum Rückrundenstart 18 Zähler Differenz gewesen.

Düdingen benötigt mindestens sieben Siege

Weil die Teams nahe beisammen sind, lassen sich mit Siegen rasch einige Plätze gutmachen. Gleichzeitig kann jeder Fehltritt fatale Folgen haben. In den vergangenen Saisons brauchte es jeweils zwischen 28 und 29 Punkte, um den Ligaerhalt zu schaffen. Düdingen müsste demzufolge noch mindestens sieben Siege holen.

Im Kampf um den Ligaerhalt zeichnet sich ein Dreikampf zwischen dem SCD, Thun U21 und Portalban/Gletterens ab. «Portalban hatte anfangs einige Probleme, Spieler für die Rückrunde zu finden. Jetzt hat man ein gutes Team beisammen, dennoch liegt Portalban in unserer Reichweite», sagt Düdingens Trainer Joël Durret. Gleiches gelte für Thun U21. «Bei den Nachwuchsteams gibt es innerhalb einer Saison erfahrungsgemäss wenig Änderungen im Kader. Deshalb schätze ich die Berner in etwa gleich stark ein wie in der Vorrunde.» Eher schwieriger werde es, Echallens und Oberwallis Naters noch abzufangen. «Echallens ist unter Wert klassiert und wird bestimmt da unten wegkommen. Naters hat aufgestockt und zwei Spieler von Breitenrain aus der Promotion League engagiert.» ms

 

17 Tore: Dylan Dugourd (Carouge)

12 Tore: Nassamba Moussilou (Meyrin)

10 Tore: Vitezslav Hrdlicka (Naters)

9 Tore: Thibault Constantin (Martigny)

7 Tore: Lyazid Brahimi (Azzurri LS)

Hazir Mehmetaj (Martigny)

Ange Mawete Nsilu (Lancy)

6 Tore: Baptiste Bersier (Echallens )

Salim Camara (Azzurri LS)

Frédéric Dos Santos (Lancy)

Yassine El Allaoui (Echallens)

Thun II - Düdingen Sa. 15.00

Lancy - Young Boys II versch.

Echallens - Martigny-Sports versch.

Meyrin - Team Waadt U21 versch.

Naters - Carouge So. 14.30

Freiburg - Azzurri Lausanne versch.

Vevey - Portalban/Gletterens versch.

 
 

SC Düdingen

Das Kader für die Rückrunde

Torhüter: Maxime Brenet, Kai Stampfli.

Verteidiger: Jan Bürgy, Flavio Cassarà, Elvis Corovic, Jens Hofer, Loïc Marmier, Yannick Moussa (neu, Freiburg), Jannick Rytz, Yessin Sdiri, Fabian Suter.

Mittelfeld: Christoph Catillaz, Robyn Chirita (neu, Freiburg), Elie Dindamba, Frédéric Piller, Cédric Portmann, Nando Sommer, Aurélien Ziegler (Racing Besançon/FRA).

Stürmer: Lionel Buntschu, Marco Fasel (neu, Ueberstorf), Steve Mballa (neu, Jun. A), Ndiaw Ndiaye, Dylann Nyangi, Adan Rebronia (neu, Freiburg), Gezim Shalaj (neu, Port Vale/ENG).

Trainer: Joël Durret.

Abgänge: Andi Iseni (Pause), Kevin Pianaro (Stade Payerne), Fisnik Pajaziti (Farvagny), Karim Diarra (Stade Payerne), Evan Melo (Auslandaufenthalt).