Trennung mit Misstönen 16.05.2018

Djelid nicht mehr Trainer des FC Freiburg

Der FC Freiburg beendet Ende Saison die Zusammenarbeit mit seinem Trainer Ismaël Djelid. Es ist eine Trennung mit Misstönen. Einen Nachfolger will der 1.-Liga-Verein in den kommenden Tagen präsentieren.

Bleibt er oder bleibt er nicht? Die Trainerfrage hat beim FC Freiburg in den vergangenen Wochen für einigen Wirbel gesorgt. Für Diskussionen sorgte insbesondere die Tatsache, dass von verschiedenen Vorstandsmitgliedern ganz unterschiedliche Aussagen betreffend der Zukunft von Ismaël Djelid gemacht wurden.

Einbruch nach der Winterpause

Gestern Abend hat der Verein nun den Spekulationen ein Ende gesetzt. «Djelid ist noch bis am 31. Mai Trainer der FC Freiburg, danach ist er frei», sagte FCF-Ehrenpräsident Hé­ribert Brulhart. «Wir werden den Vertrag mit ihm nicht verlängern. In den kommenden Tagen werden wir Djelids Nachfolger bekannt geben. Da unser neuer Trainer derzeit noch bei einem anderen Verein engagiert ist, warten wir bis zum Saisonende, ehe wir seinen Namen bekannt geben.»

Djelid hatte die 1. Mannschaft des FC Freiburg letzte Saison drei Runden vor Meisterschaftsende übernommen, nachdem der Verein Trainer Christian Zermatten per sofort entlassen hatte. Djelid schaffte es zwar nicht, die letztplatzierten Pinguine vor dem sportlichen Abstieg zu retten. Er führte das Team aber vom Tabellenkeller auf den zweitletzten Platz, was nach dem Rückzug des FC Le Mont aus der Promotion League dazu führte, dass Freiburg am grünen Tisch doch den Ligaerhalt schaffte.

In dieser Saison spielten die Pinguine unter Djelid eine starke Vorrunde und überwinterten auf dem vierten Tabellenplatz. Nach einigen – von Djelid forcierten – Spielerwechseln konnte Freiburg den Schwung allerdings nicht in die zweite Saisonhälfte mitzunehmen. In zehn Partien resultierten nur drei Siege und sieben Niederlagen – zu wenig, für die Ansprüche des ambitionierten Vereins. «Die Resultate waren in der Rückrunde nicht gut», sagte Brulhart. «Zudem haben wir mit mehreren Spielern gesprochen und sie sagten uns, dass Djelid das Team nicht mehr erreiche. Ein Trainerwechsel war deshalb unumgänglich.»

«Eine Lüge»

Vorwürfe, die Ismaël Djelid so nicht auf sich beruhen lassen will. «Wenn der Verein den Vertrag mit mir nicht verlängern will, ist das sein gutes Recht. Zu behaupten, die Spieler würden nicht mehr hinter dem Trainer stehen, ist allerdings eine Frechheit», sagte Djelid. «Die Stimmung in der Kabine ist gut, alles andere ist gelogen. Klar gibt es immer einige Spieler, die nicht zufrieden sind, wenn sie nur Ersatz sind.» Dass diese dann versuchen würden, den Trainer zu Fall zu bringen, liege auf der Hand. «In der Kabine ist der Trainer der Chef. Meine Aufgabe ist es nicht, den Spielern zu gefallen, sondern das Team zu guten Leistungen zu bringen. Daran muss der Vorstand den Trainer messen, und nicht daran, ob sich die Spieler wohlfühlen und mit dem Trainer zufrieden sind. Die Leute im Vorstand vergessen, dass wir die beste Saison seit Jahren spielen, sowohl resultatmässig als auch spielerisch.»

Erklärungen, weshalb es in der Rückrunde sportlich nicht so gut läuft, hat Djelid einige. «Das hat weder etwas mit dem Team noch mit dem Trainer zu tun», sagt er. «Dass der Verein so lange ohne Präsident war, dass er Spielerlöhne nicht bezahlt hat und dass er in der Trainerfrage so lange geheimnistuerisch agiert hat, das hat die Spieler verunsichert.»

Für Djelid ist klar, dass nicht sportliche, sondern persönliche Gründe hinter dem Beenden der Zusammenarbeit stecken. «Der FC Freiburg hat gar nie mit mir das Gespräch gesucht, um über die nächste Saison zu diskutieren. Vielmehr ist es so, dass die Personen, die kürzlich neu in den Vorstand gekommen sind, ihre eigenen Leute mitnehmen und lieber mit denen zusammenarbeiten wollen.»