Fussball 05.11.2018

Fortschritte – aber keine Punkte

Julius Oke und Freiburg zeigten eine passable Leistung, gingen aber einmal mehr leer aus.
Im letzten Spiel der Hinrunde kassierte der FC Freiburg am Samstag beim YB-Nachwuchs eine unglückliche 0:2-Niederlage. Ein Penalty und ein vermeidbares Gegentor in der Nachspielzeit sorgten in diesem 1.-Liga-Spiel am Ende für den Unterschied.

Ligaspiele bei der U21 von Schweizer Meister YB sind allgemein ziemlich trübe Angelegenheiten. Ein einziger Seiteneingang im Sektor C ist für die wenigen Zuschauer offen, Arbeitsplätze und Matchblätter, sprich Pressebetreuung, gibt es nicht, und nach dem Spiel ist der Zugang für Interviews für Medienleute nicht vorgesehen. Das Interesse für die jungen Spieler, die vielleicht dereinst Von Bergen und Hoarau ablösen sollen, ist bei den YB-Fans ziemlich gering. Dabei kostet den Verein seine erste Nachwuchsmannschaft immerhin gegen eine Million Franken, also viermal mehr als das Budget des FC Freiburg im Moment beträgt. Nicht verwunderlich, dass sich vor Jahren die renommierten Erstligaklubs vehement gegen die Aufnahme dieser Mannschaften in die Liga sträubten, da solche Teams mit unterschiedlichen Aufstellungen – hie und da spielen Akteure der ersten Mannschaft mit – die Meisterschaft verfälschen.

Wegweisender Penalty

Bei den Gästen aus Freiburg stand Assistent Mario Seina in Abwesenheit von Chefcoach Yves Bussard an der Linie. Er konnte zufrieden sei, wie seine Jungs in Bern für ihre Verhältnisse eine ansprechende Leistung zeigten und den Bernern in den 90 Minuten eine ausgeglichene Partie boten. Was einzig fehlte, waren einmal mehr die Tore; nur gerade sieben Mal haben die Freiburger bisher in 13 Vorrundenspielen welche erzielt. Hier liegt eben das Hauptübel im Mannschaftsspiel des Tabellenletzten. Auch YB U21 kam in diesem wenig hochstehenden Match kaum zu einer Handvoll guter Chancen, nützte aber eben zwei davon kaltschnäuzig aus. Schon nach einer Viertelstunde brachte der 1.-Liga-Torschützenkönig Yann Kasai, ein schlaksiger, gross gewachsener 20-jähriger Mittelstürmer, mit einem diskutablen Elfmeter seine Mannschaft 1:0 in Führung. Praktisch mit dem Schlusspfiff fiel dann auch noch das zweite Gegentor, nachdem die Gäste zumindest in der zweiten Halbzeit einige Male dem Ausgleich ziemlich nahe gestanden waren. Sléo Freiburghaus machte es dabei Einwechselspieler Shkelqim Vladi mit einem unmotivierten Ausflug aus dem Sechzehner ziemlich leicht, den Ball im leeren Tor unterzubringen. Es war dies übrigens nicht der erste Schnitzer dieser Art des jungen Freiburger Hüters.

Nur mit Resultat unzufrieden

Man habe die taktischen Trainingsvorsätze bestens umsetzen können, und habe zuvor kaum einmal so gut gespielt wie in Bern, sagte Assistent Mario Seina nach der Partie. Nicht zufrieden sei er eigentlich nur mit dem Resultat und der Chancenauswertung. Den Pinguinen fehlt im Angriff, wo eben die meisten Spieler kaum 1.-Liga-Niveau aufwiesen, ein Knipser, der aus den Möglichkeiten, die Lionel Buntschu, Maxime Mason und Rendon Cerezo zum Teil leichtfertig vergaben, eben die nötigen Tore erzielen würde. Beim Gegner YB standen übrigens fast ein halbes Dutzend Freiburger im Kader, Captain Léo Seydoux gehört ja bereits zum erweiterten Kader des Fanionteams und hat auf diese Saison hin einen Profivertrag erhalten. Den Unterschied machten aber weder sie noch ihre Spielerkollegen, die laut einem YB-Insider in den letzten Wochen den Kopf mehr bei den Spielen der Uefa Youth League hatten als im wöchentlichen Meisterschaftsgeschäft.

Für den FC Freiburg geht es nun in einer Woche in Carouge im ersten Spiel der Rückrunde möglichst darum, noch einen sportlichen Erfolg einzufahren, ehe man dann in der Winterpause versuchen muss, sich noch punktuell zu verstärken. Beides ist jedoch eine fast unlösbare Aufgabe.

Telegramm

YB U21 - Freiburg 2:0 (1:0)

Stade de Suisse. – 60 Zuschauer. – SR Patrick Rogalla.

Tore: 16. Kasai (Foulpenalty) 1:0. 93. Vladi 2:0.

BSC Young Boys U21: Marzino; Kabeya, Petignat, Kronig, Marinkovic; Taveira (69. Alonso), Seydoux, Tokan, Martinho (80. Bueche); Mabimbi (59. Vladi); Kasai.

FC Freiburg: Freiburghaus; Schmidhäusler (80. Ademi), Oke, Bize, Dimomekene; Wenzi; Nyugen, Melo; Bunschtu (78. Nader), Mason (69. Yimga), Cerezo (58. Pinaro).

Bemerkungen: YB U21 ohne Köppel, Romano; Freiburg ohne Chirita, Mejdi (alle verletzt) und Ndarugendamwo (Auslandaufenthalt). Verwarnungen an: Mason 41.), Nguyen (58.), Ademi (82.), Tokam (88.), Melo (89.), Marinkovic (89.).

1. Liga. Gruppe 1. Die weiteren Resultate: Bulle - Naters Oberwallis 0:2. Etoile Carouge - Martigny 3:2. Lancy - Meyrin 2:1. Vevey - Azzurri Lausanne 2:0. Thun II - Chênois 0:0. Waadt U21 - Echallens 1:2.