21.06.2019

Pommes von Grossmama als Trost

Nicht jeder Knirps, der an einem Sekulic-Turnier teilnimmt, wird später ein 1.-Liga-Ass oder gar Profi. Manch einer wird auch bloss 3.-Liga-Spieler – und Sportredaktor. Nichtsdestoweniger sind auch meine Erinnerungen an die Fussballturniere als kleiner Junge noch sehr lebendig. Die Angst, wenn es in der Nacht vor einem Turnier regnete und die Absage drohte. Die Erleichterung, als die Stimme bei der Hotline, die man damals anrufen konnte, sagte, das Turnier finde statt. Die von meinen Eltern liebevoll präparierten Sandwiches, der selbst gemachte Eistee.

Aber auch die Erinnerungen an emotionale Momente auf dem Terrain. Noch am präsentesten ist der vielleicht grösste Schockmoment aus meiner Zeit als junger Fussballer. Den hatte ich bei einem Sekulic-Turnier zu Beginn der 1990er-Jahre in Fétigny. Ich spielte beim FC Plaffeien. Und wir waren gut. So gut, dass wir den Final erreichten. Dort kam es zum Penaltyschiessen. Drei Spieler des Gegners und zwei aus meiner Mannschaft trafen, einer verschoss – ich! Das Problem: Ich versenkte die Penaltys immer unten rechts. So auch im Halbfinal. Und weil ich wusste, dass der Finalgegner dort zugeschaut hatte, dachte ich mir, ich müsse diesmal etwas anders machen – und schoss kläglich mitten auf den Goalie.

Das gute am Teamsport: Man verliert nie allein. Doch sämtlicher Trost von meinen Teamkollegen nützte nichts. Noch genau sehe ich vor mir, wie ich während der Rückfahrt bloss ein untröstliches Häufchen Elend war. Das fiel auch meinen Eltern auf. Also fuhren sie spontan mit mir zu meinen Grosseltern in Alterswil, wo Grossmama ebenso spontan reichlich Pommes frites in die Fritteuse warf. Und spätestens nach der dritten Portion war der verschossene Elfmeter dann langsam verdaut.

Der Sport als emotionale Achterbahn und Lebensschule. Das Sekulic-Turnier, das schon mehrere Generationen von Freiburger Fussballern geprägt hat, ist ein gutes und überaus unterstützenswertes Beispiel dafür.